#3 - Ich fühle mich nicht wertgeschätzt
Shownotes
Du möchtest wissen, wie ein echtes Coaching abläuft? In diesem Podcast begleitet Dr. Daniel Holzinger Menschen bei ihren persönlichen Herausforderungen – live, ungeskriptet und ohne Filter. Ob Ängste, Beziehungskonflikte, Selbstzweifel, berufliche Entscheidungen oder die Suche nach Sinn und Erfüllung: Jede Folge zeigt einen authentischen Coachingprozess nach dem kognitiven Ansatz und eröffnet neue Perspektiven – nicht nur für den Gast, sondern auch für Dich. Du möchtest einmal live bei einem Coaching dabei sein? Dann besuche unser Friday Night Coaching© – direkt vor Ort im Dr. Holzinger Institut in Stuttgart oder online per Livestream. Erlebe Coaching hautnah und lerne den kognitiven Ansatz in der Praxis kennen. ➡️ Mehr Informationen und Tickets: https://www.dr-holzinger-institut.de/friday-night-coaching/ Du möchtest den kognitiven Ansatz selbst erlernen? Am Dr. Holzinger Institut bieten wir unter anderem: • Die Ausbildung zum Cognitive Coach • Leadership-Programme für Führungskräfte • Einzelcoachings • Seminare, Workshops und Vorträge ➡️ Alle Informationen: https://www.dr-holzinger-institut.de 📧 Kontakt: https://www.dr-holzinger-institut.de/kontakt/ Du möchtest selbst auf dem „Heißen Stuhl“ Platz nehmen? Wir suchen regelmäßig Menschen, die bereit sind, ihre persönliche Herausforderung live in einem Podcast zu lösen. ➡️ Bewirb dich unter: https://www.dr-holzinger-institut.de/kontakt/ Wenn Dir unser Podcast gefällt, freuen wir uns über eine Bewertung, Dein Feedback oder ein Abonnement. So verpasst Du keine neue Folge mehr vom „Heißen Stuhl."
Transkript anzeigen
00:00:00: Weil in diesem Gedanken "Ich bin die Arbeit" ist eine kleine Täuschung
00:00:03: drin.
00:00:07: Ich bin ich - und nicht die Arbeit.
00:00:09: Ach so!
00:00:15: Herzlich willkommen zu Dr.
00:00:17: Daniel Holzingers Podcast: "Der heiße Stuhl."
00:00:20: "Echtes Coaching. Ohne Filter."
00:00:23: Dieser Podcast ist für alle gedacht, die sich für Psychologie
00:00:27: und den kognitiven Ansatz interessieren.
00:00:29: Aber natürlich auch für die, die manchmal das Gefühl haben festzustecken
00:00:34: und die vor allen Dingen wissen wollen, wie sie ihr Leben durch die Kraft
00:00:38: des eigenen Denkens verändern können.
00:00:46: Warum lachen die anderen mich eigentlich aus?
00:00:48: Warum rollen sie so mit ihren Augen, wenn sie sehen und hören, was ich mache?
00:00:54: Und warum nehmen die meine Arbeit eigentlich überhaupt nicht ernst?
00:00:59: Mit diesem Problem hat sich heute in meinen "Heißen Stuhl"
00:01:04: Sabine aus Marbach gesetzt, und gemeinsam wollen wir einmal angucken,
00:01:08: warum das eigentlich so weh tut, wenn andere uns nicht gut finden.
00:01:14: Wenn auch du dieses Problem kennst, dass du
00:01:17: von anderen Menschen gern gemocht werden willst, dass du glaubst, deren Goodwill
00:01:22: und deren Zustimmung zu brauchen, dann wirst du in dieser Folge meines
00:01:26: Podcasts sicherlich wieder einiges Neues lernen
00:01:31: und hoffentlich viele neue Erkenntnisse gewinnen.
00:01:35: Jetzt ganz viel Spaß beim Anhören meines Podcasts.
00:01:39: "Der heiße Stuhl."
00:01:41: "Echtes Coaching. Ohne Filter."
00:01:50: Sabine, was ist das größte Problem,
00:01:53: das du in dieser Sitzung mit mir lösen möchtest?
00:01:57: Ich bin seit ein paar Jahren freiberuflich tätig
00:02:01: im Bereich von Yoga, Athletik Flow und Klangmeditationen.
00:02:06: Und da merke ich eben immer von den Menschen,
00:02:10: dass vor allem die Klangmeditationen in so eine esoterische
00:02:15: Schublade gesteckt werden, obwohl das nicht der Fall ist.
00:02:20: Die Klangmeditation wollen einfach bei den Menschen,
00:02:24: das Nervensystem runterfahren, die Menschen zur Ruhe bringen
00:02:29: und einfach entstressen.
00:02:32: Und da ist dann so ein bisschen
00:02:35: mein Problem, dass ich - ähm -
00:02:39: dann die Menschen davon nicht überzeugen möchte.
00:02:43: Oder ich möchte sie davon überzeugen.
00:02:45: Aber ich denke dann immer, ich bin dann aufdringlich,
00:02:47: wenn ich da mehr davon erzähle und dann ziehe ich mich eher zurück
00:02:53: und steh' dann sozusagen nicht für meine Tätigkeit ein.
00:02:58: Und das finde ich schade, weil ich davon ja auch überzeugt bin.
00:03:01: Und da würde ich einfach, noch... einfach... Ja, ich denke, es ist einfach
00:03:06: das Selbstbewusstsein, auch das, dass ich da einfach mehr
00:03:11: mit den Leuten dann offen in...
00:03:16: Ja ins Reden komme.
00:03:17: Weißt du, dass es uns ähnlich geht?
00:03:22: Vielleicht irgendwann mal ja,
00:03:24: aber (ne, ne, schon heute) ob das heute, heutzutage auch noch nach so viel Erfahrung immer
00:03:29: noch? Immer noch.
00:03:30: Wenn wir sagen, was wir machen, rümpfen
00:03:33: mindestens die Hälfte aller Leute, wahrscheinlich viel mehr, die Nase.
00:03:37: Ah, okay! Und das ist ja auch einer der Gründe, warum wir den Podcast machen.
00:03:42: Damit wir aus dieser Schmuddelecke rauskommen, damit die Leute
00:03:46: wirklich über uns was denken können.
00:03:48: Sie können sich das dann anhören und dann dürfen sie ihre eigene Meinung bilden.
00:03:51: Es hat mich Jahre gekostet, das zu machen.
00:03:54: Jetzt den Podcast
00:03:55: mit dir gemeinsam zu machen, öffentlich zu zeigen, wie ich arbeite,
00:03:59: mich öffentlich auslachen zu lassen und vielleicht sogar Schlimmeres.
00:04:04: Aber wir sind natürlich der guten Hoffnung, dass das sich in Grenzen hält.
00:04:08: Und vielleicht kann ich dir ein wenig helfen.
00:04:11: Mal sehen.
00:04:12: Damit ich dich besser verstehe, habe ich noch eine kleine Nachfrage.
00:04:16: Was heißt freiberuflich?
00:04:17: Bist du zu 100 % da tätig oder hast du noch einen Hauptberuf
00:04:23: und machst das freiberuflich als Nebentätigkeit?
00:04:28: Ich mache das freiberuflich als Nebentätigkeit,
00:04:31: weil ich habe eine Familie mit drei Kindern.
00:04:34: Die sind zwar schon relativ erwachsen, aber ich möchte weiterhin für sie da sein.
00:04:39: Und deshalb mache ich das immer einfach ein paar Stunden die Woche.
00:04:43: Okay, das ist also ein
00:04:46: glückliches, gut
00:04:47: bezahltes vielleicht oder schlecht bezahlter, je nachdem.
00:04:50: Dein Lachen verrät ein bisschen, mindestens ein bezahltes Hobby.
00:04:54: So genau. Ja, das finde ich.
00:04:56: Zumindest momentan.
00:04:57: Und eigentlich
00:04:58: ja, ich möchte mich natürlich da auch weiterentwickeln und dann möglichst
00:05:02: natürlich auch mehr draus machen.
00:05:04: Gut, und jetzt sag' mir, wenn du also den Menschen von deiner
00:05:08: freiberuflichen Tätigkeit erzählst und was du alles so anbietest.
00:05:12: Wie fühlst du dich dann, wenn die die Nase rümpfen,
00:05:15: wenn sie dich in die Esoterik-Ecke drücken?
00:05:18: Nicht so gut - deshalb...
00:05:21: Sonst würde ich ja nicht ruhig werden.
00:05:23: Ja, dann würde ich ja weitererzählen.
00:05:26: Also das ist ja, dieses naja, Nase rümpfen.
00:05:29: Okay, was denken die jetzt wieder, was ich da mache?
00:05:32: Ja, da fehlt eben einfach noch so dieses: "Ja, steh' doch zu dem, was du machst.
00:05:38: Versuch doch, die Leute zu überzeugen."
00:05:40: Jetzt habe ich zwei Fragen.
00:05:42: Ich stelle sie mal beide und vielleicht antwortest du der Reihe nach.
00:05:45: Was heißt nicht gut fühlen?
00:05:48: Und die andere Frage ist: Was hindert dich daran,
00:05:51: zu dem zu stehen, was du machst?
00:05:57: Ich denke mal einfach, dass die Menschen
00:06:01: das nicht wertschätzen.
00:06:04: Ähm, ähm,
00:06:06: was mich daran hindert, das weiß ich eben auch nicht genau, sage ich
00:06:09: ganz ehrlich, weil wenn ich es wüsste, dann wäre ich jetzt nicht hier.
00:06:16: Ja, also ich denke mal,
00:06:18: das sind jetzt momentan so die beiden Antworten, die ich dir geben kann spontan.
00:06:22: Ich stellte erste Frage noch einmal. Du hast ja...
00:06:24: Ich habe ja gefragt: Wie fühlst du dich, dass das nicht so gut ankommt
00:06:27: bei deinen Mitmenschen?
00:06:28: Dann hast du gesagt: "Nicht gut."
00:06:30: Jetzt ist gut ja eine Eigenschaft.
00:06:32: Etwas ist nicht gut.
00:06:34: Aber wie fühlst du dich?
00:06:35: Dass es nicht gut ist
00:06:38: und dass du dich zurück ziehst?
00:06:41: Ja. Also, wie gesagt, ich fühle mich einfach
00:06:43: dann in dem Moment vielleicht nicht wertgeschätzt.
00:06:48: Du oder deine Arbeit.
00:06:52: Ich mich - mit meiner Arbeit.
00:06:54: Aha. Okay, gut.
00:06:56: Ist das auch ein Gefühl, nicht wertgeschätzt zu sein?
00:06:59: Oder geht das in irgendeine Richtung?
00:07:01: Ich frage noch mal so offen, damit wir auf ein Gefühl kommen.
00:07:06: Vielleicht fällt dir was ein, vielleicht helfe ich dir auch - mal sehen.
00:07:09: Ja gut. Es steckt sicher auch irgendwo ein bisschen Angst dahinter.
00:07:12: Was für eine Angst?
00:07:15: Angst, nicht akzeptiert zu werden.
00:07:17: Okay, Und gibt es noch eine Farbe?
00:07:19: Welches Gefühl könnte noch dabei sein?
00:07:28: Vielleicht auch so bissle
00:07:29: innerlich, so - vielleicht auch ein bisschen wütend,
00:07:34: dass die Menschen
00:07:37: einfach urteilen über was, was sie nicht kennen.
00:07:40: Siehst du.
00:07:41: Und dann sind wir Verwandte, weil
00:07:44: das tun sie bei uns auch.
00:07:48: Und jetzt weiß ich sogar, warum du so lachst und so nett guckst.
00:07:54: Ach ja?
00:07:54: Hast du dich erkannt?
00:07:55: Gerade.
00:07:59: Siehst du, das ist total witzig.
00:08:00: Weil ich dir jetzt sogar aus der Innensicht helfen kann.
00:08:07: Mhm. Ja? Ja. Weil ich kenne dein Problem.
00:08:09: Ja? Das ist schön. Ja.
00:08:13: Das habe ich mir gedacht.
00:08:14: Ja, Ich meine,
00:08:15: eigentlich kenne ich es ja schon so ein bisschen, aber wie geht man das an?
00:08:19: Das ist so die Frage. Was quält dich mehr?
00:08:21: Die Angst vor der Ablehnung oder die Wut,
00:08:25: dass die dich vorverurteilen?
00:08:29: Ich glaube eher die Angst.
00:08:31: Ja? Mhm. Glaube ich schon. Ja.
00:08:33: Das heißt,
00:08:35: ich frag mal neugierig.
00:08:37: Was ist denn deine größte Befürchtung?
00:08:39: Was? Was?
00:08:42: Was passiert da, wenn die dich ablehnen?
00:08:49: Ähm. Also,
00:08:54: das ist so ein Gefühl, wo ich mir sage, ich stehe zu was?
00:08:59: Ich möchte das gern rüberbringen.
00:09:01: Und wenn die Menschen dann das einfach ablehnen, denke ich so naja,
00:09:08: dann irgendwann lasse ich
00:09:09: es vielleicht dann irgendwann ganz, weißt, mach nicht weiter, sondern...
00:09:14: Dann hätten die anderen dich besiegt.
00:09:16: So, so ähnlich.
00:09:18: Und dann bist du von der Meinung
00:09:22: der anderen abhängig.
00:09:26: In dem Fall wäre ich das. Ja.
00:09:28: Und? Gefällt dir das?
00:09:29: Nein.
00:09:32: Das heißt, du würdest gerne weitermachen?
00:09:34: Selbst dann,
00:09:35: wenn das nicht so gut ankommt.
00:09:36: Ja, weil das mindestens wem gefällt? Mir.
00:09:39: Ha, siehst du. Nur
00:09:41: dann verdienst du nichts. Und - weil -
00:09:44: dann wärst du alleine mit
00:09:45: mit der Meditation, mit dem Klang usw.
00:09:48: Aber du möchtest das ja teilen. Mit den anderen?
00:09:50: Absolut. Oder möchtest du sie bepredigen?
00:09:53: Nein, Nein.
00:09:56: Auf keinen Fall.
00:09:57: Ich möchte einfach, dass jeder, der möchte, in den Genuss kommt,
00:10:02: auch wenn er sich nicht vorstellen kann, weil es einfach eine tolle Erfahrung ist.
00:10:08: Gut, jetzt sag mir, du hast
00:10:11: gesagt, du leidest mehr unter der Angst als und unter der Wut.
00:10:16: Würde ich jetzt momentan so sagen. Ja.
00:10:19: Wir werden sehen. Ich...
00:10:24: Ich glaubte dir das.
00:10:25: Ja? Nicht, dass ich das in Frage stelle überhaupt, sondern ich...
00:10:29: ich wüsste jetzt nicht was, was mich mehr belastet.
00:10:32: Wahrscheinlich sind Sie beide ätzend.
00:10:34: Natürlich. Absolut.
00:10:36: Deshalb habe ich ja auch erst mal eine Weile überlegt.
00:10:38: Also, ja - so richtig...
00:10:41: Also das war jetzt einfach mal so der spontane Gedanke - vielleicht.
00:10:44: Dann folgen wir dem mal, dem Spontanen - Ja? Und vielleicht ist er
00:10:48: in dem Fall sogar richtig.
00:10:49: Vielleicht fällt uns die Wut noch auf die Füße.
00:10:52: Dann versuchen wir beide emotionalen,
00:10:57: wie wir sagen, Störungen zu lösen, weil beide sind für dich hinderlich.
00:11:01: Beide blockieren dich. Einmal führt die Angst dazu,
00:11:07: dass du aufgibst eventuell.
00:11:08: Und die Wut zeigt, dass, dass du doch nicht so entspannt bist.
00:11:14: Genau.
00:11:18: Manchmal sieht es
00:11:19: entspannt aus, ist es aber nicht.
00:11:22: Dann hast du noch viel zu meditieren, weil...
00:11:25: weil das dich immer noch ficht. Ja!
00:11:28: Und das regt dich dann wahrscheinlich noch mal auf.
00:11:33: Danach ist man auf jeden Fall mal ruhig.
00:11:37: Jetzt.
00:11:40: Lass uns mal auf die Angst fokussieren.
00:11:44: Ja? Mhm. Und dann gucken wir, wo uns das hinführt. Jetzt pass auf.
00:11:49: Mal angenommen, dass die Welt so bleibt, wie sie ist.
00:11:53: Dass Menschen sich gegenseitig
00:11:55: vorverurteilen. Mhm. Ja? Mhm. Dass sie ihre Meinung haben,
00:12:00: obwohl sie nie irgendwas davon erlebt haben.
00:12:03: Leute urteilen über den Kuchen, den sie noch nicht gegessen haben.
00:12:08: Ja? Ja, Und
00:12:11: wahrscheinlich war das schon immer so?
00:12:14: Vermutlich. Ja?
00:12:16: Wahrscheinlich wird die nächste Generation
00:12:18: Kinder wieder mit dieser komischen Eigenschaft
00:12:20: geboren, dass sie ihre Urteile fällen, ohne auszuprobieren.
00:12:24: Können wir also davon ausgehen, dass das morgen immer noch so sein wird?
00:12:27: Absolut.
00:12:28: Und wie müsstest du dich dann fühlen,
00:12:30: wenn du trotz der Vorverurteilung zu dir stehen möchtest?
00:12:35: Schlecht.
00:12:37: Möchtest du dich schlecht fühlen oder möchtest du
00:12:41: trotzdem dein Ding machen?
00:12:42: Ja, natürlich möchte ich es trotzdem.
00:12:44: Wie müsstest du dich dann fühlen?
00:12:45: Wenn natürlich, dann gut.
00:12:47: Es geht ja nicht.
00:12:48: Die Leute verurteilen dich ja weiterhin.
00:12:51: Meinst du, dass die nach dieser Sitzung aufhören?
00:12:53: Nein!
00:12:54: Dann muss ich halt den Gedanken rausbekommen, dass sie mich verurteilen.
00:12:58: Oder dass sie einfach...
00:12:59: Das tun sie.
00:13:00: Nicht, sondern dass sie einfach
00:13:03: ein Urteil darüber bilden,
00:13:05: obwohl Sie nicht wissen, was, was es ist.
00:13:09: Das wäre unser Ziel.
00:13:10: Aber wie müsstest du dich dazu fühlen, dass das dir gelingt?
00:13:15: Positiv? Geht ja nicht!
00:13:20: Das ist der große Denkfehler
00:13:22: der Positive Thinking Theorie, dass sie glauben,
00:13:25: dass man eine unangenehme Sache schönreden kann.
00:13:29: Aber von anderen Menschen vorverurteilt zu werden, ist das schön?
00:13:34: Nein.
00:13:34: Wie sollen wir es dann schönreden?
00:13:36: Welcher Gedanke macht das schön?
00:13:42: Keiner.
00:13:42: Siehst du, ich kenne keinen.
00:13:44: Das heißt, positives Denken funktioniert auch nicht in solchen Fällen.
00:13:49: Ja. Dann sag mir, was dann hilft.
00:13:53: Siehst du. Das finde ich toll, dass du erkennst, dass du es nicht weißt.
00:13:56: Ich wusste das auch nicht.
00:13:57: Ich wurde auch so gefragt vom Professor.
00:14:01: Professor Vlajkov hat mich gefragt: Wie müsstest du dich fühlen,
00:14:04: wenn du nicht so ängstlich sein möchtest?
00:14:08: Dann habe ich gesagt,
00:14:09: wie du: Gut und gelassen und alles solche Sachen.
00:14:14: Ich sollte entspannt sein und mich gut fühlen.
00:14:17: Dann hat er gesagt: Aber das geht nicht.
00:14:18: Du bist in einer unangenehme Lebenslage.
00:14:21: Und kann man sich da gut fühlen?
00:14:23: Nein. Ich nicht.
00:14:25: Egal, was ich denke, ich fühle mich immer noch beschissen, weil
00:14:28: es ist ja unangenehm.
00:14:30: Und... Genau!
00:14:32: Dann hat er gesagt: Dann sagen Sie mir, wie müssten Sie sich fühlen,
00:14:35: wenn Sie nicht so ängstlich sein wollen und das andere, gut fühlen, nicht klappt?
00:14:41: Dann habe ich auch so gesagt wie du:
00:14:42: Ich weiß es nicht. Dann hat er gesagt:
00:14:44: Das war die erste vernünftige Antwort.
00:14:52: Weil wenn man etwas nicht weiß,
00:14:53: dann ist es doch besser zu sagen: Ich habe keine Ahnung, (Absolut!) ich weiß es nicht.
00:14:57: Man muss einfach dazustehen.
00:14:59: Ja, genau.
00:14:59: Und da du jetzt das nicht weißt, dann ist die Frage...
00:15:04: Und du hast ja auch schon gesagt: Bitte sag es mir,
00:15:06: wie müsste ich mich fühlen?
00:15:08: Dann erkläre ich es dir.
00:15:10: Ja, gerne!
00:15:12: Wir brauchen jetzt in deinem Fall
00:15:14: auch wieder - wie fast immer - zwei Gefühle.
00:15:19: Das eine ist, etwas traurig zu sein
00:15:22: darüber, dass es so ist, dass die Menschheit so ist.
00:15:25: Also nicht die Menschheit, aber - also nicht in Gänze.
00:15:28: Aber viele der Menschen sind so vorverurteilend.
00:15:31: Das ist ein wenig traurig,
00:15:32: dass ist wahrscheinlich eine sehr traurige Tatsache.
00:15:37: Aber man könnte auch dich enttäuschen, also dich von
00:15:40: einer kleinen Geistestäuschung befreien, um dann auch wieder -
00:15:44: und das passiert auch immer wieder -
00:15:46: gegen die Angst ist ein Kraut gewachsen.
00:15:49: Weißt du, welches?
00:15:51: Nicht außerhalb von dir, aber
00:15:53: innerhalb von dir könnte ein Kraut wachsen,
00:15:56: Dieses "zu dir stehen".
00:15:58: Wenn das ein Gefühl wäre
00:16:01: oder "zu deiner Arbeit stehen", was wäre das für ein Gefühl.
00:16:06: Wenn ich dazu stehen könnte?
00:16:07: Ein gutes natürlich. Ja,
00:16:09: aber das wäre der Mut, es trotzdem zu vertreten,
00:16:12: auch wenn alle die Nase rümpfen.
00:16:16: Ja. Mutig sein.
00:16:17: Ja? Ja.
00:16:18: Also, hast du Lust, dass wir irgendwie aus der eine mutige Frau machen?
00:16:23: Aber über den Umweg
00:16:24: von ein bisschen Traurigkeit oder ein bisschen Enttäuschung?
00:16:28: Mal sehen. Klar.
00:16:29: Ja? Ja.
00:16:30: Gehst du mit? Bin zu allem offen. Ha!
00:16:31: Zu fast allem.
00:16:34: Nur für das, was wir hier brauchen?
00:16:35: Diese Offenheit ist gut. Ja? Ja.
00:16:39: Gerne, ja! Einverstanden?
00:16:40: Gut. Ich erzähl dir eine kleine Geschichte.
00:16:43: Zwei Leute stehen vorm Flugzeug und einer blockiert,
00:16:48: geht nicht mehr rein, hat Angst.
00:16:49: Und der andere freut sich, dass er nicht nach Amerika mit dem Boot fahren muss.
00:16:56: Wie kann das sein,
00:16:57: dass zwei Leute vor derselben Sache
00:17:00: unterschiedlich fühlen?
00:17:03: Ja, der eine denkt halt...
00:17:08: ...der hat halt irgendwas im Kopf, weil er Angst hat.
00:17:12: Er hat vor dem Flug jetzt in dem Fall Angst
00:17:14: und möchte einfach nicht mitfliegen
00:17:17: und geht dann einfach den umständlicheren Weg.
00:17:21: Oder den Weg gar nicht.
00:17:23: Wo kommt die Angst?
00:17:24: Wieso hat der andere nicht Angst? Wenn beide in der gleichen Situation sind,
00:17:28: müssten ja beide Angst haben.
00:17:29: Aber wieso hat der eine Angst und andere nicht?
00:17:31: Ja gut, das ist immer subjektiv.
00:17:33: Vielleicht hat er schon mal irgendwas erfahren oder
00:17:36: war schon mal ein Flug,
00:17:37: wo irgendwas war, oder 'ne Notlandung oder - keine Ahnung.
00:17:41: Kann ja so viel sein. Machen wir uns das einfach.
00:17:43: Die beiden sind noch nie geflogen.
00:17:48: Und sagen wir, dass...
00:17:49: Hat der eine vielleicht Höhenangst?!
00:17:53: Mit Sicherheit hat er eine Angst.
00:17:54: Das hab ich ja gesagt. Er hat Angst.
00:17:56: Aber worauf lässt sich das zurückführen?
00:18:01: Auf das, was er vielleicht früher schon... Nee, nichts früher...
00:18:04: Sie haben noch nichts erlebt. Beide sind...
00:18:07: Beide "haben" nur vom Hörensagen "geflogen".
00:18:10: Sie wissen, dass es das gibt, aber sie haben nichts erfahren.
00:18:13: Beide wissen nicht.
00:18:14: Der eine macht sich halt die Gedanken darüber und der andere macht sich halt
00:18:18: andere Gedanken. Bravo!
00:18:20: Das heißt, das lässt sich auf die Art und Weise zurückführen, wie Sie denken.
00:18:23: Ist das so? Ja.
00:18:24: Was denkt der eine wohl, um Angst zu haben?
00:18:27: Welche Gedanken erzeugen die Angst?
00:18:29: Oh je, da passiert irgendwas. Und der andere?
00:18:31: Der sagt: Super, ich freue mich auf Amerika. Bravo.
00:18:34: Das heißt, der eine verurteilt das Flugzeug vorher?
00:18:37: Ja, genau.
00:18:39: Ja, klar. Kannst du das erkennen?
00:18:42: Ja, ja, klar.
00:18:43: Er glaubt zu wissen, was passiert.
00:18:46: Und weiß er es, oder ist es nur ausgedacht.
00:18:49: Es ist ausgedacht.
00:18:51: Und solange er seinen eigenen Gedanken glaubt, wird er natürlich ängstlich sein.
00:18:54: Stimmt's? Ja!
00:18:55: Das heißt, nicht, das Flugzeug erzeugt der Angst, sondern was jeder denkt.
00:18:59: Sonst müssten ja alle Angst haben oder alle gelassen sein, oder?
00:19:02: Sondern da hocken 300 Leute im Flugzeug und da wird...
00:19:08: ...werden verschiedene Emotionen sitzen.
00:19:11: Ja, aber das liegt nicht am Flugzeug selbst, sondern an deren Köpfen.
00:19:16: Ja. Ja? mhm. Ich mache noch ein Beispiel.
00:19:20: Zwei Leute kommen aus dem Urlaub und deren Koffer ist nicht da.
00:19:25: Und machen wir uns das Leben wieder einfach.
00:19:27: In den Koffern ist nichts Wichtiges.
00:19:30: Einer flippt aus und dreht durch
00:19:33: und andere geht entspannt zum "Lost and Found" Schalter.
00:19:36: Woran liegt's? Auch wieder an den Gedanken.
00:19:39: Der eine sagt: Mein Gott, ist ja nichts Wichtiges drin.
00:19:42: Irgendwann kriege ich meinen Koffer. Und der andere, was weiß ich, warum er
00:19:46: in seinem Koffer hängt.
00:19:49: Weil er die...
00:19:50: das Flughafenpersonal verflucht, die seinen Koffer verschlampter haben.
00:19:56: Höchstwahrscheinlich. Nur
00:19:57: dann wird man wütend.
00:19:59: Ja? Ja. Es ist nicht die Sache, sondern
00:20:02: der Gedanke.
00:20:03: Gehst du mit? Ja, absolut.
00:20:05: Und jetzt stell dir vor, wir haben zwei Männer.
00:20:08: Der eine macht Klangschalen-Meditation und der andere auch.
00:20:12: Und der eine, wenn er es seinen Freundeb erzählt, wird verurteilt und andere auch.
00:20:17: Und der eine gibt auf und der andere macht einfach weiter.
00:20:20: Woran liegt es?
00:20:22: An den Gedanken.
00:20:25: Und das ist eine gute Nachricht.
00:20:26: Weißt du das? Ist ja super!
00:20:28: Warum - was ist daran gut?
00:20:30: Beide werden verurteilt.
00:20:31: Ich muss meine Gedanken ändern.
00:20:33: Siehst du!
00:20:34: Nicht die Leute! Das ist total irre, ja?
00:20:37: Ja, ich muss immer...
00:20:38: Eigentlich weiß man's ja, man muss an sich ja was - was ändern -
00:20:42: sozusagen. Wer ist "man"? Nicht an den anderen. Ich! Ja?
00:20:46: Ich muss an mir was ändern und nicht an den anderen.
00:20:49: Musst du oder möchtest du? Möchte!
00:20:52: Ja? Ich muss, dass es anders wird.
00:20:54: Jetzt sag mir, wann hast du dich das letzte Mal vor der Meinung
00:20:58: der anderen gefürchtet?
00:21:01: Wann hast du das letzte Mal
00:21:02: diese Angst gespürt? Was?
00:21:05: Was denken die?
00:21:09: Also, das kommt schon immer mal wieder vor.
00:21:12: Also das hatte ich früher ganz extrem.
00:21:15: Das wird schon weniger.
00:21:16: Aber, ähm,
00:21:20: ja, ich denke, dadurch, dass ich das ja dann
00:21:22: sozusagen freiberuflich mache und das eben sozusagen meine Arbeit ist,
00:21:28: kommt es ja schon immer wieder, wenn ich vor allem Werbung
00:21:32: dann machen möchte oder einfach mit den Leuten
00:21:34: dann ins Gespräch komme, dann ist die Angst schon immer wieder da.
00:21:39: Okay, und was denkst du dann?
00:21:42: Mit welchen Gedanken erzeugst du diese Angst?
00:21:45: Ich denke, das ist halt schon vorgefertigt.
00:21:48: Ähm, ja, da ist wieder jemand, der kennt sich damit nicht aus.
00:21:52: Der schiebt es wahrscheinlich wieder in irgend so eine Schublade rein,
00:21:56: anstatt ich dann einfach vielleicht mal
00:21:58: positiv da rangehe und sag': Ach ja, komm jetzt.
00:22:02: Ja, warte. Das wäre Positives denken.
00:22:03: Ich will jetzt erst mal noch wissen, was denkst du, um die Angst zu spüren?
00:22:13: Na ja, dass der Gegenüber eben wieder damit
00:22:16: einfach ablehnend dann wieder reagiert.
00:22:18: Und wie wäre das für dich?
00:22:23: Wieder wie vorhin?
00:22:24: Dann kommt die Wut wieder.
00:22:26: Ah, siehst du, jetzt kommt die Wut. (Diese leichte Wut!)
00:22:28: Das ist das, was ich vorher fast dir unterstellen wollte,
00:22:32: als wir so an dem Punkt waren. Ich habe mich
00:22:34: Gott sei Dank zurückgehalten,
00:22:36: dass du... Meine Vermutung ist, dass du eher wütend bist als ängstlich.
00:22:40: Aber lass uns mal noch mal, ich mache noch mal einen Versuch.
00:22:43: Ich schwenk mit dir gerne auf die Wut um, aber lass uns noch
00:22:47: mal bei der Angst bleiben. Mhm.
00:22:49: Also der lehnt dich ab. Und dann?
00:22:52: Dann habe ich ja
00:22:53: gerade schon gesagt, dann bin ich da eigentlich wütend drüber.
00:22:56: Und anstatt ich dann mit ihm offen
00:23:00: ins Gespräch gehe, ziehe ich mich dann eher zurück.
00:23:03: Warum?
00:23:03: Was befürchtest du? Ahhh.
00:23:08: Also ich sag immer,
00:23:10: irgendwie sage ich dann: Mir ist das zu anstrengend,
00:23:14: dann soll es einfach nicht so sein.
00:23:17: Also das ist so dieses...
00:23:17: Dieses "es ist zu anstrengend", das ist wichtig, Ja? Aber sprech' bitte noch weiter.
00:23:21: Ich habe die wieder unterbrochen. Entschuldigung dafür.
00:23:23: Kein Problem.
00:23:26: Einfach so dieses: Warum muss ich ihn jetzt überzeugen?
00:23:30: Wenn er einfach so drüber denkt, dann lasse ich ihn da halt einfach stehen.
00:23:33: Das heißt, du hast eine interessante Angst.
00:23:38: Warum interessant?
00:23:40: Weil das "Discomfort Anxiety" ist!
00:23:42: Du hast die Angst, dich noch einmal zu erklären und das ist dir zu anstrengend.
00:23:47: Ja, genau.
00:23:49: Dann gibst du auf.
00:23:50: Ja. Ja?
00:23:51: Oft ja! Ja? Kommt immer auf den Mensch gegenüber drauf an, bei manchen...
00:23:55: ...versuche ich es dann noch mal, aber oft denke ich dann: Ach Gott, nein,
00:24:00: das ist mir zu anstrengend. Lass es einfach!
00:24:02: Und die andere Angst, die wir vorher hatten, dass sie dich ablehnen.
00:24:05: Wie erzeugst du die? Mit welchen Gedanken?
00:24:08: Die kommt ja schon vorher.
00:24:11: Ne, ne. Da musst du auch was denken.
00:24:20: Der denkt vielleicht, nee! Weiß ich nicht!
00:24:22: Denkt der etwas Gutes über dich?
00:24:24: Oder was denkt der über dich?
00:24:27: Nein, der sagt einfach: Oh je, was macht die?
00:24:30: Was ist das für eine Arbeit?
00:24:33: Vielleicht sagt er auch: Das ist für mich keine Arbeit.
00:24:37: Keine Ahnung.
00:24:38: Ja, und wenn er das sagt, was dann?
00:24:40: Dann werde ich auch wieder wütend.
00:24:42: Siehst du. Du wirst eher wütend als ängstlich.
00:24:45: Angeblich ja jetzt
00:24:45: doch, ja!
00:24:52: Dann ist es wohl eher - erst die Wut.
00:24:55: Was meinst du?
00:24:56: Sollten wir jetzt zuerst die Wut lösen und dann die Angst?
00:24:59: Ja, angeblich ja dann doch, ja!!
00:25:01: Ich habe es fast befürchtet, dass du uns die Wut auf die Beine fällt.
00:25:04: Ja? Okay. Weil...
00:25:06: Weil das fast ein Muster ist, das man...
00:25:11: In vielen hunderten Sitzungen habe ich erlebt, dass, dass es so ist.
00:25:18: Das erste Wut da ist?
00:25:20: Ne, nicht immer erst, sondern - aber jetzt
00:25:22: in deinem Fall ist es so, dass die Wut über die anderen Menschen,
00:25:26: dich mehr blockiert als - als die Ängste, weil ich habe gesehen.
00:25:29: Du bist schon online, du bist schon am machen,
00:25:33: du hast diese erste Angst schon überwunden, aber jetzt
00:25:37: störst du dich daran, dass die Leute das nicht positiv annehmen, dass sie... Mhm. Ja?
00:25:43: Ja, genau.
00:25:44: Dass sie schon vorher wissen, dass es scheiße ist, bevor sie es ausprobiert haben.
00:25:48: Ja, genau.
00:25:49: Ich sage immer: Warum probiert ihr es einfach nicht aus? Dann könnt ihr gerne sagen:
00:25:53: Nein, das ist nichts für mich. Dann akzeptiere ich das auch komplett.
00:25:57: Aber nicht im Vorfeld.
00:25:59: Wenn man keine Ahnung hat, um was es geht.
00:26:01: Schon zu sagen: Oh nee, was machst'n du da?!
00:26:05: Jetzt pass auf,
00:26:06: um mir
00:26:07: total zu widersprechen, glaube ich ja,
00:26:11: dass die Wut und die Angst wahrscheinlich in irgendeiner Form gleichrangig sind.
00:26:16: Aber, ich...
00:26:18: ...ich habe eine Hypothese, die eines Gedankens, der in deinem Kopf ist,
00:26:24: die ich gerne formulieren würde. Mhm.
00:26:27: Aber ich möchte nicht suggestiv sein.
00:26:30: Ich möchte dir nicht etwas in den Kopf hämmern,
00:26:32: aber aufgrund des Podcasts und der mangelnden Zeit
00:26:36: würde ich gerne diesen Weg gehen, sonst würde ich etwas sanfter vorgehen.
00:26:41: Ich weiß nicht, ob ich dir eine Idee vorschlagen darf.
00:26:44: Gerne.
00:26:45: Ich glaube, dass du deine Arbeit mit dir verwechselst.
00:26:51: Wenn man deine Arbeit ablehnt,
00:26:54: fühlst du dich nicht wertgeschätzt. Mhm.
00:26:58: Und ich glaube, dass dieser Gedanke
00:27:00: der Kern der Störung ist.
00:27:03: Wenn du das trennen könntest,
00:27:05: dann könntest du über deine Arbeit 100 Jahre reden.
00:27:11: Mhm. Ja! Dann dürften Leute
00:27:14: sogar deine Arbeit vorverurteilen, ohne dich vorzuverurteilen.
00:27:18: Aber wenn du
00:27:19: dich mit deiner Arbeit identifizierst, wenn du dich mit ihr verwechselst,
00:27:23: dann ist jede Kritik an deiner Arbeit, eine Kritik an dir.
00:27:27: Mhm. Ja, stimmt, ja!
00:27:29: Ja? Bin ich dabei.
00:27:31: Ja. Und?
00:27:35: Ähm. Ich hatte die leise Hoffnung, dass du mir bei der Frage:
00:27:39: Was denkst du, um die Angst zu erzeugen, mir einen kleinen Hinweis darauf gibst.
00:27:44: Aber jetzt habe ich den Hinweis, den du mir am Anfang,
00:27:47: zu Beginn der Sitzung genommen hast, dass du dich nicht wertgeschätzt fühlst,
00:27:51: aufgegriffen, um diese Frage zu stellen.
00:27:55: Mhm. Ja.
00:27:57: Und ist an dieser Frage also jetzt etwas dran?
00:28:00: Könnte das ein ein Teil oder der Kern des Problems sein?
00:28:03: Oder ist die Wut auf die anderen doch stärker?
00:28:07: Ne, also wenn du das jetzt so ansprichst.
00:28:10: Doch würde ich sagen, dass
00:28:13: könnte schon tatsächlich das Thema sein, ja.
00:28:16: Da du
00:28:17: ja, ich weiß auch sehr viel über Meditation.
00:28:19: Ich hatte das Glück von einem wahren Meister zu lernen.
00:28:24: Professor Vlajkov hat mir so viel über diese Dinge
00:28:27: verraten, dass ich heute diese Arbeit machen kann.
00:28:30: Und wenn du Lust hast, dann sage ich dir,
00:28:33: was alle Meister ihren Schüler bis jetzt beigebracht haben.
00:28:36: Sie haben gesagt, dass man sich nicht identifizieren sollte.
00:28:41: Mit? Mit dem, was man tut.
00:28:46: Mhm. Und in unserer Gesellschaft ist eines der höchsten Güter,
00:28:49: dass wir uns mit dem, was wir tun, identifizieren. Mhm.
00:28:53: Was gleichzeitig aber impliziert, wenn das, was
00:28:56: wir tun, wegfällt, dass wir dann wegfallen.
00:28:59: Wenn ich mich mit meiner Arbeit identifiziere und die Arbeit verliere,
00:29:03: weil ich gekündigt werde, fühl ich mich schlecht.
00:29:06: Ja! Und wenn in deinem Fall, du dich mit deiner Arbeit identifizierst
00:29:10: und diese Arbeit von irgendjemandem kritisiert wird,
00:29:13: dann fühlst du dich schlecht, als wärst du die Arbeit. Mhm.
00:29:19: Ist das so?
00:29:20: Ja, da ist schon was dran. Ja. Ja? Mhm.
00:29:22: Und das heißt...
00:29:28: solange du dich mit dieser Arbeit verwechselst,
00:29:31: wie wirst du dich immer fühlen, wenn jemand deine Arbeit kritisiert?
00:29:35: Ja, Immer nicht wertgeschätzt.
00:29:37: Siehst du. Ist es so? Ja, klar.
00:29:38: Siehst du.
00:29:39: Und damit es dir jetzt besser geht, müssen wir dann alle Neandertaler
00:29:43: da draußen ändern?
00:29:44: Oder dein Denken über die Identifikation. Mein Denken!
00:29:52: Ich kann nicht andere Leute ändern.
00:29:54: Siehst du. Ich kann nur mich ändern.
00:29:55: Und dann wärst du natürlich dann...
00:29:58: ...wenn dir das gelingt, wenn du weitermachst wie ich...
00:30:00: ...ich übe jetzt seit 20 Jahren, mein Denken zu ändern. Ja? Mhm.
00:30:04: Vielleicht
00:30:07: wärst du dann in deiner Arbeit noch überzeugender.
00:30:11: Das wäre schön. Ja?
00:30:13: Das heißt?
00:30:13: Damit es dir besser geht, müssten wir mal einen Gedanken verändern.
00:30:18: Eventuell sogar aufgeben
00:30:21: und ihn durch etwas anderes ersetzen.
00:30:23: Und damit das geht, damit du das freiwillig
00:30:25: tust, wäre die Frage, ob du mit mir einmal den Gedanken:
00:30:30: "Ich bin die Arbeit"
00:30:34: angucken möchtest. Ja.
00:30:36: Ja? Gerne, ja!
00:30:37: Ja gut, weil in diesem Gedanken "Ich bin die Arbeit"
00:30:41: ist eine kleine Täuschung drin.
00:30:46: Ich bin ich und nicht die Arbeit.
00:30:48: Ach so?
00:30:52: Und jetzt sehe ich schon ein Licht in deinen Augen.
00:30:56: Was hast du gerade kapiert?
00:30:58: Ja, dass ich nicht die Arbeit bin.
00:31:01: Ja. Und was hätte das für eine
00:31:03: für eine positive Nebenwirkung, wenn du dich nicht verwechseln würdest?
00:31:11: Dass ich so sein darf, wie ich bin.
00:31:14: Und was du machen kannst, was du möchtest.
00:31:16: Aber auch, dass Leute auf deiner Arbeit gerne herumhacken dürfen.
00:31:20: Warum?
00:31:21: Weil mir das dann egal ist.
00:31:23: Mindestens - nicht egal.
00:31:24: Das ist dann ein bisschen traurig, aber...
00:31:25: ...aber du musst nicht darunter leiden. Mhm.
00:31:30: Ja. Verstehst du das? Mhm. Ja.
00:31:33: Ich übe seit 20 Jahren,
00:31:37: mich nicht zu identifizieren.
00:31:38: Es gelingt mir fast gar nicht.
00:31:40: Nur manchmal.
00:31:44: Ja? Dieser Podcast ist eine Übung für mich,
00:31:49: auf meiner Arbeit herumhacken zu lassen.
00:31:54: Ja? Ja, klar. Ich möchte öffentlich...
00:31:56: - Ich verstehe es - zeigen, was wir machen.
00:31:59: Und dann weiß ich jetzt schon, dass Leute das zerhacken werden.
00:32:02: Es wird wohl so sein, ja.
00:32:04: Aber ich bemühe mich, nicht darunter zu leiden, sondern zu sagen:
00:32:08: Okay, jeder hat das gute Recht, meine Podcasts oder meine Art,
00:32:12: diese Gespräche zu führen, zu kritisieren.
00:32:15: Aber das bedeutet noch lange nicht, dass ich ein schlechter Mensch bin.
00:32:18: Richtig. Ja.
00:32:20: Und wenn du...
00:32:20: Im Gegenteil, du zeigst ja hier den Mut, dass du das machst - Siehst du! -
00:32:25: und die anderen daran teilhaben lässt.
00:32:27: Und du bist einer von den offenen Frauen, die...
00:32:30: - wir haben uns noch nie zuvor gesehen - trotzdem hierher gekommen bist.
00:32:34: Ja. Ja? Genau.
00:32:35: Du hast mich nicht vorverurteilt, sondern du zeigst diese Neugier,
00:32:39: die du gerne selbst erleben würdest.
00:32:41: Kann man das so sagen? Genau.
00:32:42: Ich finde es immer wichtig,
00:32:43: neugierig zu sein für alles und einfach Dinge auszuprobieren.
00:32:48: Dann kann ich immer nur sagen im Nachhinein: Das war was oder war nichts.
00:32:51: Und jetzt pass auf.
00:32:52: Jetzt kommt die nächste Verwechslung.
00:32:54: Weil du so bist. Glaubst du was?
00:32:57: Dass die anderen auch so sind?
00:32:59: Und sind sie so? Nein.
00:33:01: Und wenn du
00:33:02: aber glaubst, dass sie so sein müssen, wie wirst du dich dann immer fühlen?
00:33:05: Schlecht.
00:33:05: Immer wütend? Mhm. Ja? Mhm.
00:33:09: Und müssen wir eventuell auch diesen Gedanken ändern?
00:33:15: Ja. ja sicher. Weil du jetzt
00:33:16: von dir auf die anderen schließt. Mhm.
00:33:21: Das heißt, der erste Denkfehler ist.
00:33:24: Du darfst gleich erwidern.
00:33:25: Ja, Der erste Denkfehler ist, dass du dich mit deiner Arbeit verwechselst. Mhm.
00:33:29: Und wenn man deine Arbeit kritisiert, wirst du kritisiert.
00:33:32: Und der zweite Denkfehler, den wir jetzt erkennen, ist, dass du
00:33:36: von dir auf andere schließt.
00:33:38: Weil du so offen bist, müssen alle anderen auch so sein.
00:33:41: Genau! Das würde ich mir gern wünschen.
00:33:45: Das tun wir jetzt auch gleich.
00:33:47: Aber du hast aus diesem Wunsch eine Forderung gemacht.
00:33:51: Nur diese Forderung erzeugt die Wut.
00:33:52: Sie müssen so sein.
00:33:54: Der Wunsch erzeugt die kleine Traurigkeit.
00:33:56: Schade, dass Sie nicht so sind.
00:34:00: Das ist jetzt echt ein guter Punkt. Ja!
00:34:03: Der ist wirklich gut! Ja!
00:34:06: Ich nehme das als Kompliment.
00:34:07: Ja! Ja! Der trifft es echt gut. Ja.
00:34:10: Ja? Ja. Mhm.
00:34:13: Genau so!
00:34:14: Manchmal
00:34:15: bin ich so ein Mensch, der gern das, was ich jetzt bin...
00:34:20: sage ich mal, den anderen überstülpen würde,
00:34:23: gern. Ja. Genau!
00:34:24: Weil du wie ich früher -
00:34:27: ich war früher auch so, ja? -
00:34:30: eine Predigerin bist. Mhm.
00:34:34: 'ne Predigerin? Ja,
00:34:36: du bist von deiner Sache überzeugt. Dann predigst du.
00:34:38: Und dann: Predigen ist immer - mit dem Hammer auf dem Kopf - der Leute herumpredigen. Mhm.
00:34:44: Und wenn Sie das nicht verstehen möchten oder wollen oder so, dann
00:34:47: regst du dich noch auf über deren Sturheit. Jaaa!
00:34:53: Aber in dem Fall bist du auch stur, weil du immer weiter hämmerst.
00:34:57: Na klar! Ha! Siehst du. Man muss auch irgendwannmal aufhören, gell?
00:35:01: Mein Meister hat zu mir gesagt: Wenn das
00:35:03: mit dem Hammer nicht funktioniert, dann nimm den Schlüssel.
00:35:06: Ja, das ist sicher die bessere Variante.
00:35:10: Siehst du. Und jetzt...
00:35:12: Ich versuche hier zu zeigen, dass ich einen Schlüssel habe.
00:35:17: Ich möchte Menschen neugierig machen, wie...
00:35:19: ...wie diese Art der Gesprächsführung funktioniert.
00:35:23: Und wir versuchen, das auch anderen Menschen beizubringen.
00:35:26: Ja, und du
00:35:30: machst insgesamt schon wertvolle Arbeit.
00:35:32: Aber dir fehlt noch der Schlüssel, um die Herzen der Menschen zu erreichen.
00:35:36: Sehr gut ausgedrückt.
00:35:38: Ja. Ja, genau. So ist es.
00:35:41: Und dann nimmst du den Hammer,
00:35:44: das ist insgesamt schon nicht schlecht, aber...
00:35:47: Bisschen hart manchmal.
00:35:51: Die sanfte Art
00:35:52: ist vielleicht gewinnbringender.
00:35:56: Absolut.
00:35:57: Mindestens strengt sie nicht so an
00:35:58: und mindestens erzeugt sie keine Kollateralschäden.
00:36:02: Zieht vielleicht nicht ganz so viel Energie, dann.
00:36:05: So ist das. Ja? Mhm.
00:36:06: Weil du tust mit dem Hammer den anderen weh.
00:36:09: Und dir auch.
00:36:12: Mhm. Ja?
00:36:14: Das ist der Unterschied zwischen sich aufdrängen.
00:36:16: Das das Predigen und die anderen neugierig machen.
00:36:20: Das ist sehr, sehr viel schwieriger.
00:36:22: Ich suche seit Jahren den Weg, Menschen neugierig zu machen,
00:36:28: dass sie mich fragen: Hey, wie hast du das gemacht, wie geht das?
00:36:30: Anstatt zu predigen?
00:36:32: Der Podcast ist ein Versuch,
00:36:35: Menschen neugierig zu machen, so wie dich.
00:36:38: Du bist neugierig gekommen. Absolut.
00:36:40: Ja? Ja. Jetzt pass auf.
00:36:42: Und wenn wir jetzt da weitergehen,
00:36:46: dann wäre die Frage, ob du eventuell bereit wärst, deine zwei
00:36:49: kleinen Denkfehler - nämlich "Ich bin die Arbeit" und "Die anderen
00:36:55: müssen wie ich offen sein
00:36:56: und neugierig für das Neue!"
00:37:00: Hast du Lust, dass du diese beiden
00:37:02: Denkfehler durch einen vielleicht funktionaleren Gedanken ersetzt?
00:37:06: Sehr gerne. Deshalb bin ich hier.
00:37:09: Das finde ich total süß.
00:37:10: Weil ich möchte ja, dass das Leben einfacher wird.
00:37:14: So ist es. Und ich verrate dir jetzt zwei Gedanken
00:37:19: und du sagst mir dann später, wie sich die anfühlen, für dich.
00:37:24: Ob das leichter wird?
00:37:25: Das Problem kann ich nicht lösen, weil Leute sind, wie sie sind.
00:37:29: Ja. Ja? Ja.
00:37:30: Sie denken, was sie denken.
00:37:31: Jeder denkt was, was er will.
00:37:33: Der eine macht sich in die Hose bei dem Flugzeug, und der andere sagt
00:37:36: zum Pilot: Darf ich mal sehen, wie das funktioniert?
00:37:40: Das liegt nicht am Flugzeug selbst, sondern wie die Leute denken. Mhm. Ja?
00:37:46: So, jetzt, wenn wir diese beiden
00:37:48: dysfunktionalen Gedanken einmal aufgeben, dann wäre das so:
00:37:52: "Ich dachte bis jetzt, dass ich mich identifizieren soll,
00:37:56: dass das eine besondere Form der Hingabe ist." Mhm.
00:38:03: "Aber diese Hingabe ist etwas übertrieben.
00:38:08: Ich mache meine Arbeit mit Inbrunst, aber ich bin sie nicht." Mhm.
00:38:12: Warum nicht?
00:38:15: Weil ich nicht die Arbeit bin. Ich bin ich.
00:38:17: Siehst du?
00:38:17: Du hast ja vorher schon irgendwas anderes gemacht.
00:38:20: Warst du deshalb wertlos? Nein.
00:38:23: Und wenn du eines Tages alt bist und diese Arbeit nicht mehr machen kannst,
00:38:26: bist du dann auch wertlos?
00:38:29: Nein.
00:38:29: Also, wieso tust du überhaupt dich und deine Arbeit werten?
00:38:34: Was wäre zu werten und was nicht?
00:38:42: Am besten ist, ich werte...
00:38:43: ...ich werte gar nichts.
00:38:44: Doch, man darf die Arbeit bewerten.
00:38:48: Man darf sie sogar in Geld aufwiegen und sagen:
00:38:51: Eine Stunde bei dir ist x-Euro wert oder eine Stunde bei mir
00:38:55: Daniel Holzinger
00:38:56: das ist mir so viel Euro wert.
00:38:59: Aber weißt du, was keinen Wert hat? Hm?
00:39:02: Ich. Ich habe keinen Wert.
00:39:03: Ich bin nicht käuflich. Ich habe eine Würde.
00:39:06: Man kann mich nicht kaufen.
00:39:07: Man kann mein Wissen kaufen.
00:39:09: Man kann eine Stunde bei mir kaufen, aber weißt du, wen man nicht kaufen kann?
00:39:15: Dich selbst. Ja.
00:39:16: Ich bin unverkäuflich.
00:39:19: Ich bin geboren als kleines Baby und konnte nichts.
00:39:22: Ich hatte keinen Nutzen.
00:39:25: Ich wusste nichts, aber ich hatte eine Würde.
00:39:29: Und wenn ich eines Tages alt bin, dann habe ich auch keinen Nutzen mehr.
00:39:33: Man kann mit mir nichts mehr anfangen.
00:39:34: Ich bin dann klapperig und und alt. Aber
00:39:40: bin ich deshalb
00:39:41: nutzlos?
00:39:43: Oder habe ich immer noch die Würde?
00:39:45: Na klar, hast du sie immer noch.
00:39:47: Und zwischendrin zwischen Baby und alt?
00:39:52: Ja, da bin ich...
00:39:53: ...ich bin das ganze Leben lang, bin ich was wert.
00:39:57: Nein, du bist würdevoll, aber du bist nichts wert.
00:40:00: Achso.
00:40:01: Ja, okay. Verstehst du den Unterschied?
00:40:03: Ja. Okay.
00:40:05: Ja. Mhm.
00:40:07: Da du dich wertest, hast du
00:40:08: immer Angst, abgewertet zu werden.
00:40:11: Und das ist dein größter Denkfehler neben den anderen beiden.
00:40:17: Okay.
00:40:19: Ja? Die Würde. Ja. Mhm.
00:40:21: Manchen Menschen ist eine Klangschalen-Meditation etwas wert.
00:40:24: Sie geben dir sogar Geld dafür.
00:40:26: Ja, aber manche sagen: Das ist Mumpitz.
00:40:29: Und warum lässt du nicht die Leute denken, was sie wollen?
00:40:34: Warum bist du so eine Art Gedankenpolizei?
00:40:37: Warum müssen sie gut finden, was du machst?
00:40:41: Nein, nein, da geht es nicht darum:
00:40:42: Sie müssen das nicht gut finden.
00:40:44: Ich möchte nur!
00:40:46: Das sind schon wieder beim Gleichen, gell?
00:40:50: Ich merke es schon.
00:40:51: Was merkst du?
00:40:53: Ja, dass ich halt den Leuten das aufdrängen will, Sozusagen.
00:40:56: Also müssen sie doch gut finden.
00:40:59: Nee, müssen sie nicht.
00:41:00: Aber sie sollen es doch wenigstens mal ausprobieren.
00:41:02: Dann habe ich noch zu korrigieren.
00:41:04: Dann müssen Sie einfach nur neugierig sein.
00:41:06: Ja, genau.
00:41:07: Entschuldigung, da habe ich mich unpräzise ausgedrückt.
00:41:10: Aber dir wäre es natürlich
00:41:11: höchstwahrscheinlich wie mir lieb, dass sie es a) ausprobieren und b) gut finden.
00:41:16: Klar, das ist uns natürlich alle immer
00:41:17: das liebste. Siehst du. Jetzt sagst du doch das.
00:41:21: Ja, na klar.
00:41:22: Na gut, dann sind wir uns da einig.
00:41:26: Ja, klar.
00:41:26: Also, jetzt noch mal zurück.
00:41:30: Hast du einen Wert?
00:41:32: Oder ein Würde? Eine Würde.
00:41:34: Und deine Arbeit hat die Würde oder Wert?
00:41:38: Meine Arbeit selbst hat Wert.
00:41:41: Siehst du! Die kann man werten, die kann man vergleichen.
00:41:43: Man kann die eine Klangschalen-Meditation mit der anderen vergleichen.
00:41:47: Man kann den einen Trainer
00:41:49: mit einem anderen vergleichen. Im Sinne von: Wie gut arbeitet sie oder er?
00:41:53: Genau. Ja? Ja.
00:41:55: Aber, ist das ein Urteil über die Person oder wie gut sie arbeitet? Nein.
00:41:59: Also nur über wie sie arbeitet, aber nicht über die Person an sich.
00:42:03: Was passiert, wenn man das verwechselt?
00:42:08: Wenn man von der Arbeit auf die Person schließt?
00:42:11: Ja, dann schätzt man sicher dann nicht mehr Wert.
00:42:15: Achtung - wir haben sowieso...
00:42:16: Jetzt kommt wieder die Würde.
00:42:21: Das Wort "Wert-schätzung" ist schon blöd. Ja!
00:42:24: Weil man dann den Wert schätzt.
00:42:26: Genau. Natürlich.
00:42:26: Möchtest du im Wert geschätzt werden oder würdevoll behandelt werden?
00:42:30: Ich würde gerne würdevoll behandelt werden.
00:42:32: Wenn du das selbst verwechselt, wenn du das dauernd verwechselst.
00:42:36: Was passiert dann?
00:42:37: Ja, das Problem ist, man redet ja immer von der Wertschätzung.
00:42:40: Ich nicht.
00:42:41: Ja, du nicht. Aber so? Ja.
00:42:43: Es geht immer um eine Wertschätzung.
00:42:45: Und da geht es nicht darum, ob ich jetzt, da trenne ich nicht zwischen Arbeit
00:42:49: und Person, sondern es ist ja einfach, das ist generell.
00:42:53: Man verwechselt das dann. Ja!
00:42:54: Und wenn man das aber verwechselt, was hat das für eine emotionale Auswirkung?
00:43:00: Wie fühlen sich Menschen, die schlecht arbeiten
00:43:02: und dann abgewertet werden?
00:43:06: Wie fühlt man sich, wenn man einen Fehler macht bei der Arbeit
00:43:08: und dann dafür als Mensch abgestempelt wird? Nutzlos.
00:43:11: Siehst du, und das ist ja blöd möchtest du dich nutzlos fühlen,
00:43:16: nur weil andere deine Arbeit als wertlos erachten?
00:43:20: Nein, natürlich nicht.
00:43:21: Also, und jetzt noch mal meine Frage war ja etwas provokant
00:43:25: bist du einer Art Gedankenpolizei, dass a) andere neugierig sein müssen
00:43:31: und b) vielleicht sogar deine Arbeit im Wert schätzen müssen. Oder dürfen
00:43:36: die Menschen denken, was sie wollen?
00:43:38: Generell dürfen sie natürlich denken, was sie wollen.
00:43:41: Nur in welchem Fall nicht?
00:43:45: In meinem bisherigen.
00:43:48: Wenn das um dich geht.
00:43:49: Genau. Ja, Ja.
00:43:51: Ich erlaube auch jedem zu denken, was er will.
00:43:54: Nur, wenn es um die Frage nach mir geht,
00:43:56: dann sage ich, sie sollen gefälligst gut finden, was ich mache.
00:43:59: Ja, genau.
00:44:01: Dass die meinen Nachbarn
00:44:02: scheiße finden, war mir klar.
00:44:04: Aber wen dürfen - das ist der Wunschgedanke, gell!
00:44:07: Der sich heimlich in eine Forderung verwandelt hat.
00:44:10: Jetzt gehen wir noch mal zurück auf meine Gedanken-
00:44:13: Alternativen?
00:44:16: Bist du also die Arbeit oder tust du sie?
00:44:19: Ich tue sie.
00:44:20: Und dann kommt eine Alternative.
00:44:22: Ich wünsche mir, dass Menschen neugierig sind und einmal ausprobieren.
00:44:27: Und ich wünsche mir noch viel mehr,
00:44:28: dass sie es dann gut finden und bei mir viele Stunden buchen.
00:44:32: Weil dann habe ich a) Spaß und b)
00:44:34: ein wenig Geld und c) tue ich sogar noch was Gutes. Genau!
00:44:39: Aber was, wenn sie das nicht möchten?
00:44:41: Dann muss ich sie da stehen lassen, wo sie sind
00:44:44: und trotzdem mir sagen: Ich bin überzeugt davon, was ich tue.
00:44:48: Dann kannst du immer noch alleine meditieren.
00:44:51: Weil das tut wenigstens wem
00:44:52: gut? Mir. Siehst du!
00:44:59: Dann könntest du der einzige Mensch in deinem Umfeld sein,
00:45:02: der weise ist, sich nicht zu verwechseln.
00:45:05: Es gibt Gott sei Dank noch mehr.
00:45:07: Ja, aber diese Verwechslung ist - ist irre.
00:45:12: Die meisten Menschen verwechseln sich mit dem Tun, das Tun mit den anderen.
00:45:17: Ja, weil er aus einem anderen Land kommt,
00:45:23: muss er schlecht sein.
00:45:24: Wir verwechseln das Menschsein mit der Herkunft.
00:45:27: Mhm. Ja? Ja.
00:45:29: Weil er diesen Glauben hat, verwechseln wir ihn.
00:45:31: Wir denken, das ist ein schlechter Glaube.
00:45:33: Dann verwechseln wir den Mensch mit seinem Glauben.
00:45:36: Nur weil wir anderer Meinung sind,
00:45:39: tendieren wir dazu,
00:45:40: den anderen zu vernichten. Mhm.
00:45:44: Das passiert auf der Welt Millionenfach.
00:45:47: Ja? Ja.
00:45:48: Und du verwechselst dich mit der Arbeit.
00:45:53: Dadurch entsteht dein Leid, wenn jemand deine Arbeit kritisiert.
00:45:58: Du könntest dich befreien, indem du sagst: Nein,
00:46:00: ich bin überzeugt von der Richtigkeit dieser Sache.
00:46:03: Ich werde sie vertreten.
00:46:05: Aber ich überlasse den Menschen, was sie denken möchten. Mhm.
00:46:09: Ja. Dann wünsche ich mir, dass sie es gut finden.
00:46:12: Aber wenn sie das auch nicht überhaupt gut finden müssen,
00:46:16: nicht gut finden wollen, Entschuldigung.
00:46:18: Dann müssen Sie es auch nicht gut finden.
00:46:20: Warum?
00:46:23: Das ist ja jedem selbst überlassen.
00:46:25: Siehst du.
00:46:26: Muss jeder McDonald's mögen?
00:46:28: Nein. Und muss jeder vegan sein mögen?
00:46:31: Nein. Und muss jeder Bier mögen.
00:46:34: Nein.
00:46:35: Wieso muss dann ausgerechnet jeder Klangschalen-Meditation gut finden?
00:46:39: Noch mal: Das muss nicht jeder gut finden.
00:46:44: Aber er soll's zumindest ausprobieren!
00:46:47: Wir kommen immer wieder zum Selben.
00:46:50: Du hast recht.
00:46:50: Ich bin übergriffig.
00:46:52: Ich unterstelle dir, dass du das möchtest.
00:46:55: Aber es ist gut, dass du mich immer wieder korrigierst. Ja?
00:47:01: Dann machen wir noch mal:
00:47:03: Nur weil du offen und neugierig bist?
00:47:06: Müssen es die anderen noch lange nicht sein.
00:47:09: Was ist der Beweis dafür?
00:47:12: Was, dass die anderen es nicht sind, oder wie?
00:47:14: Das ist nicht sein müssen.
00:47:17: Jeder darf so sein, wie er ist.
00:47:19: Ach so? Ja, klar!
00:47:21: Ach so, dann hättest du deine Klangschalen-Meditationsweisheit
00:47:25: ins Leben gebracht,
00:47:28: dass jeder so denken darf, wie er will.
00:47:33: Ja? Dann ist das ein bisschen traurig, oder
00:47:35: schade, dass Menschen deine Sache nicht mögen.
00:47:38: Aber ist es mehr als das?
00:47:41: Gibt es einen Grund, sich zu ärgern oder sich zu ängstigen?
00:47:45: Nein! Nein. Das ist die reine Traurigkeit.
00:47:48: Ach, schade.
00:47:49: Mhm. Genau. Ja, Ein bisschen enttäuschend.
00:47:52: Ich dachte, alle mögen das.
00:47:53: Nein. Das dachte ich nicht. Und ich dachte, alle sind neugierig und offen.
00:47:58: Nein, das gibt es nicht,
00:48:00: dass jeder gleich denkt, das wäre ja schlimm.
00:48:03: Siehst du?
00:48:04: Und wenn du jetzt so denken würdest wie ich.
00:48:06: Wie ging es dir dann?
00:48:09: Gut. Besser mindestens.
00:48:11: Gut. Noch nicht.
00:48:12: Weil Leute werden dich weiter verurteilen.
00:48:14: Leute werden weiter...
00:48:19: Was ist das Gegenteil von offen und neugierig?
00:48:21: Verschlossen und, und vorverurteilend sein.
00:48:25: Und viele werden das nicht mögen.
00:48:28: Selbst wenn sie es ausprobiert haben.
00:48:29: Und das ist einfach traurig. Ja.
00:48:33: Ja? Absolut. Ja.
00:48:35: Und jetzt der positive Gedanke...
00:48:38: Vielleicht nicht der positive, aber der optimistische Gedanke ist:
00:48:41: Es gibt auch viele, die es gut finden.
00:48:44: Ja, das ist schön. Ja.
00:48:46: Um welche solltest du dich kümmern?
00:48:48: Um die Neugierigen?
00:48:51: Oder um die, die nicht neugierig sind?
00:48:53: Um die Neugierigen.
00:48:55: Wir haben auch beschlossen, uns nur noch um die Menschen zu kümmern,
00:48:58: die unsere Hilfe aktiv einfordern.
00:49:02: Und wie kommst du auf die Leute?
00:49:04: Ja, das ist viel Arbeit. Mhm.
00:49:07: Es ist viel Arbeit.
00:49:08: Jahrzehntelange Arbeit.
00:49:10: Ich mache jetzt das 20 Jahre.
00:49:12: Ich habe Hunderten und Tausenden Menschen geholfen.
00:49:14: Und es spricht sich langsam, langsam herum.
00:49:17: Genau. Ja? Ja.
00:49:19: Immer dieses Rumsprechen.
00:49:21: Genau, darum geht es viel.
00:49:23: Genau. Und in Social Media
00:49:24: sich selbst darzustellen, funktioniert nur bedingt.
00:49:29: Ich habe über Social Media ehrlicherweise noch keinen einzigen Klienten gewonnen.
00:49:34: Es ist immer nur die echte Empfehlung, die von Herzen kommt.
00:49:38: Geh dahin. Ja, das stimmt. Der hat mir geholfen. Genau.
00:49:40: Und ich sage immer gerade auch
00:49:42: wenn man über Social Media oder sonst irgendeine anderen Weg geht,
00:49:45: man muss erst mal richtig dazu stehen,
00:49:47: weil sonst muss man es auch gar nicht machen.
00:49:49: So ist es. Und?
00:49:53: Was nimmst du jetzt mit aus
00:49:54: dieser kleinen Sitzung?
00:49:58: Dass ich die Leute da stehen lassen soll, wo sie sind.
00:50:02: Dass ich niemand...
00:50:08: ...ähm... ja überzeugen soll, der
00:50:10: einfach das nicht möchte.
00:50:16: Ja, Und dass ich einfach.
00:50:21: Ähm, mich deshalb trotzdem so akzeptiere
00:50:26: oder mich so stehen lassen darf, wie ich bin.
00:50:31: Weil jeder Mensch
00:50:34: immer anders über jemanden denkt.
00:50:37: Und weil du nicht die Arbeit bist.
00:50:39: Genau. Ist es so? Ja.
00:50:42: Und wenn du das wirklich denken würdest und auch glauben würdest,
00:50:46: wie ging es dir dann?
00:50:48: Mit Sicherheit viel besser.
00:50:50: Siehst du?
00:50:51: Und jetzt ist deine Aufgabe darin,
00:50:54: nicht nur das intellektuell zu denken, sondern darüber nachzudenken,
00:50:59: bis du eventuell die Wahrheit in diesen Gedanken erkennst.
00:51:03: Wenn das passiert, geht dein - wie du sagst, gerne -
00:51:06: in der Sitzung hast du es nicht getan -
00:51:08: aber wir haben uns im Vorgespräch unterhalten
00:51:10: und da hast du mir gesagt,
00:51:11: dass dein Bauch in Resonanz geht. Wenn du darüber einmal nachdenkst,
00:51:16: und wenn dein Automat, dein Bauch auch in Resonanz geht,
00:51:22: dann hast du zwei Ebenen erreicht: Das ist die eine intellektuelle Einsicht:
00:51:26: Ach so, ich bin gar nicht die Arbeit und ich kann andere gar nicht zwingen.
00:51:30: Aber in dem Moment, wo du das spürst in deinem Inneren, dass das stimmt,
00:51:34: bist du einen riesigen Schritt weiter.
00:51:37: Dann kommt die schwierigste aller Einsichten. Das ist die behaviorale Einsicht, die Verhaltens-
00:51:41: einsicht. Auf Ebene des Verhaltens, es zu zeigen nach außen, dass du
00:51:48: a) eine Vertreterin von
00:51:51: Meditation bist, im Speziellen vielleicht Klangschalen-Meditation,
00:51:54: weil du dafür überzeugt bist und dass du einfach zu dem stehst, was du machst.
00:51:59: Mhm. Ja.
00:52:00: Ja. Gut.
00:52:03: Dann bedanke ich mich ganz herzlich
00:52:05: für deine Teilnahme an unserem Podcast.
00:52:08: Du warst eine wirklich offene und neugierige Klientin.
00:52:13: Du hast deiner eigenen Forderung Raum gegeben.
00:52:17: Und ich finde, dass viele Menschen davon etwas lernen könnten.
00:52:22: Ja? Und wenn du bereit wärst, über die anderen kleinen Denkfehler
00:52:27: nachzudenken, glaube ich, dass es dir schnell wirklich viel besser geht.
00:52:32: Und ich danke dir da auf jeden Fall für deine Unterstützung,
00:52:35: für die Gedankenarbeit.
00:52:38: Ähm, ja, vereinfacht für das, was da jetzt
00:52:41: bei dem Gespräch dann auch dabei rauskam.
00:52:46: Ja, weil es ist tatsächlich so das was,
00:52:51: das hat der Kern dann sozusagen ja auch getroffen.
00:52:54: Cool. Also war gut. Danke dir.
00:52:58: So, das
00:52:59: war wieder eine spannende und hoffentlich erkenntnisreiche
00:53:03: Folge meines Podcasts: "Der heiße Stuhl"
00:53:07: Wenn es dir jetzt gefallen hat,
00:53:08: dann hinterlasst uns doch unten in der Bio einen Kommentar
00:53:12: bzw. teile und empfehle unseren Podcast natürlich allen deinen Freunden.
00:53:17: Und wenn du uns persönlich
00:53:19: einmal kennenlernen willst. Dann komm doch vorbei
00:53:22: im Dr. Holzinger Institut.
00:53:23: Und jetzt freue ich mich natürlich
00:53:26: vor allen Dingen darüber, dass du meinen Podcast abonnierst.
00:53:30: Vielen Dank fürs Zuhören und bis ganz bald.
00:53:34: Tschüss! ```
Ivona Aviani
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