#Intro - Ich habe mich 20 Jahre nicht getraut
Shownotes
Du möchtest wissen, wie ein echtes Coaching abläuft? In diesem Podcast begleitet Dr. Daniel Holzinger Menschen bei ihren persönlichen Herausforderungen – live, ungeskriptet und ohne Filter. Ob Ängste, Beziehungskonflikte, Selbstzweifel, berufliche Entscheidungen oder die Suche nach Sinn und Erfüllung: Jede Folge zeigt einen authentischen Coachingprozess nach dem kognitiven Ansatz und eröffnet neue Perspektiven – nicht nur für den Gast, sondern auch für Dich. Du möchtest einmal live bei einem Coaching dabei sein? Dann besuche unser Friday Night Coaching© – direkt vor Ort im Dr. Holzinger Institut in Stuttgart oder online per Livestream. Erlebe Coaching hautnah und lerne den kognitiven Ansatz in der Praxis kennen. ➡️ Mehr Informationen und Tickets: https://www.dr-holzinger-institut.de/friday-night-coaching/ Du möchtest den kognitiven Ansatz selbst erlernen? Am Dr. Holzinger Institut bieten wir unter anderem: • Die Ausbildung zum Cognitive Coach • Leadership-Programme für Führungskräfte • Einzelcoachings • Seminare, Workshops und Vorträge ➡️ Alle Informationen: https://www.dr-holzinger-institut.de 📧 Kontakt: https://www.dr-holzinger-institut.de/kontakt/ Du möchtest selbst auf dem „Heißen Stuhl“ Platz nehmen? Wir suchen regelmäßig Menschen, die bereit sind, ihre persönliche Herausforderung live in einem Podcast zu lösen. ➡️ Bewirb dich unter: https://www.dr-holzinger-institut.de/kontakt/ Wenn Dir unser Podcast gefällt, freuen wir uns über eine Bewertung, Dein Feedback oder ein Abonnement. So verpasst Du keine neue Folge mehr vom „Heißen Stuhl."
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00:00:01: Es gibt unzählige Podcasts auf dem Markt: im Bereich Psychologie, persönliche Weiterentwicklung - und was unterscheidet
00:00:07: denn nun deinen Podcast von den anderen?
00:00:13: Ehrliche Antwort?
00:00:14: Ungefiltert?
00:00:16: Ja! Ich habe keine Ahnung.
00:00:22: Herzlich willkommen zu Dr.
00:00:24: Daniel Holzingers Podcast
00:00:26: „Der heiße Stuhl – Echtes Coaching ohne Filter“.
00:00:30: Dieser Podcast ist für alle gedacht,
00:00:34: die sich für Psychologie und den kognitiven Ansatz interessieren.
00:00:36: Aber natürlich auch für die, die manchmal das Gefühl haben festzustecken, und die vor allen Dingen wissen wollen,
00:00:43: wie sie ihr Leben durch die Kraft des eigenen
00:00:47: Denkens verändern können.
00:00:52: Wir haben uns ja überlegt, wie wir in diesen Podcast einführen.
00:00:58: Und natürlich gab es verschiedene Methoden.
00:00:58: Daniel erklärt einfach alles, predigt oder macht das in einem kleinen Interviewstil.
00:01:05: Und deshalb möchte ich euch heute meine reizende Mitarbeiterin, die Anastasia Peker, vorstellen.
00:01:10: Sie arbeitet seit
00:01:10: geraumer Zeit hier bei uns, sie ist ausgebildete Psychologin
00:01:15: und natürlich eine ausgebildete "Coachin", wie man neudeutsch sagt,
00:01:20: und Anastasia wird mich jetzt
00:01:22: wahrscheinlich mit ein paar neugierigen Fragen bombardieren, die hoffentlich euch auch erklären,
00:01:28: warum wir diesen Podcast machen.
00:01:33: Hallo Daniel, du bist ja schon seit geraumer Zeit, seit über 20 Jahren, Coach!
00:01:38: Was hat dich nach so vielen Jahren dazu bewegt, endlich 'nen Podcast zu machen?
00:01:44: Ja, meine liebe Anastasia, ich glaube, dass ich so einen langen Anlauf gebraucht habe,
00:01:51: um mich zu trauen, das zu tun.
00:01:51: Ich denke, meine Ängste haben mich eher abgehalten, das zu tun,
00:01:57: als meine Neugier das befeuert hätte.
00:01:59: Aber – und das möchte ich erklären:
00:02:01: Ich mache ja schon seit vielen,
00:02:05: vielen Jahren Friday Night Coaching live hier in Stuttgart am Abend,
00:02:10: und dort führe ich immer eine Livesitzung mit irgendeinem Klienten durch,
00:02:13: den ich nicht kenne.
00:02:13: Und immer wieder über die Jahre haben die Leute gesagt: Du musst das filmen, du musst das ins Internet stellen.
00:02:20: Das interessiert die Leute
00:02:20: und ich habe mich nie getraut, das zu machen.
00:02:23: A) natürlich aus Respekt vor dem Klienten, aber auch B), weil ich viel zu viel
00:02:28: Bammel vor meinem eventuellen Publikum hatte.
00:02:32: Und jetzt, irgendwie, fühle ich mich bereit dazu, doch das zu machen.
00:02:38: Ich habe meine Angst überwunden, sie in den großen Mut verwandelt,
00:02:45: und hier sitze ich und möchte einfach unseren Zuhörern zeigen: Was ist das Coaching ohne
00:02:50: Filter? Was ist
00:02:50: ein kognitiver Ansatz?
00:02:52: Ich möchte einfach zeigen, wie wir mit diesem eleganten Ansatz viele,
00:02:59: viele Probleme lösen können.
00:03:00: Nicht alle, aber doch sehr viele.
00:03:03: Vor allen Dingen auch die unlösbaren Probleme können wir manchmal auf eine sehr
00:03:10: interessante Art lösen,
00:03:12: und das möchte ich eigentlich mit meinem Podcast vor allen Dingen zeigen.
00:03:16: Ja, das zeigt natürlich auch, dass du nicht nur weißt,
00:03:21: welche Veränderungen du bei den Klienten verursachst,
00:03:26: sondern dass du auch selbst dieses Prinzip lebst, aus Angst Mut zu machen?
00:03:30: Ja, da hast du natürlich recht.
00:03:33: Manche verwechseln ja den Sprecher mit dem Gesprochenen.
00:03:37: Manche glauben, weil ich gute Tipps gebe, weil ich weiß, wie das geht.
00:03:41: Glauben sie, dass ich all das lebe, was wir beraten?
00:03:45: Nein!
00:03:46: Ich bin auch auf dem Weg, all das zu leben,
00:03:50: und ich bin immer noch in der persönlichen Entwicklung.
00:03:51: Ich möchte immer noch eine Spur mutiger sein, noch eine Spur tapferer,
00:03:58: noch eine Spur mehr Frustrationstoleranz besitzen, um dann mit den eventuellen
00:04:00: Schwierigkeiten, die sich in der Zukunft ergeben, besser umgehen
00:04:04: zu können.
00:04:04: Aber da bin ich mir der schwierigste Klient,
00:04:09: wie wahrscheinlich sich jeder selbst der schwierigste ist,
00:04:13: und von daher versuche ich natürlich, unser Wissen auch direkt bei mir anzuwenden.
00:04:19: Es gibt unzählige Podcasts auf dem Markt im Bereich Psychologie,
00:04:25: persönliche Weiterentwicklung, und was unterscheidet nun deinen Podcast von den anderen?
00:04:31: Ehrliche Antwort? ungefiltert?
00:04:34: Ja! Ich habe keine Ahnung.
00:04:35: Weißt du, warum?
00:04:37: Weil ich mir ehrlicherweise keinen anderen Podcast vorher überhaupt angehört habe!
00:04:44: Ich wollte das machen wie die Profifußballer,
00:04:49: die immer wieder im Fernsehen sagen: Wenn man gute Leistungen erbringen will,
00:04:54: darf man nicht so viel Zeitungsartikel lesen, man darf nicht die Kritik der anderen lesen.
00:04:56: Man darf nicht so viel
00:04:56: sich mit den anderen beschäftigen. Ich wollte zeigen, wie
00:05:02: wir das machen und wie wir arbeiten, und nicht irgendeine Kopie von irgendjemand
00:05:05: anderem werden.
00:05:07: Natürlich haben wir noch großes Verbesserungspotenzial, was unsere Präsentation angeht, wie wir das machen
00:05:14: usw.,
00:05:14: aber die Inhalte
00:05:15: wollte ich unverfälscht lassen.
00:05:18: Ich wollte mich absichtlich nicht durch die anderen Profis unter Druck setzen lassen.
00:05:24: Ich habe gedacht, ich mache das jetzt mal, wie wir es können und so, wie ich denke, dass ich es haben möchte,
00:05:31: und dann habe ich mich nicht so viel
00:05:32: mit den anderen Podcasts beschäftigt.
00:05:35: Aber ich kann natürlich sagen, was ich glaube: Was uns unterscheidet, ist der ganze
00:05:41: "Kognitive Ansatz".
00:05:41: Das heißt, wir arbeiten nicht mit NLP, nicht mit systemischem Coaching, nicht mit
00:05:48: irgendwelchen Tools, nicht mit irgendwelchen Methodenkoffern,
00:05:53: sondern wir folgen einer klaren Theorie,
00:05:57: für die 2002 sogar ein Nobelpreis verteilt wurde.
00:06:01: Die Hypothese, die Idee, mit der wir arbeiten, ist, dass praktisch alle emotionalen
00:06:06: Störungen – also alles, was Leute daran hindert,
00:06:11: ihr Leben so zu leben, wie sie das möchten – irgendwie durch ihren Kopf
00:06:13: ausgelöst werden.
00:06:14: Das heißt, die Hypothese ist,
00:06:17: dass die Problemlösung meistens im Kopf unserer Zuhörer bzw.
00:06:25: unserer Klienten beginnt, und wir fokussieren uns im Grunde nur auf das,
00:06:32: was unser Klient einerseits fühlt,
00:06:35: vor allen Dingen, aber vor allen Dingen andererseits darüber denkt,
00:06:40: welche Überzeugungen hinter diesem Gefühl stecken.
00:06:44: Kannst du vielleicht ganz kurz den Kognitiven Ansatz erklären?
00:06:48: Ich mache es an einem Beispiel - ja? Mein Lieblingsbeispiel geht ungefähr
00:06:52: so: Zwei Angler sitzen am Teich.
00:06:54: Beide angeln nichts.
00:06:56: Sie werfen hingebungsvoll ihren Wurm ins Wasser, aber ums Verrecken beißt einfach nichts an.
00:07:02: Und der eine Angler flippt aus, zerbricht dann aus lauter Wut seine Rute am Knie,
00:07:09: und der andere Angler bleibt entspannt sitzen, macht einfach weiter.
00:07:11: Und wir fragen uns: Woran liegt das?
00:07:14: Wieso flippen nicht beide aus?
00:07:15: Wieso bleiben nicht beide ruhig?
00:07:17: Und die einfache Erklärung ist, dass natürlich nicht die Fische, die Umstände,
00:07:21: die äußeren, nicht der Wurm und der Haken und die Angel schuld sind, sondern dass dieser eine Angler höchstwahrscheinlich
00:07:28: irgendetwas denkt: Der wird ungeduldig sein und sich denken,
00:07:32: das gibt es doch nicht.
00:07:32: Das muss doch klappen.
00:07:33: Ich habe mir solche Mühe mit allem gegeben.
00:07:36: Was ist nur mit den Fischen los?
00:07:38: Dann wird er wütend.
00:07:41: Und der andere denkt einfach: Na ja, wenn keiner anbeißt, beißt halt keiner an,
00:07:43: dann bleibe ich ruhig.
00:07:43: Ich kann sowieso nichts ändern.
00:07:47: Und das klingt so banal, dass jeder sagt: Das weiß ich doch, das ist mir doch klar,
00:07:52: das kann doch nicht die Lösung sein!
00:07:52: Aber was, wenn doch?
00:07:53: Was, wenn es doch die Lösung sein kann,
00:07:57: dass die eigenen Gedanken für die eigenen Gefühle und die eigenen Verhaltensweisen verantwortlich sind?
00:08:02: Was, wenn
00:08:02: nicht das System, was, wenn nicht die Familie,
00:08:05: was, wenn nicht die eigene Geburt schuld ist, dass ich so bin, wie ich bin, sondern was,
00:08:12: wenn der größte Teil meiner Reaktionen an meinen Gedanken hängt?
00:08:15: Dann wäre es insgesamt ja 'ne gute Nachricht, weil ich könnte ja 'was tun, weil gegen meine Geburt, gegen meine Familie, gegen mein
00:08:22: System kann ich in der Regel kaum
00:08:24: was ändern, wenn ich nicht zu den absoluten Superrevoluzzern
00:08:28: gehöre.
00:08:29: Und ob ich dann – wenn ich alles mit Gewalt verändert habe – glücklich bin?
00:08:34: Das ist dann noch mal auf 'nem anderen Papier!
00:08:37: Also, wir glauben, dass das hier im Kopf liegt.
00:08:41: Die meisten Menschen wünschen sich Veränderungen.
00:08:45: Was meinst du?
00:08:46: Was ist der wichtigste Schritt, damit Veränderung wirklich gelingt und nicht nur ein Wunsch
00:08:51: bleibt?!
00:08:54: Also, ich glaube, dass nicht jeder sich die Veränderung wünscht.
00:08:57: Sondern ich bin der Überzeugung, dass nur die Menschen sich die Veränderungen wünschen,
00:09:02: die sich an irgendetwas stören.
00:09:02: Sei es ihr Körper, sei es ihr Aussehen, sei es ihr Job, sei es ihre Beziehung.
00:09:06: Irgendwo muss man einen Störfaktor haben. Und sich
00:09:10: darüber aufzuregen oder Angst vor der Veränderung zu haben, hat noch fast niemanden
00:09:15: in die Veränderung bewegt – die Ängstlichen bewegen sich
00:09:19: sowieso nicht vor.
00:09:20: Und die Wütenden, die schimpfen mehr, als dass sie was verändern.
00:09:23: Solange Leute also lamentieren oder Angst haben, ändern sie sowieso nichts.
00:09:27: Das heißt, das Erste, was wir brauchen, um die Leute ins Tun zu bekommen, ist, sie von ihren Blockaden
00:09:33: zu befreien.
00:09:33: Das heißt,
00:09:34: wir lösen die Ängste oder die Wut und verwandeln die beiden entweder oder gleichzeitig
00:09:41: in eine schattenlose Unzufriedenheit, bei der sie wirklich anfangen,
00:09:44: an ihrem Körpergewicht etwas zu verändern, 'ne Diät zu machen oder ihr aufschiebendes
00:09:49: Verhalten endlich mal zu überwinden.
00:09:52: Oder die Ängstlichen, die nicht so gerne ins Tun kommen.
00:09:54: Dann müssen wir uns überlegen: Warum haben sie eigentlich Angst und wie können sie die
00:09:58: überwinden?
00:09:58: Und dann verwandeln wir diese Angst meistens in irgendeine Form von Lebensmut.
00:10:04: Jetzt mache ich es, obwohl ich Angst habe. Und wie das geht,
00:10:08: das werden wir natürlich im Podcast immer wieder hören.
00:10:11: Sowohl die Veränderung der Wut in eine - jetzt wahrscheinlich für die Zuhörer noch
00:10:18: unverständliche - Form der Unzufriedenheit oder die Verwandlung der Angst in den Mut.
00:10:27: Magst du vielleicht trotzdem zwei, drei Sätze erklären, was du mit Verwandlung meinst?
00:10:35: Unter der Verwandlung verstehe ich oder meine ich, dass wir aus der Starre ins Tun kommen.
00:10:42: Das wäre, sagen wir mal, Transformation,
00:10:46: dass wir einen Zustand durch einen anderen ersetzen.
00:10:50: So wie Wasser, das gefroren ist, immer noch Wasser ist,
00:10:56: aber durch die Wärme taut es auf und dann kann es wieder fließen. Und wir versuchen, durch
00:11:00: die Veränderung der Überzeugungen die Gefühle zu verändern.
00:11:04: Das heißt, wenn ich glaube, dass es nicht schiefgehen darf,
00:11:10: dann blockiert mich dieser Gedanke. Und wenn wir das geschickt anstellen,
00:11:15: dann ist der Klient am Ende einer Sitzung vielleicht bereit, sich einzugestehen, dass es vielleicht doch schiefgehen darf.
00:11:19: Dass es vielleicht doch
00:11:20: schiefgehen kann, dass es nicht unbedingt zu hundert Prozent klappen
00:11:27: muss, was er vorhat. Wer bereit ist, ein eventuelles Scheitern, eine eventuelle Niederlage auszuhalten,
00:11:33: und dann trotzdem zu starten –
00:11:36: der Mensch transformiert sich.
00:11:38: Dieser Mensch kommt ins Tun.
00:11:41: Wer glaubt, dass die Angst grundsätzlich beseitigt werden müsste,
00:11:44: dem kann ich nicht helfen.
00:11:45: Weil ich weiß nicht, wie man die Angst grundsätzlich beseitigt.
00:11:49: Ich kann sie nur transformieren - verwandeln in ein anderes Gefühl.
00:11:56: Und das geht über den Umweg dessen, was zwischen den Ohren passiert.
00:12:02: Jetzt kann ich mir ja gut vorstellen,
00:12:06: dass der Podcast natürlich besonders interessant ist,
00:12:10: wenn man sich mit dem Problem des Klienten identifizieren kann.
00:12:12: Aber nehmen wir mal an, wenn man nicht das gleiche Problem
00:12:15: hat,
00:12:16: kann man trotzdem etwas aus dem Podcast für sich mitnehmen?
00:12:21: Wenn man also glaubt, dass man mit so einem Problem sowieso nichts anfangen kann,
00:12:28: oder wenn man denkt, dass jemand, der darunter leidet, sowieso ein Vollidiot ist,
00:12:33: dann kann man aus dieser Podcastfolge oder auch den anderen wahrscheinlich nicht viel lernen, weil Arroganz meistens das Lernen
00:12:37: sowieso blockiert.
00:12:39: Aber wer neugierig ist und sich öffnet und sagt: Bin mal gespannt,
00:12:44: wieso die Person eigentlich unter dieser Angst leidet oder wieso diese Person nicht tut, was sie möchte.
00:12:49: Oder:
00:12:49: Bin mal gespannt, warum dieser Mensch sich selbst im Weg herumsteht.
00:12:55: Dann kann man a) erkennen, vielleicht in so einer Podcastsitzung,
00:13:01: wie so was generell funktioniert,
00:13:02: und daraus etwas abstrahieren für sich und sein eigenes Denken,
00:13:06: sein eigenes Leben mitnehmen.
00:13:06: Oder man kann dann vielleicht sogar für Kollegen oder andere Menschen eine kleine
00:13:12: Hilfestellung sein.
00:13:12: Also ich denke, dass man nicht unter den Problemen selber leiden muss, um was mitzunehmen.
00:13:19: Ich leide fast unter keinem Problem, das meine Klienten haben.
00:13:23: Manches schon, aber vieles nicht, und ich kann es trotzdem a) anhören, b) durchdenken,
00:13:31: c) sogar in den allermeisten Fällen verstehen und sogar manchmal eine Lösung mir
00:13:38: erdenken, obwohl ich mit der Sache nichts zu tun habe.
00:13:44: Nun leidest du nicht unter den meisten Problemen deiner Klienten,
00:13:50: aber vielleicht ertappst du dich noch beim einen oder anderen Denkfehler?
00:13:51: Willst du vielleicht uns diese Denkfehler verraten?
00:13:56: Da ich natürlich sowieso im Fokus stehe –
00:14:00: eins habe ich schon gesagt: Eine große Angst war, den Mut zu entwickeln,
00:14:06: mich hier vor dieses Mikrofon zu setzen und dann später meine Arbeit öffentlich zu machen.
00:14:11: Und
00:14:11: das ist natürlich eine feine Sache, vor Publikum überhaupt zu arbeiten!
00:14:16: Das kennt jeder, der tanzt vor Publikum, singt vor Publikum, eine Rede halten muss.
00:14:21: Vor Publikum steigt der Druck, dann ist die Wahrscheinlichkeit zu versagen etwas höher.
00:14:28: Diese Angst habe ich Gott sei Dank überwunden,
00:14:33: indem ich das jetzt mache und mir selbst beweise, dass ich in der Lage bin,
00:14:35: doch manche Denkweisen und manche Ängste zu überwinden.
00:14:39: Was mich quält, wahrscheinlich wie viele andere auch, ist die Ungeduld.
00:14:45: Mir geht vieles einfach nicht schnell genug, vor allen Dingen Menschen manchmal,
00:14:52: die in meinem Umfeld sind, wenn sie nicht kapieren oder so.
00:14:55: Da kann es sein, dass ich schon mal wieder eine Seite zeige, auf die ich nicht sehr stolz bin,
00:15:01: und von daher wäre ich wahrscheinlich
00:15:02: der erste und einzige Mensch, der keine Denkfehler hat, der keine
00:15:07: komischen Überzeugungen hat.
00:15:09: Und der bin ich sicher nicht, also ich bin ganz normal wie die meisten.
00:15:13: Nur... ich kann mir bei vielen meiner Themen mittlerweile selber helfen.
00:15:19: Das ist vielleicht die Wahrheit.
00:15:21: Ich leide nicht mehr so lange wie früher, etwas kürzer und nicht mehr so intensiv.
00:15:30: Welche typischen Probleme bringen deine Klienten mit?
00:15:35: Das sind in der Regel wenige Probleme.
00:15:38: Die kann man sich wahrscheinlich an einer oder vielleicht maximal zwei Händen abzählen, das sind meistens Beziehungskonflikte.
00:15:45: Die können privater
00:15:45: Natur sein, unter den Eheleuten, unter den Kinder-Eltern-Beziehungen,
00:15:52: in den Kinder-Kinder-Beziehungen usw. Da gibt es
00:15:54: also allerlei Konfliktpotenzial.
00:15:56: Dann gibt's diese gleichen Konfliktpotenziale bei der Arbeit: mit den Vorgesetzten, mit den Gleichgestellten und den Untergebenen.
00:16:03: Das sind Themen,
00:16:04: mit denen Menschen zu mir kommen.
00:16:06: Dann kommen persönliche Themen immer dazu.
00:16:09: Das ist die Frage nach dem Sinn, nach der Entwicklungsmöglichkeit im Leben, wie man weiterkommt,
00:16:15: wie man ein
00:16:15: erfülltes Leben lebt. Mit solchen Problemen kommen Klienten häufig.
00:16:20: Manchmal kommen Menschen, weil sie in irgendeiner ausweglosen Situation gefangen sind, weil ihr Kind verunglückt ist,
00:16:27: weil jemand krank geworden ist.
00:16:29: Weil sie selbst krank geworden sind.
00:16:30: Solche Themen mit der eigenen Gesundheit sind immer wieder relevant.
00:16:35: Dann existenzielle Sorgen mit dem Geld, mit Arbeitslosigkeit und Jobverlust.
00:16:41: Mit solchen Themen kommen meistens die Menschen.
00:16:46: Es sind die ganz normalen Lebensprobleme, die wir
00:16:51: hier vor allen Dingen im Podcast angehen wollen, so was wie... Flugangst oder
00:17:00: eine Panikattacke oder... ich weiß nicht was.
00:17:08: Mit was kann man noch kommen?
00:17:11: Also mit Flugangst, mit Panikattacken, mit Fahrstuhlangst und Wutanfällen im Verkehr.
00:17:19: Das sind so die üblichen Themen, unter denen unsere Klienten leiden.
00:17:25: Das heißt,
00:17:26: du würdest auch live im Podcast so eine Flugangst lösen?
00:17:30: Ja, warum nicht? Wenn jemand
00:17:31: kommt und wenn das insgesamt behandelbar ist.
00:17:38: Wenn das nicht irgendwelche organischen Störungen, irgendwelche
00:17:43: hormonellen Ursachen hat usw.
00:17:46: Wenn das wirklich eine kognitive Störung ist, wenn jemand sich das im Kern... ausgedacht hat – und das haben sich die meisten,
00:17:53: die wenigsten sind selber jemals abgestürzt.
00:17:56: Vor allen Dingen:
00:17:56: Viele haben die Angst, obwohl sie noch nie geflogen sind.
00:17:59: Das steht ihnen nur bevor.
00:18:01: Und sie haben vom Hörensagen die Erfahrung pseudomäßig gemacht,
00:18:07: dass man grundsätzlich abstürzen kann.
00:18:08: Das stimmt auch, das ist die Wahrheit.
00:18:11: Da fragt man sich natürlich schon: Warum haben manche Menschen die Angst, dass so etwas passiert?
00:18:16: Und warum juckt
00:18:16: das die anderen überhaupt nicht?
00:18:19: Warum steigen die einfach ein?
00:18:20: Und es ist natürlich schon interessant herauszufinden, wieso hat 'n jetzt der eine diese Angst
00:18:25: und dreihundert andere Gäste im Flugzeug nicht?
00:18:30: Und woran liegt es?
00:18:32: Jedenfalls nicht am Flugzeug, weil wenn das Flugzeug schuld wäre, dann müssten ja alle Angst haben.
00:18:38: Wenn der Stau
00:18:38: die Menschen wütend machen würde, dann könnte man keinen Ruhigen im Stau finden.
00:18:43: Und wenn eine
00:18:47: Bühne, ein Auftritt vor Publikum Menschen nervös machen würde, dann müssten alle nervös sein.
00:18:52: Es dürfte
00:18:52: keinen einzigen Menschen auf der Welt geben, der sich darüber freut, dass er das jetzt machen darf.
00:18:57: Und wir glauben,
00:18:57: dass der Unterschied immer im Denken liegt, in der eigenen
00:19:04: Überzeugung, dass das jetzt gefährlich ist, dass das jetzt mein Untergang ist, dass das jetzt mein persönliches
00:19:11: Scheitern für alle Zeiten definiert – und wir haben gelernt, wie
00:19:16: man mit solchen Überzeugungen gut umgeht.
00:19:21: Und natürlich kann ich dann, falls jemand Lust hat, mit einer solchen Flugangst zum Podcast
00:19:26: zu kommen, darf er sich gerne bei mir melden, dann überlege ich,
00:19:32: ob und wie wir das machen können.
00:19:34: Wenn sich jetzt jemand von deinem Podcast und der Vorgehensweise angesprochen fühlt: Wie
00:19:41: kann man sich denn bei dir melden oder bewerben?
00:19:45: Da wir natürlich, du und ich, Anastasia, uns ehrgeizige Ziele gesetzt haben –
00:19:49: wir wollen also jetzt regelmäßig neue Folgen live stellen –, brauchen wir natürlich Freiwillige,
00:19:55: mit denen wir das machen können.
00:19:57: Und bewerben kann man sich über die gängigen Kanäle, wie man uns halt findet: über E-Mail, über
00:20:02: wahrscheinlich sogar WhatsApp oder Instagram, LinkedIn.
00:20:08: Irgendwo wird man uns finden.
00:20:08: Dr. Holzinger
00:20:09: Institut oder Dr. Daniel Holzinger
00:20:12: eingeben, dann findet man mich.
00:20:15: Dann einfach eine freundliche Anfrage stellen: "Hey, macht ihr mal wieder einen Podcast?
00:20:20: Ich wäre eventuell interessiert daran, mitzumachen." Und dann werden wir uns in Verbindung setzen,
00:20:25: das abklären, worum sich's ungefähr dreht.
00:20:28: Nicht groß wissen wollen, was es ist, sondern nur: Kann man das prinzipiell
00:20:32: in einer Sitzung lösen?
00:20:34: Nicht jede Störung kann man in einer Sitzung gründlich lösen.
00:20:38: Viele schon, aber nicht jede. Und wen
00:20:40: wir das geklärt haben, dann freuen wir uns natürlich auf zahlreiche Bewerbungen.
00:20:46: Ich glaube, es gibt auch eine kleine Entlohnung?
00:20:50: Genau! Wir haben gesagt,
00:20:51: jeder hat die Möglichkeit, noch einmal hinterher kostenfrei
00:20:56: für eine Unterhaltung, für eine weiterführende Session zu kommen.
00:20:59: Was haben wir uns noch ausgedacht?
00:21:00:
00:21:01: Eins von meinen Büchern: „Der Mythos vom Glück“.
00:21:04: Magst du ein paar Worte dazu sagen?
00:21:06: Also, dieses Buch ist geschrieben für Leute, die mir ähnlich sind.
00:21:09: Ich war in der ersten Lebenshälfte von der Idee beseelt: Wenn ich etwas leiste,
00:21:16: wenn ich Erfolg erziele, dann wird sich irgendeine Form von Glück einstellen.
00:21:20: Das war die Überzeugung, der ich gefolgt bin, und was mich damals
00:21:25: völlig aus meinen mentalen Latschen gehauen hat, war, dass ich nicht glücklich wurde
00:21:30: – ich war erschöpft, erschöpft, erschöpft!
00:21:33: Ich habe geleistet, geleistet, geleistet - aber Glück hat sich keins eingestellt, bis ich gelernt habe, dass ich einen Denkfehler mache.
00:21:40: Glück
00:21:40: hat nichts mit der äußeren Lebenswelt zu tun, sondern mehr mit dem,
00:21:47: was ich über meine eigenen Erfolge und so weiter denke.
00:21:51: Ich kann sogar etwas über die Abwesenheit eines Glücksgefühls denken.
00:21:55: Das heißt, das Glück ist nicht da, und dann denke ich darüber etwas,
00:22:02: und dann kann ich sogar darüber depressiv werden, dass ich jetzt nicht glücklich bin.
00:22:03: Und ich war einer von den Menschen, die irgendwie darunter gelitten haben, dass sie nicht glücklich sind,
00:22:10: obwohl sie sich so bemühen. Und eines Tages
00:22:13: saß ich hier in meinem Büro – wer hier ist, weiß,
00:22:18: dass rechts von mir der Schrank steht.
00:22:18: Das sind hunderte, wenn nicht tausende Sitzungen als Papierform gespeichert, und irgendwann bin ich mal hier gehockt
00:22:25: und habe drüber nachgedacht:
00:22:28: Was hat eigentlich die Leute zu mir gebracht?
00:22:30: Dann bin ich darauf gekommen, dass fast alle wegen des gleichen Problems kommen.
00:22:37: Sie möchten zufrieden sein, glücklich sein, erfüllt sein, aber sie sind es nicht, aus den unterschiedlichsten Gründen,
00:22:44: und dort fängt häufig unsere Arbeit an.
00:22:51: Ich kann mir gut vorstellen, dass viele sich jetzt angesprochen fühlen. Also das heißt:
00:22:58: Für Menschen, die erfolgreich sind, die viel geleistet haben, die vielleicht viel erreicht haben und trotzdem
00:23:03: nicht glücklich werden, könnte der Podcast was sein?
00:23:09: Wahrscheinlich.
00:23:10: Wir können ja
00:23:11: vor allen Dingen auch dann in der Zukunft, wenn die Menschen kommen
00:23:16: und vielleicht mitmachen möchten, dann viele solcher
00:23:21: echten Real-Life-Themen angehen.
00:23:24: Vielleicht meldet sich ja der eine oder die andere, die genau dieses Problem hat?
00:23:29: Dann können wir es uns gerne angucken!
00:23:32: Ich denke, dass in unseren ersten vier Folgen
00:23:34: schon solche vertreten sind: auf der Suche nach dem Sinn,
00:23:40: auf der Suche nach dem Glück, auf der Suche nach dem erfüllten Leben.
00:23:44: Ich glaube, da war schon fast alles von dem dabei, was wir jetzt hier besprechen.
00:23:53: Magst du uns vielleicht kurz erzählen, um was es bei der ersten Folge gehen wird?
00:23:57: Welches Problem bringt der Klient mit?
00:24:01: Der Klient ist Thomas, und das ist jetzt einer von denen, die ich vorher schon kannte.
00:24:06: Thomas war schon mal bei mir und er hat sich mit mir in Verbindung gesetzt.
00:24:11: Er hat sich freiwillig gemeldet für diesen Podcast, wie übrigens ja alle anderen auch.
00:24:15: Das muss man vielleicht auch einmal an der Stelle erwähnen, dass niemand von uns zu irgendwas gezwungen wurde.
00:24:21: Menschen machen
00:24:21: freiwillig mit. Und so kam
00:24:25: auch Thomas freiwillig - logischerweise - in diese Sitzung, und er hat mir die Frage gestellt,
00:24:29: wie er denn jetzt den Rest seines Lebens angeht.
00:24:33: Manche seiner Träume sind gescheitert, manche seiner Unternehmungen haben nicht so gut
00:24:37: funktioniert, wie er sich das vorgestellt hat.
00:24:40: Und jetzt steht er
00:24:40: im Alter von, ich glaube, sechsundfünfzig Jahren noch mal vor der Frage:
00:24:45: Fange ich was Neues an oder wie kann ich das Alte so wiederbeleben, dass ich weitermache?
00:24:50:
00:24:51: Die KI am Horizont, die uns alle mit der Arbeitslosigkeit bedroht, oder mindestens viele von uns,
00:24:58: und unter anderem ihn auch, weil er im Agenturbusiness ist –
00:25:02: und wir haben uns mit dieser Frage nach dem
00:25:05: Sinn beschäftigt.
00:25:09: Nun haben wir bei uns am Institut nicht nur Einzelcoachings,
00:25:15: sondern auch die Coaching-Ausbildung.
00:25:17: Wie bist du dazu gekommen, Coaches auszubilden?
00:25:20: Ich war so fasziniert, dass man mir helfen konnte.
00:25:23: Wirklich fasziniert, weil ich habe in Wahrheit nicht geglaubt, dass es geht.
00:25:27: Und dann habe ich gefragt, ob ich das lernen darf.
00:25:31: Dann war ich noch faszinierter, dass mir der Professor Vlajkov es ermöglicht hat,
00:25:37: das zu lernen.
00:25:37: Und als ich es gelernt hab', habe ich mir gedacht: Das bräuchten
00:25:40: die anderen auch da draußen, die wissen nichts davon!
00:25:43: Die Lehrer wissen nichts,
00:25:43: die Trainer wissen nichts, die Führungskräfte wissen nichts über das menschliche Denken –
00:25:48: oder sagen wir mal so: Sie wissen sehr wenig,
00:25:51: nicht nichts.
00:25:51: Ich wusste ein bisschen was, aber nicht wirklich, wie es geht.
00:25:56: Know-how hatte ich kein's. Ich hatte Knowledge, Wissen, aber kein Know- how.
00:25:59: Ich konnte das nicht umsetzen.
00:26:01: Und dann habe ich beschlossen: Wenn ich das schon lerne, dann lerne ich so, dass ich es auch anderen beibringen darf, weil ich denke, dass es viel mehr Menschen
00:26:08: geben müsste, die heiße Stühle machen,
00:26:11: die mit den Menschen arbeiten, die ihnen aus dem Schlamassel helfen,
00:26:15: weil das Schönste, was man haben kann: In einem guten Leben,
00:26:19: auch gute Gefühle!
00:26:21: Wer in einem guten Leben steckt, aber leidet, weil seine Gefühle nicht dazu passen,
00:26:27: dann ist das irgendwie traurig.
00:26:28:
00:26:29: Ja, als ich bei dir das erste Mal zum Einzelcoaching da saß,
00:26:35: hatte ich ja bereits die Einsicht, dass es unsere Gedanken sind,
00:26:40: und ich habe lange recherchiert, bis ich tatsächlich jemanden fand, der sich so ausgiebig mit
00:26:45: den Denkweisen beschäftigt.
00:26:47: Denn selbst wenn wir verstehen, dass es etwas mit den Gedanken zu tun hat,
00:26:53: heißt das noch lange nicht, dass wir mit diesem Wissen etwas anfangen können.
00:26:56: Weil wir nicht wissen, wie!
00:26:58: So ist es.
00:26:59: Ich sage mal: Wenn man viel über Skispringen weiß, theoretisch, wenn man alle biomechanischen Zusammenhänge
00:27:05: kennt, wie das geht, kann man's immer noch nicht.
00:27:08: Man kann selber
00:27:08: alles wissen, aber nichts tun.
00:27:11: Und natürlich weiß jeder da draußen, dass die Gefühle
00:27:15: irgendetwas mit unserem Kopf zu tun haben. Aber wie
00:27:19: man das verändert, sodass man das elegant macht,
00:27:23: nicht so viel Zeit verschwendet,
00:27:23: nicht Jahre dafür braucht und irgendwie brutal sein muss zu sich – das ist das,
00:27:30: was wir zeigen wollen.
00:27:30: Albert Ellis hat seine Methode den eleganten Ansatz genannt.
00:27:35: Und ich glaube, jetzt nach zwanzig Jahren begriffen zu haben, warum dieser Ansatz wirklich
00:27:41: elegant ist, dass sogar in dieser Eleganz
00:27:44: eine gewisse Ästhetik steckt, eine gewisse Schönheit - und diese Eleganz und Schönheit
00:27:50: wollte ich auch zum Ausdruck bringen.
00:27:54: Es hat ein paar Jahre gedauert, bis ich so weit war, dass ich mir zutraue, das elegant und vielleicht sogar manchmal schön zu machen,
00:28:01: und deshalb machen wir unseren Podcast.
00:28:05:
00:28:07: Jetzt hast du mir ja schon ein paar Fragen über die Ausbildung gestellt.
00:28:12: Du hast sie ja bei uns auch gemacht, und jetzt haben wir ja beschlossen, gemeinsam zu arbeiten.
00:28:19: Kannst du auch
00:28:20: anderen Menschen empfehlen, bei uns die Ausbildung zu machen?
00:28:25: Ich denke, wenn man das Wissen vom Kognitiven Ansatz hat, dann ist
00:28:31: man aufs Leben vorbereitet.
00:28:34: Man kann nicht nur ein Problem lösen - sondern grundsätzlich. Man bekommt die Sicherheit,
00:28:40: dass egal, was einem im Leben widerfährt,
00:28:43: egal, wie schrecklich oder schlimm das ist –
00:28:48: ob es jetzt ein Todesfall in der Familie ist oder der Verlust eines Jobs –,
00:28:54: man hat etwas, worauf man sich stützen kann, und man weiß, dass man mit
00:28:59: diesen Dingen umgehen kann.
00:29:01: Das klingt schon wie ein dickes Versprechen -
00:29:06: und das Coole ist, dass das bei mir genau der gleiche Eindruck war.
00:29:09: Als ich es gelernt habe, habe ich gedacht: Wow, krass!
00:29:12: Das ist wie so eine Art Superman-Anzug, dass ich mit den Schwierigkeiten, die in der
00:29:19: Zukunft auf mich lauern, jetzt besser umgehen kann -
00:29:21: dass ich nicht mehr in irgendwelches "mentales Loch" fallen muss ...
00:29:26: Und das ermöglicht natürlich ein angstfreies Leben, ein mutiges, angstfreies Leben.
00:29:31: So ist es. Wir glauben – also ich vor allen Dingen, aber du wahrscheinlich auch –, dass das insgesamt toll ist.
00:29:38: Ja.
00:29:38:
00:29:39: Wenn wir schon leben müssen, dann wenigstens so gut wie möglich.
00:29:44: Und so mutig wie möglich. So ist es!
00:29:46: Das heißt, wenn wir die Umstände nicht verändern können, dann bleibt uns
00:29:52: manchmal nur der Weg über die Einstellung, über unsere Gedanken.
00:29:57: Wenn wir die Umstände ändern können, dann können wir das ja machen - aber für viele Fälle ist der Weg ausgeschlossen.
00:30:04: Dann scheint das Leid
00:30:04: vorprogrammiert, und der Kognitive Ansatz
00:30:08: gibt dort ein klares Versprechen, dass man nicht leiden MUSS.
00:30:13: Jetzt, wenn wir uns manchmal der harten Kritik ausgesetzt fühlen, dann sagen die Leute: Warum redet ihr
00:30:19: eigentlich so viel?
00:30:20: Du hast viel mehr Redeanteil als dein Klient.
00:30:24: Ist dir das auch schon aufgefallen, und meinst du,
00:30:29: dass wir uns da vielleicht kurz erklären?
00:30:30: Sollen wir das unseren Zuhörern mitteilen, oder was meinst du?
00:30:35: Also ich denke zunächst einmal, dass es tatsächlich nicht bei jedem Coaching-Gespräch so ist,
00:30:39: dass der Redeanteil hoch ist, doch
00:30:43: manchmal passiert es.
00:30:43: Magst du vielleicht erklären, warum manchmal der Redeanteil
00:30:46: von uns Kognitiv-Coaches höher ist als zum Beispiel bei
00:30:52: systemischen Coaches?
00:30:53: Also innerhalb einer Sitzung, wenn man nach unserer Methode vorgeht,
00:31:00: haben wir manchmal mehr Redeanteil und manchmal weniger.
00:31:03: Am Anfang bekommt der Klient mehr Redeanteil, weil wir natürlich verstehen müssen, worin sein Problem besteht
00:31:10: und worunter er besonders leidet, bis wir das kapiert haben.
00:31:15: Und dann haben wir einen fundamentalen Unterschied zu den anderen Ansätzen.
00:31:18: Wir glauben nicht, dass der Klient die Lösung in sich trägt, weil, wenn er sie in sich tragen würde,
00:31:25: könnte er sie ja auf irgendeine Art selbst aktivieren. Aber das
00:31:30: geht nicht, sondern wir
00:31:32: müssen ihm an manchen Stellen ihm bestimmtes Wissen kurz mitteilen.
00:31:37: Das geht manchmal sehr elegant, indem wir bestimmte Erklärungen
00:31:40: machen. Dann hat es den Anschein,
00:31:41: als wüsste es der Klient.
00:31:43: Nein!
00:31:44: Durch die geschickten Fragen bekommt der Klient plötzlich die Einsicht und erkennt: Ah, das ist doch die ABC-Verbindung,
00:31:51: dass der Gedanke mein Gefühl auslöst.
00:31:53: Das wusste er, aber es war ihm nicht klar im Sinne einer Erkenntnis.
00:31:59: Das heißt, das hat er nicht in sich getragen, sondern er wusste es, ohne es zu wissen.
00:32:08: Erst wenn das echte Verstehen, die Einsicht, dazukommt, dann kann man behaupten, dass jemand es weiß. Und das führt aber auch
00:32:15: noch lange nicht dazu,
00:32:16: dass jemand sich verändert, sondern durch den Prozess einer Sitzung versuchen wir elegant,
00:32:22: den Klienten dazu zu führen, dass er die Ursache
00:32:27: der Störung erkennt. Und je nachdem muss man dann an manchen Stellen
00:32:32: etwas erklären.
00:32:35: Und manchmal kann man sokratische Fragen stellen. Die sokratischen Fragen erwecken beim Klienten den Eindruck,
00:32:40: dass er alles selbst gemacht hat.
00:32:42: Aber die Frage
00:32:42: hatte wahrscheinlich schon irgendeine Art von Antwort in sich, die die
00:32:49: gesunden, intelligenten Menschen dann plötzlich "sehen".
00:32:54: Aber erst durch die Frage wird diese Form des "Sehens" aktiv.
00:33:02: Die sokratische Methode ist dann ganz anders, als zu predigen. Wir predigen an manchen Stellen auch ein bisschen,
00:33:07: das kann man schon
00:33:07: hören, vor allen Dingen, wenn ich manchmal etwas aus meinem
00:33:11: Leben erkläre oder irgendetwas verdeutlichen möchte.
00:33:15: Das mache ich natürlich nicht, um mich in irgendeiner Form dort in den Mittelpunkt
00:33:18: zu rücken, sondern um dem Klienten zu helfen, bestimmte
00:33:23: Sachverhalte zu erkennen und die dann auf sein eigenes
00:33:25: Leben zu übertragen.
00:33:30: Das heißt, der Coaching-Prozess gelingt durch Einsichten.
00:33:44: Mindestens ist die Einsicht oder sind die Einsichten die essenzielle Zutat, ohne die Einsichten geht nichts. Natürlich braucht der Klient noch irgendeinen
00:33:51: letzten Schliff, einen transformatorischen Schliff, dass er auch ins Tun kommt oder
00:33:56: dass er auch seine
00:33:57: Einstellung wirklich ändert, dass er sie nicht nur intellektuell
00:34:01: formuliert:
00:34:01: Ich weiß, dass Rauchen ungesund ist.
00:34:05: Sondern erst, wenn er auch fühlt, dass es ungesund ist, dass er wirklich anfängt, in seinem Inneren zu spüren, wie
00:34:12: die Zigarette ihm wehtut.
00:34:15: Und dann brauchen wir noch die dritte Einsicht, die Zigarette auch final auszumachen. Zu sagen:
00:34:19: Ich höre jetzt auf, ich verändere mein Leben - ich mache jetzt 'was anderes. Ich werde jetzt zum Nichtraucher.
00:34:24: Erst wenn die dritte Einsicht kommt – emotionale Einsicht und dann behaviorale Einsicht –,
00:34:28: dann ist die kognitive Einsicht so stark, dass sie
00:34:32: zur Veränderung insgesamt beiträgt.
00:34:37: Das Denken zu ändern reicht in der Regel nicht aus - aber es ist die essenzielle Zutat.
00:34:44: Wer seine Einstellungen nicht ändert,
00:34:47: wird sowieso das Gleiche tun und dann das Gleiche fühlen.
00:34:50: Und mit dem immer gleichen Ergebnis konfrontiert sein.
00:34:53: Das hat schon ein anderer Denker gesagt, das war Albert Einstein. Der hat gesagt: Wer immer das Gleiche denkt
00:34:58: und andere
00:34:58: Ergebnisse erwartet – das ist die Form von Wahnsinn!
00:35:03: Wir setzen an dieser Form von Wahnsinn an. Wir sagen: Zuerst ändere dein Denken,
00:35:07: dann ändere deine emotionale Seite, und dann, wenn du das geschafft hast – das ist manchmal schon schwierig –,
00:35:13: dann ändere dein Verhalten, das man im Außen sehen kann.
00:35:18: Ja.
00:35:20: Welche Missverständnisse begegnen dir in deiner Arbeit mit dem Kognitiven Ansatz?
00:35:26: Die bekannten Vorwürfe, die dem Kognitiven Ansatz
00:35:29: und uns immer wieder entgegengebracht werden, sind, dass das Fastfood-Therapie wäre.
00:35:35: Dass wir viel
00:35:35: zu direktiv sind, dass wir dem Klienten irgendetwas vorgeben würden, dass wir
00:35:42: viel zu viel selbst reden und dem Klienten wenig Raum geben usw.
00:35:48: Ich glaube, dass kein einziger von diesen Vorwürfen zutrifft. Im Kern stimmt's: Es geht schnell.
00:35:54: Wenn das Schnelle
00:35:55: negativ wäre, dann wäre das natürlich im Kern ein berechtigter Vorwurf.
00:36:03: Aber ich möchte eigentlich, dass man mir schnell hilft und gründlich.
00:36:07: Und ich denke, dass unsere Arbeit a) zügig geht – nicht schnell im Sinne von hektisch,
00:36:14: aber zügig im Sinne von: die Lebenszeit des Klienten maximal achten und ihn nicht länger
00:36:20: hier zu halten als notwendig - und b) gründlich deshalb, weil wir, glaube ich,
00:36:26: in den allermeisten Fällen wirklich den Kern der Störung erwischen. Und wenn
00:36:31: die Klienten dann bereit sind, auch ihren Teil - manchmal kriegen sie eine "Hausaufgabe" - zu erfüllen –
00:36:36: dann
00:36:37: üben sie natürlich weiter. Im Kern ist es
00:36:41: eines unserer Geheimnisse, auch für diesen Podcast, dass eigentlich jeder Klient,
00:36:48: der zu uns kommt, seinen privaten Podcast schon seit Jahren mit nach Hause nimmt. Das heißt, wir nehmen sowieso jede Sitzung auf,
00:36:53: immer auf dem Handy des Klienten, und der Klient kann
00:36:56: die Sitzungen zu Hause
00:36:56: anhören, wie jetzt hier unsere Podcasts, und kriegt dann immer die Aufgabe, darüber kritisch nachzudenken
00:37:02: und sich
00:37:03: auf die nächste Sitzung vorzubereiten.
00:37:05: Und so haben wir natürlich keine Fastfood- Sitzungen, sondern extrem
00:37:10: gründliche Sitzungen mit Nacharbeiten, mit Anhören, mit kritischem Auseinandersetzen.
00:37:15:
00:37:16: Und von daher jucken mich
00:37:26: diese Vorwürfe eigentlich nicht. Die Zuschauer haben ja dann auch die Möglichkeit, selbst den Podcast anzuhören.
00:37:30: Genau, und ich werde mir dann
00:37:31: meinen Superman-Anzug anziehen und mit allen möglichen Einwänden schon klarkommen,
00:37:37: weil, wie wir wissen, liegen nicht meine Gefühle an den üblen – vielleicht,
00:37:43: ich hoffe es natürlich nicht – Beleidigungen der Hörer, sondern was ich dann daraus mache.
00:37:48: Aber natürlich
00:37:48: würde ich mir wünschen, dass das gut ankommt und dass wir auch vielleicht
00:37:52: das ein oder andere kleine Lob bekommen, wer weiß?
00:37:57: Ich freue mich auf
00:37:57: jeden Fall über deinen Mut für diesen Podcast, sodass der kognitive Ansatz
00:38:03: vielleicht auch wirklich ein breiteres Publikum erreichen kann.
00:38:08: Ja, das wäre
00:38:08: unser Traum!
00:38:10: Ich würde jetzt sagen: Viel Spaß bei meinem Podcast
00:38:16: „Der heiße Stuhl“ – Coaching wirklich ungefiltert –
00:38:21: und - ja - hört vielleicht gleich rein in die ersten Episoden.
00:38:27: Und wer Bock hat: gerne Kommentare dalassen oder uns natürlich weiterempfehlen,
00:38:34: liken und immer mal wieder reinhören und natürlich unseren Podcast abonnieren,
00:38:42: weil Anastasia und ich uns jetzt natürlich ranhalten werden und dann zickizacki,
00:38:49: neue Folgen produzieren.
00:38:52: Und falls ihr jetzt auch ganz heiß drauf seid mitzumachen,
00:38:58: dann bewerbt euch einfach auf www.dr- holzinger-institut.de.
00:39:01: Dort findet ihr unseren E-Mail-Zugang
00:39:05: usw.,
00:39:06: wie ihr das natürlich schon immer gewöhnt seid!
00:39:09: Also, in diesem Sinne atme ich mal durch, ich gehe schon mal schwitzen und hoffe,
00:39:16: dass die Folgen natürlich von euch weg konsumiert werden.
00:39:22: Tschüss!
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