#2 - Am Ende landet doch alles wieder bei mir
Shownotes
Du möchtest wissen, wie ein echtes Coaching abläuft? In diesem Podcast begleitet Dr. Daniel Holzinger Menschen bei ihren persönlichen Herausforderungen – live, ungeskriptet und ohne Filter. Ob Ängste, Beziehungskonflikte, Selbstzweifel, berufliche Entscheidungen oder die Suche nach Sinn und Erfüllung: Jede Folge zeigt einen authentischen Coachingprozess nach dem kognitiven Ansatz und eröffnet neue Perspektiven – nicht nur für den Gast, sondern auch für Dich. Du möchtest einmal live bei einem Coaching dabei sein? Dann besuche unser Friday Night Coaching© – direkt vor Ort im Dr. Holzinger Institut in Stuttgart oder online per Livestream. Erlebe Coaching hautnah und lerne den kognitiven Ansatz in der Praxis kennen. ➡️ Mehr Informationen und Tickets: https://www.dr-holzinger-institut.de/friday-night-coaching/ Du möchtest den kognitiven Ansatz selbst erlernen? Am Dr. Holzinger Institut bieten wir unter anderem: • Die Ausbildung zum Cognitive Coach • Leadership-Programme für Führungskräfte • Einzelcoachings • Seminare, Workshops und Vorträge ➡️ Alle Informationen: https://www.dr-holzinger-institut.de 📧 Kontakt: https://www.dr-holzinger-institut.de/kontakt/ Du möchtest selbst auf dem „Heißen Stuhl“ Platz nehmen? Wir suchen regelmäßig Menschen, die bereit sind, ihre persönliche Herausforderung live in einem Podcast zu lösen. ➡️ Bewirb dich unter: https://www.dr-holzinger-institut.de/kontakt/ Wenn Dir unser Podcast gefällt, freuen wir uns über eine Bewertung, Dein Feedback oder ein Abonnement. So verpasst Du keine neue Folge mehr vom „Heißen Stuhl."
Transkript anzeigen
00:00:00: Jetzt sehe ich das Licht in deinen Augen.
00:00:04: Was hast du gerade kapiert?
00:00:08: Diese Kontrolle der anderen, das hat mich jetzt grad irgendwie sehr ... Also,dass ich versuch' wirklich auch das, was die Anderen denken, machen und Einfluss zu nehmen
00:00:21: auf
00:00:22: einem Level - aber sehr übergriffig ja auch.
00:00:26: Kannst du
00:00:28: das erkennen? Das erkenne ich.
00:00:28: Ja!
00:00:29: Dann bist du schon fast geheilt!
00:00:33: Gut, gute Nachrichten.
00:00:39: Herzlich willkommen zu Dr.
00:00:40: Daniel Holzinger's Podcast.
00:00:42: Der heiße Stuhl. Echtes Coaching ohne Filter!
00:00:47: Dieser Podcast ist für alle gedacht die sich für Psychologie und den kognitiven Ansatz interessieren, aber natürlich auch für die, die manchmal das Gefühl haben festzustecken und die vor allen Dingen wissen wollen wie sie ihr Leben durch die Kraft des eigenen Denkens verändern können.
00:01:13: Ich denke, dass ich dazu neige - oder wünsche mir gerne, dass ich Verantwortung an andere sauber delegieren kann, abgeben kann und am Ende habe ich das Gefühl es landet doch wieder einiges bei mir zurück.
00:01:29: Habe ich - ich sag' jetzt mal - immer wieder regelmäßig Phasen in denen ich einfach ziemlich müde bin, weil ich dann am Ende eigentlich dazu neige natürlich wieder mit in die Themen einzusteigen.
00:01:41: Dich
00:01:41: zu überfordern, du... Ja,
00:01:42: genau und dann ist es zu viel.
00:01:44: Das erschöpft dich und macht dich gleichzeitig wütend. Mhm. Ja?
00:01:49: Dann lebst in der traurigsten Welt von allen! Mhm.
00:01:55: Sei eine perfekte Mutter, sei eine perfekte Ehefrau und sei eine perfekte Führungskraft.
00:02:01: Mit diesem Thema sitzt heute hier in meinem "Heißen Stuhl" Rebekka und ihre große Frage ist wie soll man bloß durchhalten?
00:02:11: Wie kriegt man bei all diesen Ansprüchen keinen Zusammenbruch?
00:02:15: Wie kann ein ehrgeiziges Leben bewältigen wenn man gleichzeitig Familie und Karriere vereinen möchte und natürlich eine tolle Mama sein möchte.
00:02:28: Wenn auch du Interesse hast wie Rebekka und ich uns diesem - sicherlich weitverbreiteten - Problem annähern, dann wünsche ich dir jetzt ganz viel Spaß in unserem Podcast.
00:02:42: Der heiße Stuhl. Echtes Coaching. Ohne Filter!
00:02:55: Liebe
00:02:55: Rebekka, sag mir, was ist das größte Problem, das Du in dieser Sitzung mit mir lösen möchtest?
00:03:02: Die Verantwortung in verschiedenen Lebensbereichen sauber abgeben zu können.
00:03:07: Ich denke, dass ich dazu neige - oder wünsche mir gerne, dass ich Verantwortung an andere sauber delegieren kann, abgeben kann
00:03:18: und am Ende habe ich das Gefühl es landet doch wieder einiges bei mir zurück.
00:03:24: Worauf wirst du das zurück?
00:03:29: Einfach praktische Erfahrung.
00:03:30: Also wenn ich im Alltag einfach dann feststelle - also woran ich das kenne?
00:03:36: Du weißt ja, was du willst.
00:03:37: Du willst es sauber delegieren, aber du tust es nicht.
00:03:41: Mhm. Woran liegt das?
00:03:48: Unter Umständen so ein bisschen - schon auch - mangelndes Vertrauen - vielleicht - in die Kompetenz des anderen?
00:03:55: Okay, und wie fühlst du dich dann, wenn du denkst, du solltest das übergeben das Vertrauen und die Verantwortung?
00:04:02: Aber du tust es am Ende nicht.
00:04:05: Was erzeugt das für ein Gefühl bei dir?
00:04:10: Es war einfach eine Unzufriedenheit ... Das ist unangenehm, weil ich nehm's mir ja vor.
00:04:16: Und im Ende klappt's dann nicht ganz.
00:04:19: Ist das nur Unzufredenheit oder ein bisschen mehr?
00:04:25: Nee, ich denke, ich geh da... also ich geh' schon ein bisschen stärker mit mir ins Gericht, als dass es da nur eine Unzufriedenheit wäre.
00:04:31: Dann sag mir in welche Richtung geht das?
00:04:35: Was ich dann zu mir selber sage und sagen würde... Noch nicht,
00:04:37: was du sagst, sondern wie du dich fühlst?
00:04:39: ist das mehr Ärger oder Groll oder ist das so etwas was dich begleitet über die Zeit, dass er sich so in dich rein frisst?
00:04:47: Schon eher ja eher schon Ärger, denke ich, ist schon eher so eine Spannung.
00:04:52: Und wenn du die Dinge nicht sauber delegierst, was macht das dann mit dir?
00:04:59: Am Ende hab ich, ich sag jetzt mal, immer wieder regelmäßig Phasen, in denen ich einfach ziemlich müde bin.
00:05:08: Weil ich dann am Ende dazu neige natürlich mit in die Themen einzustellen... Dich
00:05:12: zu überfordern - du...?
00:05:13: Ja,
00:05:13: genau und da ist es zu viel. Ja!
00:05:16: Und ist das nur beruflicher Natur wo du schlecht delegierst oder auch privat?
00:05:21: Auch privat!
00:05:21: Ich habe gehört, wenn ich das sagen darf, dass du eine vierenhalbjährige Tochter hast.
00:05:28: Wie lebst du?
00:05:28: Bist du alleinerziehend oder hast du Support von Mann und Eltern - oder: wo delegierst du deiner Meinung nach nicht gut genug?
00:05:39: Ich würde sagen, schon gegenüber meinem Mann im privaten Umfeld, weil ich denke - also egal ob beruflich oder privat - es ist ganz wichtig Sachen im Team eben zu erreichen.
00:05:54: Und da würde ich sagen, neige ich auch dazu - eben dann zu Hause wieder die Sachen - die ich eigentlich abgeben wollte,
00:06:01: dann wieder am Ende doch wieder einiges selbst zu tun.
00:06:03: Also ich glaube schon, ein klassisches Frauenproblem, in der Hinsicht.
00:06:06: Ja,
00:06:07: bei mir auch aktiv.
00:06:08: Gut.
00:06:09: Damit ich dich noch besser verstehe, erkläre mir noch ein bisschen, bei welchem Problem das dich am - oder bei welchem Feld das dir am meisten auffällt - und worunter leidest du eigentlich am meisten?
00:06:25: Also ich weiß, dass immer alles eine gute Seite und halt ne schlechte Seite hat.
00:06:30: Und deswegen ist das immer mit dem Leiden so für mich immer so schwierig, weil ich kann mir das natürlich auch andersrum verargumentieren und dann sagen: Ja, nee deswegen.
00:06:37: Aber glaubst du das dann?
00:06:40: Bist du wegen der guten Seite hier oder wegen der
00:06:44: schlechten? Nee, wegen der schlechten.
00:06:46: Dann lass uns jetzt mal mit der Seite beschäftigen, die du durch Schönreden nicht überhaupt verändern kannst.
00:06:54: Weil hat das Schönreden dir geholfen,
00:06:56: mit dem Ärger klarzukommen oder ist es eigentlich eher Benzin für den Ärger?
00:07:01: Ja, am Ende schon eher ja.
00:07:04: Das zieht sich eigentlich so durch.
00:07:05: Ich bin so jemand, der gerne so ziemlich alles an sich zieht und das ist jetzt egal, ob das irgendwie die Hausarbeit ist oder ob das schlussendlich - klar bei einem Kind - sind's ja dann alle möglichen Aufgaben, die rund um das Kind anfallen.
00:07:22: Oder sei es egal - der Organisation rund um Haus und Garten oder Finanzen or whatever... das weiß ich auch, dass die Kontrolle mir am Ende über diese verschiedenen Bereiche, dass die, glaube ich, auch den Mechanismus ein bisschen am Laufen hält.
00:07:41: Bst du so jemand, der gerne einen Kontrolle hat?
00:07:44: Wie ist das?
00:07:45: Ja schon!
00:07:47: Und wenn du sie nicht hast, was macht das dann mit dir?
00:07:49: Dann wird es ein bisschen eng.
00:07:51: Ja, das merk ich schon in mir.
00:07:54: Ja? Mhm. In welcher Form eng?
00:07:56: Was ist das dann für ein Gefühl, das dabei entsteht?
00:08:01: Eher so 'ne Angst, glaube ich.
00:08:03: Das geht in Richtung Angst.
00:08:04: Jetzt haben wir also a) eine Art Angst, dass du die volle Übersicht hast, die voller Kontrolle kann man so sagen? Mhm. Und b) andererseits den Ärger darüber, dass du es delegieren könntest, es aber nicht tust, weil du ja gerne die Kontrolle hast.
00:08:21: Mhm.
00:08:22: Und wer hat dann am Ende die ganze Arbeit?
00:08:25: Ich.
00:08:25: Und
00:08:25: worüber ... beschwerst du dich dann?
00:08:29: Über genau das!
00:08:34: Jetzt hast du ja schon vermutet, dass das Problem in deinem Kopf liegt.
00:08:37: Stimmt's?
00:08:40: Jaa... Also davon geh ich mal aus.
00:08:42: Irgendwo muss es ja abgespeichert
00:08:43: sein.
00:08:44: Genau, das ist nicht dein Mann, nicht dein Chef in der Arbeit und nicht deine Tochter, die das alles mit dir macht.
00:08:51: Sondern es bist ja du!
00:08:54: Mhm. Also ich gehe schon davon aus, dass immer so Systemdynamiken gibt, wo ich denke: Okay, mit unterschiedlichen Spielern -
00:09:02: irgendwie ist die Dynamik auch von mir - vermutlich anders - aber ganz grundsätzlich gehe ich davon aus, dass ich das ändern könnte.
00:09:08: Bravo, das sehe ich auch so, weil egal wie du das System organisierst, wenn du nicht loslässt, was passiert am Ende?
00:09:16: Bleibt es natürlich da.
00:09:17: So ist es!
00:09:18: Egal
00:09:18: also, wie du dich und deine Mannschaft aufstellst,
00:09:20: wenn du am Ende glaubst alles kontrollieren zu müssen, dann wird's schwierig.
00:09:25: Das heißt: Liegt es am System oder vielleicht doch an dir und deinen Gedanken?
00:09:33: Es gefällt mir nicht, aber ich denke schon, dass es an meinen Gedanken liegt.
00:09:38: Also es gefällt niemandem.
00:09:39: Mir hat das damals auch nicht gefallen.
00:09:41: Ich wollte auch alles externalisieren.
00:09:43: Ich habe meine Eltern beschuldigt, ich hab' meine Schwester beschuldigt.
00:09:47: Ich habe für alles gute Gründe gefunden, aber in Wahrheit lag es doch häufig an mir und dem wie ich über die Dinge gedacht hab.
00:09:58: Ja? Mhm. Und weißt du dass das eigentlich eine gute Nachricht ist?
00:10:02: Was genau?
00:10:04: Dass es an dir und deinen Gedanken
00:10:05: liegt und
00:10:06: doch nicht so sehr am System.
00:10:07: Warum ist das eine gute
00:10:08: Nachricht?
00:10:09: Na klar!
00:10:10: Ich kann 'was verändern!
00:10:11: Ohne, dass du dauernd im Außen und herumwursteln musst, weil wenn du dauern das System anders versagen die Armen, die immer von dir verändert werden.
00:10:21: Die sagen: Jetzt will die schon wieder 'was anderes, ja? Mhm.
00:10:23: Und dann ist das natürlich schwierig.
00:10:25: Jetzt gehen wir mal davon aus, dass wir auf dem richtigen Weg sind, dass wir den richtigen Riecher haben:
00:10:33: Es hat mit dir und mit deinen Gedanken zu tun.
00:10:36: Jetzt sag' mir: Unter welchem dieser Probleme leidest du mehr?
00:10:41: Unter der Angst, dass etwas schief geht,
00:10:44: wenn du es nicht selber managest oder unter dem Ärger, dass du dann überfordert bist.
00:10:51: Unter welchem ich mehr leide?
00:10:53: Mhm, unter der Überforderung...
00:10:56: Unter dem Ärger?
00:10:58: Die Konsequenzen dieser Überforderungen, die sind dann nachher schon - die Zwingen, mich schon regelmäßig in den Knie -
00:11:04: dadurch würde ich sagen ... Ist
00:11:05: die Angst, dass, was schief geht, steht dir mehr im Weg.
00:11:13: Unter der leide ich glaube ich -
00:11:14: also mal direkt, leide ich weniger unter ihr, wie diese Überforderungen, die ich mich dadurch ständig reinbringe.
00:11:21: aber...
00:11:22: Ärgerst du dich dann mehr darüber, dass du dich selbst in eine Überforderung bringst oder fürchtest du, dass du das nicht in den Griff kriegst?
00:11:32: Zweiteres, ja, dass ich es vielleicht nicht in dem Griff kriegen könnte?
00:11:34: Ja, klar!
00:11:35: Also wenn ich nichts ändere
00:11:37: So ist das.
00:11:39: Hast du Lust, dass wir einmal dich von dieser Angst befreien?
00:11:47: Weil das sind mehrere Ängste jetzt gleichzeitig.
00:11:49: A) Angst vor Kontrollverlust aber b) auch Angst wenn ich nicht loslasse, dass sie ich mich überfordere und dann regelmäßig in die Knie gehe. Mhm.
00:11:58: Das heißt, du hast nicht nur ein praktisches Problem, Dinge abzugeben sondern a) Angst was wenn ich es tue?
00:12:04: Und b) Angst was, wenn ich das nie ändere? Mhm.
00:12:09: Und dann hast du c) noch Ärger darüber, dass du dich nicht anders verhältst. Mhm.
00:12:16: Stimmt's? Mhm.
00:12:18: Wenn du jetzt noch einmal diese Kette aus mindestens drei Gefühlen anguckst ... Ich hab die Vermutung, dass es vielleicht noch ein Gefühl gibt.
00:12:30: Aber das ist nur meine Hypothese.
00:12:33: Vielleicht magst du noch einmal nachdenken.
00:12:34: Gibt es außer den Ängsten und dem Ärger noch etwas?
00:12:41: Weil du das vorher gesagt hast: Typisches Frauenproblem!
00:12:44: Da hab ich etwas - vielleicht - rausgehört?
00:12:47: Also an Gefühlen und so würde ich sagen, dass sich dann immer mal wieder in so 'ne Resignation - auch - komme.
00:12:57: Wahrscheinlich so eine gewisse Traurigkeit oder so und irgendwie auch aktiv dann ... weil ich dann merk' hinter der Wut steckt dann schon irgendwo eine Traurigkeit, wenn ich es dann, sag ich mal blöderweise, wieder nicht geschafft habe oder so.
00:13:11: Es gibt dann die Phasen, wo ich sage: OK, komm, jetzt geh' das noch mal an.
00:13:15: Mach's nochmal neu, probier's nochmal anders ...
00:13:18: Ich versteh dich.
00:13:19:
00:13:19: Ja?
00:13:21: Ich mach' mal eine Hypothese, aber wenn ich nicht richtig liege, bitte korrigiere mich.
00:13:25: Sonst bin ich suggestiv und möchte nicht dir was unterstellen.
00:13:29: Wenn das nicht stimmt, was ich sage, widersprech einfach vehement.
00:13:33: Bist du einverstanden?
00:13:33: Mhm.
00:13:34: Es könnte sein dass in dieser Mutter-Frauenthematik... noch ein Schuldgefühl gibt.
00:13:43: Wenn du es nicht gut machst, wenn du nicht alles managest, was dann?
00:13:50: Wie, jetzt? Also... erzähl' mir mehr zu dieser Schuld?
00:13:57: Ja, weil du möchtest ja, dass nichts schiefgeht - hast du gesagt.
00:14:01: Mindestens habe ich es so verstanden.
00:14:04: Mhm. Ist das so?
00:14:04: Ist so!
00:14:05: Und wenn du etwas überträgst an andere, die nicht so kompetent sind, wie du?
00:14:10: Ziemlich anmaßend - ja!
00:14:13: So wär's.
00:14:13: Ja, aber das hast du gesagt vorher, wörtlich! Ja, ja, ja!
00:14:16: Ich weiß.
00:14:16: Wir sind auf Tonband, man kann das gut in dem Fall zurückspulen, ja? Yes!
00:14:21: Und dann, wenn du also jemandem irgendetwas überträgst, der der nicht so kompetent ist wie du, dann könnte ja was schief gehen. Mhm.
00:14:30: Und wer ist dafür verantwortlich, dann?
00:14:32: Nach deiner Logik.
00:14:35: Mhm. Da bleibt schon das Gefühl, das fällt mir quasi selber dann auf die Füße - ja, schon.
00:14:39: Ist es
00:14:39: so?
00:14:39: ich weiß es nicht, ich kann mich täuschen!
00:14:42: Jaa, Doch, ich geh dann schon ... Ich bleib schon gefühlt in der Verantwortung
00:14:49: am Ende, dass für's Ergebnis...
00:14:51: Und wenn das dann nicht klappt, dann fühl' ich mich schon schuldig.
00:14:56: Also ja, die Komponente ist schon drin, denke ich schon, ja?
00:15:01: Gut.
00:15:04: Also ich kann das nicht dann mit Distanz betrachten und sagen okay, das war eigentlich abgegeben, das Ergebnis ist nicht dabei rausgekommen und dann die Distanz da
00:15:15: wahren.
00:15:15: Was hindert dich, diese Distanz zu wahren?
00:15:29: Mhm. Ich weiß gar nicht so richtig.
00:15:32: Also ich möchte damit am Ende des Tages, dass alles gut läuft.
00:15:35: Gut, das habe ich verstanden.
00:15:37: Das ist jetzt wichtig, dass auch aus deinem Mund zu hören, ja.
00:15:41: Jetzt pass auf!
00:15:41: Ich hab noch eine Hypothese.
00:15:46: Das machen wir jetzt nur, weil wir nicht so viel Zeit haben.
00:15:48: Wenn ich viel mehr Zeit hätte, würde ich etwas sanfter mit dir arbeiten.
00:15:51: Aber jetzt, unter dem Druck des Podcasts, dass wir zügig vorankommen wollen, arbeite ich etwas mit den Hypothesen und ich hoffe du bist damit einverstanden?
00:16:01: Ich könnte mir vorstellen, dass es noch eine Wut gibt - aber nicht auf dich in dem Fall sondern auf andere.
00:16:08: Wenn sie es nicht so gut machen wie du, dann...? Könnt' ich mir vorstellen, dass du deinem Mann wütend wirst.
00:16:18: oder sauer, oder bist du die Frau, die alles in sich reinfrisst und auch diese Schuld auf sich nimmt?
00:16:25: Nee.
00:16:27: Irgendwo dazwischen!
00:16:28: Weil du gesagt hast, du resignierst dann - Ja! - das ist wie inneres Aufgeben.
00:16:32: Ja... Also ein bisschen einen Entwicklungsweg habe ich ja schon hinter mir, Gott sei Dank, ist's nicht mehr so schlimm
00:16:42: wie früher. Aber ja, also ich bin Mensch, ich fress
00:16:44: Dinge eigentlich ganz schlecht in mich rein.
00:16:46: Das funktioniert nicht.
00:16:47: Ich muss die schon verbalisieren, eigentlich?
00:16:50: Und - oder - auf irgendeine Art müssen die raus.
00:16:53: Insofern werde ich schon auch wütend.
00:16:57: Gut, jetzt haben wir das ganze Bild einmal ein wenig ab abgegrast, wir haben so eine Art Gartenzaun drum rumgelegt.
00:17:05: Es gibt ein paar Ängste und dann gibt es Ärger auf dich, dann gibt's vielleicht ein vorauseilendes Schuldgefühl oder eine Wut sogar auf Dritte.
00:17:13: Und unter welchem dieser Gefühle leidest du jetzt am meisten?
00:17:16: Was beschäftigt dich am meisten, was ist am lautesten in deinem Kopf?
00:17:27: Eigentlich eher alles rund um mich selber, würde ich sagen.
00:17:31: Also nicht jetzt, dass ich da ... die ganze Zeit drüber nachdenkt, dass jemand anderes jetzt unbedingt hätte anders agieren müssen oder so.
00:17:40: Sondern so dieses - auf mich am Ende des Tages - glaube ich, wütend sein, auch eben weil eben regelmäßig das dazu führt, dass ich dann doch immer wieder ja auch schwach werde, weil es dann einfach wieder zu viel war.
00:17:54: Das macht mich am Ende schon eher sauer auf mich selber.
00:17:58: Gut, hast du dann Lust, dass wir diese Sauer auf dich selbst einmal lösen?
00:18:03: Ja.
00:18:04: Und dann eventuell - in irgendeiner Folgesitzung - ich habe der versprochen, weil du hier bist und heute mitmachst, kriegst du noch eine mindestens Folgesetzung von mir geschenkt.
00:18:12: Ich würde dir gerne helfen, das ganze Problem zu lösen aber ich weiß nicht ob wir heute das ganze Bild schaffen, ich werde alles dafür tun, dass wir es in einer Sitzung hinkriegen, aber vielleicht stelle ich da unsere - hänge ich die Latte vielleicht ein bisschen zu hoch.
00:18:28: Mal gucken, aber fangen wir mal mit dem "Sauer-auf-dich" an.
00:18:31: Ich denke, dass wir dann schon einen großen Teil des Problems gelöst haben. Mhm.
00:18:35: Einverstanden?
00:18:36: Mhm. Vielleicht machen wir am Ende der Sitzung noch - in einer Art Husarenritt - die Angst auch noch weg.
00:18:44: Mal gucken, ich könnte mir vorstellen, dass das klappt.
00:18:47: Okay.
00:18:47: Hast du Lust, dich einmal von mir durch dieses Gespräch führen zu lassen?
00:18:51: Yes.
00:18:52: Gut. Dann - jetzt kommt eine interessante Frage, die dir so wahrscheinlich noch nie jemand gestellt hat.
00:18:59: Mal angenommen, das bleibt so,
00:19:00: dass du nicht alles im Griff hast, dass manche Leute Dinge anders tun oder nicht ganz so gut wie du und dass du auch in Zukunft gerne delegieren würdest aber es nicht tust.
00:19:13: Hast du jetzt schon eine Schraube im Kopf?
00:19:15: Oder kannst du noch mitdenken?
00:19:16: Kann noch!
00:19:17: Gut.
00:19:18: Und jetzt mal angenommen.
00:19:19: Das bleibt also alle so, wie sich derzeit gestaltet oder gestaltet hat.
00:19:24: Wie müsstest du dich dann fühlen, wenn du dich nicht zusätzlich über dich ärgern willst?
00:19:30: Wenn alles so bliebe, wie müsste ich mich fühlen, wenn ich mich nicht ärgern
00:19:37: möchte?
00:19:37: Ja?
00:19:38: Obwohl sie nichts verändert
00:19:39: hat?
00:19:39: Ja, weil im Moment glaubst du ja, dich ärgern zu müssen.
00:19:46: Aber wenn du es ändern könntest: Wie müsstest du dich fühlen, wenn du dich nicht ärgern willst?
00:19:55: Also im Grunde erstmal entspannt.
00:19:58: Das
00:19:58: geht ja nicht.
00:19:59: Das wäre erst möglich, nachdem Du alles delegiert hast und wenn alles gut läuft - dann bist Du entspannt.
00:20:04: Jaaa. Aber solange du nicht weißt wie alles läuft, wenn du delegierst, wie kannst du dann entspannt sein?
00:20:10: Wird schwierig. Siehst du!
00:20:11: Also sag mir: Wie müsstest du dich fühlen, wenn du dich nicht noch zusätzlich ärgern möchtest?
00:20:22: Ich weiß es nicht.
00:20:23: Das ist die beste Antwort, die man an der Stelle geben kann, weil ich wusste das auch nicht.
00:20:29: Es ist ja irre, dass man sich die Gefühle offensichtlich aussuchen kann.
00:20:34: Im Moment bist du ja gezwungen dich zu ärgern. Aber ich behaupte, dass wir nicht gezwungen sind.
00:20:40: Wir können uns entscheiden, wie wir uns fühlen wollen und wenn du Lust hast zeige ich dir einmal, wie das geht.
00:20:46: Mhm. Ich erkläre dir jetzt, wie du dich anstelle des Ärgers auch noch fühlen könntest, ohne es schön zu reden - und ohne positives Denken.
00:20:54: Hast du Lust?
00:20:56: Mhm. Ja! Das
00:20:56: heißt, Du könntest entweder ein bisschen unzufrieden sein darüber, dass es so ist, dass es dir noch nicht gelungen ist das besser zu machen. Oder du könntest dich enttäuschen, im Sinne einer Befreiung der Täuschung.
00:21:09: Weil ich denke, dass du unter einer kleinen Geisterstäuschungen leidest.
00:21:16: Hm? Dass dein eigenes Denken das Problem erzeugt
00:21:19: und erst wenn du weißt, was das Problem in deinen Gedanken ist, dann könntest du es eventuell ändern.
00:21:24: Dann bräuchtest du dich nicht mehr zu ärgern.
00:21:28: Dann hätte ich gern Zweiteres!
00:21:34: Siehst du. Wenn ich also einmal darf, dann gehen wir jetzt den Umweg über die Enttäuschung und gucken uns dann am Ende an, wie du dich eigentlich fühlen müsstest wenn du delegieren willst. Mhm.
00:21:47: Bist du einverstanden?
00:21:49: Ja.
00:21:49: Gut!
00:21:50: Jetzt, an der Stelle erzähle ich dir eine kleine Geschichte und diese kleine Geschichte geht so, dass zwei Kinder -nehmen
00:21:57: wir zwei Zwillingsbrüder - eineiige Zwillinge.
00:22:01: Sie sitzen in der zweiten Klasse und sie haben ihre Mathenote zurückbekommen.
00:22:06: Und wie es der Zufall will, haben beide eine "2" und sie haben sogar die gleichen Fehler.
00:22:11: Und der eine Junge freut sich über seine "2"... ...und der andere Zwilling wird total wütend und ist außer sich wegen dieser "2".
00:22:21: Wie kann das sein?
00:22:24: Wieso fühlen die beiden Kinder sich nicht gleich, obwohl sie die gleiche DNA haben und der Fingerabdruck
00:22:30: alles gleich ist. Sie haben die gleichen Eltern, das gleiche Frühstück.
00:22:38: Die gleichen Klamotten, alles gleich, identisch nur ... sie fühlen sich in derselben Lage nicht gleich.
00:22:43: Und woran liegt das?
00:22:44: Worauf lässt sie das zurückführen?
00:22:47: Offensichtlich machen sie ja was anderes aus der Note.
00:22:50: Womit?
00:22:50: Also eine andere Bedeutung geben sie ja irgendwie dieser Note.
00:22:54: Also erzeugte "2" die Freude oder die Wut?
00:22:58: Oder wo kommt das Gefühl über diese "2" her?
00:23:02: Eine Bewertung irgendwie, die sieht dem ... dieser "2" dann geben.
00:23:06: Und was denkt wohl der eine Junge, um sich zu freuen?
00:23:09: Was meinst du?
00:23:10: Hast du irgendeine Idee, was der denkt?
00:23:12: Entweder er hatte vielleicht keine Erwartungen oder er hat gedacht, er wäre vielleicht schlechter.
00:23:17: Siehst du?
00:23:18: Und der andere?
00:23:20: Der hat offensichtlich mit 'ner "1" gerechnet und... Wie viel sie jetzt beide gelernt haben vorab weiß man nicht.
00:23:27: Da
00:23:27: sie identisch sind, sagen wir, sie haben... die gleiche Vorbereitung, ihre Mama oder der Papa haben beide mit beiden geübt.
00:23:35: Sie haben beide gleichen Aufgaben bekommen und nichts anderes.
00:23:37: Einfach alles Gleich.
00:23:39: Und trotzdem unterschiedliche emotionale Lage.
00:23:43: Und wenn man jetzt möchte, lässt sich das auf eine einzige Sache zurückführen: Nämlich wie die Kinder denken.
00:23:49: Mhm. Ja?
00:23:50: Und verrückterweise haben wir zwar die gleichen Gene in diesem Fall, aber doch unterschiedliche Gedanken.
00:23:55: Weißt du, wo das herkommt?
00:24:00: Erfahrungen, nehm ich
00:24:01: an.
00:24:02: Nee, die haben ja das gleiche Leben, ist alles gleich bei denen.
00:24:06: Prägungen auch nicht?
00:24:07: Hätten sie ja dieselben...
00:24:08: Siehst du. Also worauf lässt's sich zurückführen?
00:24:10: Nur das zwischen den Ohren!
00:24:12: Siehst du. Das heißt, die Neuronen vernetzen sich nicht gleich.
00:24:15: Das heißt,
00:24:15: die Gehirne sind zwar ähnlich, aber da die neuronalen Verknüpfung bei den Kindern anders sind, kommen sie manchmal zu unterschiedlichen Gedanken, obwohl die Sache gleich ist.
00:24:24: Das heißt, so wie unser Gehirn ist, so denken wir, und so fühlen und verhalten wir uns.
00:24:31: Ist dir das klar?
00:24:32: Mhm.
00:24:34: Ich mach noch ein Beispiel.
00:24:35: Stell dir vor zwei Menschen sind im Urlaub.
00:24:40: Und bei beiden ist das Hotel schlecht und bei beiden regnet es.
00:24:44: Und das Essen ist auch nicht so wie im Internet versprochen wurde.
00:24:49: Der eine macht das Beste draus und der andere ärgert sich den ganzen Urlaub grün und blau.
00:24:55: Worauf lässt sich das zurückführen?
00:24:59: Klar, natürlich über die Gedanken, die schlussendlich da stattfinden im Kopf.
00:25:03: Und ob man dann eben ... Ja, es ist schon 'ne Entscheidung auch.
00:25:08: Wo man dann irgendwo auch die Entscheidung trifft, glaube ich, die Dinge jetzt so anzunehmen wie sie sind oder sich weiterhin mit Dingen zu beschäftigen, die
00:25:16: ideal wären.
00:25:17: Weil nach deiner Theorie, die du mir vorher erzählt hast, wäre das System schuld. Der Urlaub, das Wetter. Dann müsste man ständig den Urlaubsort oder das Wetter wechseln, damit es einem gut geht.
00:25:27: Und ist das so?
00:25:28: Oder liegt das doch mehr an den Einstellungen?
00:25:32: An dem Punkt hänge ich auch!
00:25:35: Weil wir kommen jetzt zu dir.
00:25:36: Jetzt stell ihr zwei Mamas vor, eine delegiert und die andere hat ... muss alles kontrollieren, alles im Griff haben.
00:25:44: Worauf lässt sich das zurückführen?
00:25:47: Na da fängt mein Gehirn ein schon... Also da wird's dann schon ... Ich glaub', dass such' mich schon auch... Weiß nicht, Ausreden, anderer Erklärmodelle?
00:25:56: Ich weiß es nicht.
00:25:59: Halt, warum das für mich nicht so funktioniert. Aber wenn du das mal nicht suchst: Worauf lässt sich das bei anderen Frauen zurückführen?
00:26:05: Dass es da funktioniert.
00:26:06: Nee!
00:26:07: Wenn du jetzt zwei fremde Frauen dir vorstellst, irgendwelche die du nicht kennst - und eine vertraut ihrem Mann und delegiert und sie nimmt die kleinen Fauxpas hin und die andere denkt irgendetwas, was weiß ich, was sie alles denkt
00:26:21: Was denkt so eine Frau, um das nicht zu tun?
00:26:25: Das weißt du besser.
00:26:25: Du bist die Expertin für dieses Problem.
00:26:29: Dann erzeugt sie diesen inneren Stress, den Ärger.
00:26:33: Yes. Stimmt?
00:26:34: Ja schon!
00:26:35: Liegt es also an den Umständen, am Mann oder an dem, wie Frauen denken?
00:26:45: Ich spüre ein paar Widerstände, aber ich denke schon, dass es...
00:26:50: Der Widerstand ist verständlich für mich und den darfst du jetzt auch an dieser Stelle noch zeigen.
00:26:54: Du darfst ihn überhaupt zeigen, die ganze Zeit, ich habe überhaupt kein Problem mit deinem Widerstand, sondern ... den will ich auch nicht brechen, sondern die Frage ist, ob du bereit wärst, den freiwillig aufzulösen. Weil - geht es dir gut mit diesem Widerstand oder erzeugt du deinen Ärger und deinen Druck in dir selbst? Mhm.
00:27:19: Das wäre ja eine gute Nachricht, wenn das an deinen Gedanken läge.
00:27:22: Absolut!
00:27:23: Da könntest du ja was ändern.
00:27:25: Yes! Stimmt?
00:27:27: Und jetzt wann hast du dich das letzte Mal geärgert, dass du nicht delegierst, dass du alles micromanaged?
00:27:36: Wahrscheinlich letzte Woche...
00:27:38: Was ist dir in diesem Augenblick durch den Kopf geschossen, um dich zu ärgern?
00:27:42: Mit welchen Gedanken hast du diesen Ärger produziert?
00:27:49: Ja, das sind dann eher schon so Gedanken wie ... Jetzt muss ich es noch mal sagen.
00:28:00: Oder, ähm ... Mensch, dann musst du ja noch mal überlegen, wie du das so hinbekommst, dass du's weg hast und natürlich schon da so ... Warum klappt's halt nicht?
00:28:18: Also ist schon nach so einem
00:28:19: ... Jetzt hast du mir nur drei Fakten erzählt.
00:28:22: Einmal jetzt muss ich's nochmal sagen und jetzt muss sich selber machen.
00:28:27: Und zum Schluss hast du eine angeblich neugierige Frage gestellt, warum klappts nicht!
00:28:32: War das eine neugierige Frage?
00:28:33: Oder steckt in dieser Frage vielleicht etwas Verborgenes?
00:28:43: An der Stelle entscheide ich mich, glaube ich, unterschiedlich.
00:28:45: Manchmal so und manchmal so.
00:28:47: Warum klappt es nicht?
00:28:48: Das kommt schon ja auch öfters.
00:28:51: Wenn jetzt den Wissenschaftler fragen würde, der dich beobachtet, warum klappt's nicht?
00:28:56: Ärgert der sich?
00:28:57: Der Wissenschaftler?
00:29:00: Nö!
00:29:01: Und damit die Frage einen Ärger hervorbringt: Warum klappt's nicht?
00:29:06: Dann muss in dieser Frage ein kleiner versteckter Vorwurf drin sein.
00:29:12: Ja, klar!
00:29:13: Was ist da enthalten
00:29:18: in dieser Frage? Das führt, glaube ich, dann wieder zurück nach dem "Ja, warum siehst du das nicht"?
00:29:25: Das ist jetzt wieder eine Frage, aber der Vorwurf an dich selbst lautet wie? Was wirfst du dir vor um, dich zu ärgern?
00:29:37: Ja, ich hab's nicht...
00:29:39: Weder manchmal ... Ist nicht immer gleich... ganz sauber vielleicht formuliert - und dann am Ende, unter Umständen... entweder kontrolliert oder noch selbst gemacht.
00:29:56: Und dann kommt es natürlich zu dem Vorwurf zu mir selber.
00:29:59: Wie lautet der?
00:30:06: Ich glaube, da komme ich nicht so richtig ran!
00:30:09: Wenn du magst, helfe ich dir ein bisschen. Mhm.
00:30:13: Die Frage ist nicht: Warum klappt das nicht? Sondern der Vorwurf lautet: Es müsste klappen.
00:30:23: Mhm. Es ist eine versteckte Forderung, die du als Frage verkleidet hast.
00:30:28: Mhm. Also ja, geb' dir recht! Mhm.
00:30:29: Wie lautet das in deinem Kopf?
00:30:32: Wie lautet der Vorwurf?
00:30:40: Wenn ich jetzt sagen würde zu der Person, die es betrifft ... Das wäre normalerweise deins!
00:30:51: Aber das erzeugt die Wut auf den anderen.
00:30:53: Ja, genau.
00:30:53: Aber was erzeugt die Wut auf dich?
00:31:03: Ich nehme mir ja vor, dass ich so abgeb' ... dass ich es nicht mehr machen muss!
00:31:08: Und das gelingt dir ja noch nicht.
00:31:09: Ja, genau - und dann werde ich aber unter Umständen ungeduldig.
00:31:14: Gut,
00:31:14: äh, ja?
00:31:16: Entschuldigung, ich wollte ihn nicht unterbrechen.
00:31:17: Dann mach' ich es am Ende unter Umständen selbst, und dann würde ich mich aber vermutlich noch darüber beschweren, dass die andere Person es nicht gemacht hat.
00:31:26: Dass der Ärger auf den anderen?
00:31:28: Und da bin ich natürlich sauer für mich, weil ich das wieder selber gemacht habe.
00:31:33: Aber ich hab's auch nicht ausgehalten ... Bravo!
00:31:35: ... so zu warten bis der andere das macht.
00:31:37: Wenn
00:31:38: du's nochmal alles selber machen musst, noch mal alles erklären musst... Was ist das denn für dich?
00:31:43: Du hast vorher so geschnauft oder...?
00:31:44: Ja, schwer, anstrengend.
00:31:46: Ja?!
00:31:49: Ja. Für mich ist das halt klar.
00:31:53: Klar!
00:31:56: Und das kotzt dich dann an oder was?
00:32:02: Ja, ich wünschte es wäre insgesamt leichter.
00:32:05: Wünschtest du ... oder hast du so eine versteckte Forderung?
00:32:11: Das muss doch jetzt mal klappen!
00:32:14: Das muss der
00:32:15: doch mal ... Ja ja, doch, doch.
00:32:18: Das ist schon mit drin.
00:32:19: Und da dir das noch nicht gelungen ist...
00:32:26: Ja, beschäftige mich halt laufend irgendwie damit.
00:32:28: Was macht das mit dir? Also das zieht halt die ganze Zeit Energie ... also als wäre ... ich sag mal, das was im Alltag de facto passiert, nicht genug! Laufen ja dann die ganze Zeit diese Gedanken ab und wenn wir es anders machen besser machen.
00:32:43: Dann zieht das du auch noch Energie.
00:32:44: Jetzt pass auf.
00:32:45: Und das nervt mich.
00:32:47: Ich nerv mich auch selber dafür.
00:32:48: Das hab' ich verstanden.
00:32:51: Man könnte meinen, dass ich nicht kapiert habe, worum es geht.
00:32:54: Aber wir haben uns ja vorher geeinigt, den Ärger auf dich zu lösen.
00:32:59: Ja?
00:33:00: Mhm. Und jetzt hab' ich bis jetzt nur Vorwürfe an einen anderen gehört.
00:33:04: Aber was wirfst du dir selbst vor, um dich zu ärgern?
00:33:11: Ich glaube, dass ich nicht konsequent genug bin
00:33:15: Irgendwas, so etwas.
00:33:16: Überlegt mal weiter, die Gedanken, die den Ärger erzeugen, die müssen ja da sein?
00:33:23: Also
00:33:23: ich bin nicht konsequent genug.
00:33:25: und warum, warum akzeptiere ich das, vielleicht auch? Also?
00:33:32: Da ist schon so eine Wut auch, dass ich meine eigenen Grenzen auch manchmal - oft - nicht einhalte und dann macht mich das auch wütend auf mich, ja!
00:33:46: Ich hab's mir ja besser vorgenommen.
00:33:49: Besser oder mehr als besser?
00:33:54: Erst mal besser!
00:33:58: Ja...
00:33:59: Weil du hast gesagt, ich würde gerne das alles kontrollieren.
00:34:05: Ja, das steckt dahinter.
00:34:06: Genau - und was wenn nicht?
00:34:12: Ja, dann tue ich mich schwer.
00:34:14: Ja, aber damit das Ärger erzeugt - auf dich - du musst irgendetwas von dir selbst verlangen was du nicht mal leisten kannst.
00:34:23: Bin nicht konsequent genug - was noch nicht?
00:34:33: Eine saubere Kommunikation.
00:34:34: Wie müsstest du sein? Deinen eigenen Anspruch an dich -
00:34:38: wie lautet der?
00:34:41: Was verlangst du noch alles von dir?
00:34:43: Gelassener... Also gelassener, ruhiger kommunizieren, klarer kommunizieren... und so die Dinge irgendwie - souveräner - meistern einfach mit weniger Druck hinbekommen.
00:35:00: Und wenn dir das nicht gelingt?
00:35:05: Dann landen wir beim gleichen Gefühl.
00:35:08: Ja, aber was macht das dann mit dir?
00:35:11: Dann stelle ich das Gesamtsystem in Frage.
00:35:13: Aha!
00:35:14: Inwiefern?
00:35:17: Dass ich dann so merke ... okay
00:35:20: Blöd gesagt: Bin ich das Problem oder ist das System das Problem?
00:35:24: Also alles scheiße.
00:35:25: Was ist alles Scheiße, wenn du das ... Entschuldigung für das SCH-Wort ... Ich bin ja im Podcast, ich hab's vergessen.
00:35:34: Aber wenn du dieses Gesamtsystem in Frage stellst, wie klingt das in deinem Kopf?
00:35:40: Ja, ich frag mich dann einfach:
00:35:46: Muss das so sein?
00:35:47: Also egal ob es ist, die Sachen zu Hause hinzubekommen oder ob sie ebenso die Themen in der Partnerschaft sind, egal was es in der Arbeit ist oder so... es gibt auch viele tolle Komponenten, also es soll nicht so klingen...
00:36:00: Ist das
00:36:01: eine Frage?
00:36:01: Muss das so sein oder ...?
00:36:04: Es soll nicht zu sein!
00:36:05: Ja, es soll nichts zu sein.
00:36:06: Also wie
00:36:07: soll's
00:36:07: sein?
00:36:07: Ich bin schon im Widerstand mit meiner Realität.
00:36:10: Und jetzt sag mir
00:36:11: was?!
00:36:11: Wie soll es sein?
00:36:14: Leichter, entspannter... Also gut.
00:36:16:
00:36:16: Jetzt habe ich das Kernproblem aus deinem Mund gehört und ich hatte schon länger vermutet.
00:36:21: Ich hatte zwei Vermutungen.
00:36:23: Eine Vermutung war, dass du von der Realität verlangst, anders zu sein als sie ist.
00:36:28: Und wenn sie so beschwerlich ist, wenn alles so kompliziert ist,
00:36:32: wenn Menschen so ... wie du vielleicht sagen würdest begriffsstutzig sind,
00:36:37: dass du alles mehrfach sagen musst, dann wird dir das zu viel. Mhm.
00:36:43: Dann ermüdest du und es fühlt sich an für dich wie Energieverschwendung - kann man so sagen? Ja.
00:36:47: Ja, absolut!
00:36:50: Was macht dir mehr Sorgen?
00:36:53: Dieser Energieverlust
00:36:54: oder dass Leute nicht ... Also wir sind ja eigentlich noch beim Ärger auf dich, dass nicht mal du bist wie du sein willst.
00:37:03: Ja, klar, also ich stelle mir halt vor, in der idealen Welt so, dass ich ja auch eben die Sachen entspannter angehe und dann sag': Ja gut, ob das jetzt heute erledigt ist oder morgen?
00:37:13: Ob die Person es jetzt - keine Ahnung - hundert Prozent richtig macht oder achtzig.
00:37:17: Was
00:37:18: hindert dich so zu denken?
00:37:19: Weil das wär ja die Lösung. Weil du nicht von einer idealen Welt träumst,
00:37:24: sondern
00:37:25: von welcher Welt?
00:37:28: Für mich eine ideale Welt.
00:37:30: Ja, ich glaube nicht, dass wir von der idealen Welt träumen, sondern von der perfekten Welt.
00:37:36: Weißt du warum ich das vermute?
00:37:38: Kennst du den Unterschied zwischen einer idealen Welt und einer perfekte Welt?
00:37:45: Nee!
00:37:47: In der idealen Welt würden die Menschen tatsächlich nur einen Fehler einmal machen.
00:37:52: Also jeden Fehler nur einmal, dann würden sie lernen und sich verbessern.
00:37:57: Aber in der perfekten Welt würde alles so laufen wie du willst.
00:38:04: Mhm. Spannend ja?
00:38:04: Stimmt!
00:38:04: Und von welcher Welt träumst Du?
00:38:08: Mal zu, mal so...
00:38:10: ...und die Welt die Ärger erzeugt.
00:38:12: Welche ist
00:38:12: das?!
00:38:17: Unter Umständen beide.
00:38:18: Also ich merk schon, da ist auf jeden Fall was dran, mit dieser perfekten Welt, dass die Sachen dann ja so laufen sollen wie ich will...
00:38:26: Was hast du für einen Anspruch an dich selbst?
00:38:31: Wie musst du sein, wenn du alles kontrollieren willst, wenn alles funktionieren soll?
00:38:38: Zwischen perfekt und ideal.
00:38:40: Wahrscheinlich!
00:38:41: Wir können uns jetzt reinwanze, aber ich bin an der Grenze zur Suchgestion.
00:38:46: Ich möchte dir nichts in den Kopf hämmern.
00:38:49: Ja, das kommt ein bisschen drauf an auch, welche Lebensbereiche man betrachtet.
00:38:55: Aber natürlich gibt es Bereiche wo ich sage, da muss es halt dann perfekt sein quasi.
00:38:59: Ach so?
00:39:00: Sagst du das?
00:39:02: Das stimmt schon!
00:39:03: Ja? Ja.
00:39:05: Wenn nicht mal ... Du so bist, wie du denkst.
00:39:11: Also weil... Wenn du nicht delegierst, wenn du nicht gut kommunizierst, wenn du nicht alles immer gleich auf den Punkt bringst so dass es alles läuft.
00:39:24: Was dann?
00:39:27: Es nervt mich sehr.
00:39:28: Dann ärgerst du (Ist ja wahnsinnig!) dich über dich, weil nicht mal du deinem eigenen Anspruch gerecht wirst.
00:39:33: Ja.
00:39:34: Wie soll denn jemand anderes deinem Anspruch gerecht werden?
00:39:40: Schwierig ja.
00:39:42: Jetzt,
00:39:43: solange du also von dir denkst, dass du alles kontrollieren musst und dass du so gut kommunizieren musst, dass deine Gegenüber beim ersten Mal das schlucken,
00:39:55: und dass die das gleich machen und ohne Fehler umsetzen.
00:39:58: Wie wirst Du Dich immer fühlen, wenn Dir das nicht gelingt?
00:40:03: Ja, ne... Wie ein kompletter Versager wahrscheinlich.
00:40:06: Ja,
00:40:06: jetzt kommen die Abwertungen.
00:40:08: Jetzt tust Du das, was ich vermutet hab'.
00:40:10: Ganz zu Anfang der Sitzung habe ich vermutet, dass Du höchstwahrscheinlich Versagensängste hast.
00:40:18: Ja, sicher!
00:40:19: Ich bin sehr leistungsorientiert.
00:40:21: Was
00:40:21: bist du dann für eine Mutter, wenn das nicht alles perfekt läuft?
00:40:25: Das ist komisch,
00:40:27: also gegenüber meiner Tochter ist es ein bisschen
00:40:29: anders.
00:40:30: Gegenüber dir: Was bist Du für eine Mutter?
00:40:32: Was denkst du dann, wenn nicht alles perfekt läuft?
00:40:36: Zu meinem "Parenting" sozusagen. Ja, ja!
00:40:38: Warum hast du so Ansprüche?
00:40:41: Also ich reflektiere auf jeden Fall schon nochmal - sehr genau, wenn was nicht so war, wie ich es mir vorgestellt habe.
00:40:48: Warum?
00:40:48: Dass es mir halt - im Idealfall - jetzt in der idealen Welt
00:40:51: nicht noch mal vorkommt!
00:40:53: Aber (das ist ) natürlich (eine) utopische Vorstellung... Man macht auch manche Dinge zweimal falsch und dreimal falsch.
00:41:03: Ist das so? Ich kann das schon erfassen?
00:41:05: Ja, ja, aber was glaubst du?
00:41:10: Das Gefühl ist schon anderes.
00:41:11: also ich hätte es gerne anders.
00:41:13: Ich kann das rational begreifen, dass man Dinge auch mehrfach falsch machen kann.
00:41:19: Aber ich merk' schon auch da ... (die Ungeduld) Ich möchte das definitiv anders haben. Ja, genau!
00:41:24: Da ist schon - aaah - da taucht der Widerstand auch auf. Ja!
00:41:26: Ich möchte schon,
00:41:28: dass man- (Und so lange?) - eher schnell versteht und auch zügig und so - Schnelligkeit und Effizienz sind bei mir extrem wichtig.
00:41:34: Wenn andere langsamer sind als du denkst, was macht das dann mit dir?
00:41:39: Da wird dich dann schon auch ungeduldig, ja also - sehr.
00:41:42: Ja, genau!
00:41:42: Jetzt, was müssen wir dann ändern?
00:41:45: Die Leute oder deine Einstellung.
00:41:47: Das System oder wie du über die Lerngeschwindigkeit der anderen denkst.
00:41:51: Klar!
00:41:52: Ja schon mich und meine Haltung.
00:41:56: Damit du die Haltung freiwillig ändern kannst, ohne mit dem Widerstand,
00:42:00: und ohne, dass du dich fühlst, als hätte ich's dir gebrochen, deinen Widerstand.
00:42:05: Dann müssten wir einmal erkennen was an deinen Gedanken eventuell nicht stimmt.
00:42:11: Mhm. Hast du Lust, dass wir mal ein, zwei, drei von deinen Gedanken zerpflücken und überlegen ob die sinnvoll sind oder ob die eventuell dysfunktional sind?
00:42:21: Mhm. Ja, wir probieren es aus.
00:42:22: Gut, jetzt zum Beispiel der Gedanke, der den Ärger erzeugt - auf dich! Den hast du mir ja leider noch nicht so ganz sauber ausgesprochen. Der Kernvorwurf an dich.
00:42:33: Magst du mir vielleicht den noch einmal sagen, was du dir am meisten vorwirfst?
00:42:41: Ja gut, du hast es mit dem Perfektionismus angesprochen und so.
00:42:44: Ich weiß nicht, ob ich mir so ein "sei perfekt" oder so vorwerfe ... Also, ich glaub, also, ich sag jetzt mal, wenn ich so in Antreiber rein denke, dann okay, glaub ich schon, ich versuch', hab ich den Anspruch an mich, eher perfekt zu sein, aber auch eben stark zu sein.
00:43:01: Das
00:43:01: ist ja das Gleiche.
00:43:02: Ja, also... Dieses
00:43:05: Antreibermodell, das kenne ich natürlich!
00:43:08: Und ich bin kein großer Freund davon.
00:43:10: Aber wir können das jetzt einfach noch mal durchdenken.
00:43:14: Wenn es nicht der "Sei-perfekt-Gedanke" ist, welcher ist es dann, der dich wütend auf dich selbst macht?
00:43:24: Oder bist du doch eher wütend auf die anderen, weil sie so lahmarschig sind?
00:43:29: Ja, das ist was, wie sich halt äußert,
00:43:33: glaube ich... Ja aber was belastet dich mehr?
00:43:36: Der Ärger auf dich oder der Ärger auf die anderen?
00:43:39: Der Ärger, dass ich die Gesamtsituation nicht geändert bekomm'.
00:43:43: Gut!
00:43:45: Also jetzt mal ohne... also klar, ich habe ja meinen Beitrag.
00:43:49: Ich müsste die Gesamtsituation ändern.
00:43:52: Mhm. Und gelingt es dir?
00:43:54: Nee, also...
00:43:56: Also dann erzeugt dieser Gedanke, ich müsste das ändern, aber ich kann's nicht,
00:44:00: deine Wut auf dich, deinen Ärger auf dich.
00:44:04: Ist das so?
00:44:05: Mhm. Ja, das stimmt.
00:44:06: Also - da ist was dran -
00:44:07: dass ich, immer, ich will das immer ändern, also ständig als Loop, aber ich krieg's nicht hin. Ja!
00:44:15: Da verschleißt sich die Energie, ja!
00:44:18: Ja, wir bezeichnen das als kognitive Dissonanz.
00:44:20: Ich will es ändern, ich kanns nicht, und dann sagst du, ich muss es aber ändern, obwohl ich es nicht kann!
00:44:24: Ja, und ich will's mir gerne passend machen, ja!
00:44:28: So ist es.
00:44:29: Und dann denkst du, ich muss das System ändern, damit es mir gut geht...Ja! ...Und da ist der Fehler im System.
00:44:35: Warum? Liegt das
00:44:36: am System oder an deinen Gedanken über die derzeitige Lage?
00:44:42: Ja, meine Gedanken, meine Bewertung. Ja!.
00:44:44: Wenn
00:44:46: du jetzt also von dir verlangst, etwas ändern zu müssen, was du gar nicht ändern kannst?
00:44:50: Wie wirst du dich dann immer fühlen?
00:44:56: Wahrscheinlich sehr ... Ich weiß nicht.
00:44:58: Also klar wütend.
00:45:02: Ich glaub einfach nur erschöpft.
00:45:04: Genau, das erschöpt dich und macht dich gleichzeitig wütend. Mhm. Ja?
00:45:08: Dann lebst in der traurigsten Welt von allen.
00:45:15: Erschöpft und wütend.
00:45:18: Wenn man schon erschöpft, hat mein Trainer früher immer gesagt, dann bitte glücklich sein.
00:45:23: Ja. Das stimmt!
00:45:24: Aber erschöpft und unglücklich sein -
00:45:26: hat er gesagt - das ist die schlimmste von allen Welten.
00:45:29: Absolut!
00:45:33: Da geh ich d'accord. Jetzt noch mal die Frage was müssen wir dann ändern – das Gesamtsystem oder deine Haltung zum derzeitigen System?
00:45:40: Meine Haltung, ja.
00:45:41: Das geht schneller als das System zu ändern?
00:45:44: Sicher!
00:45:44: Ja?
00:45:45: Also, entweder ein Quick Fix. So ist es.
00:45:50: Jetzt pass auf, damit es dir besser geht, müssten wir einmal diesen Gedanken ... Ich müsste das ändern und angucken.
00:45:58: Hast du Lust, dass wir den einmal zerpflücken?
00:46:02: Es müsste mir gelingen, das zu ändern.
00:46:04: Mhm.
00:46:05: Ja?
00:46:05: Mhm.
00:46:06: Gut!
00:46:07: Nur weil du das denkst, folgt daraus auch, dass es dir gelingen muss.
00:46:14: Ich merke grad, woher der kommt.
00:46:17: Gut, sag's mir.
00:46:18: Ähm... Ich meine, ich reflektiere schon so mein Leben und so durch.
00:46:24: Und wie es gelaufen ist.
00:46:25: Und ich habe relativ früh gelernt ... dass diese Situation, wie sie damals war, nicht gut war, für alle!
00:46:34: Also das hab' ich halt so gesehen... Und ich hab versucht es zu verändern, obwohl ich wirklich noch recht klein war.
00:46:39: Und da ist das glaube ich entstanden?
00:46:41: Also ich bin auch aktiv geworden und hab wirklich versucht Dinge zu ändern, die eigentlich gar nicht in meiner Macht lagen.
00:46:48: Also, eigentlich hätte ich da gar keinen...
00:46:49: Das war auch überhaupt nicht ... Also das war eine völlig Überverantwortung, würde ich sagen, jetzt rückblickend.
00:46:53: Mir gefällt das, was du gerade machst.
00:46:55: Wenn wir das nehmen als Einstiegspunkt, um herauszufinden...?
00:46:59: Dann gibt's ja Dinge, die man grundsätzlich nicht ändern kann!
00:47:03: Ja... Der Gedanke... das gefällt mir nicht!
00:47:08: Als Perfektionistin musst du alles ändern.
00:47:10: Selbst die Dinge, die nicht änderbar sind,
00:47:13: stimmt's? Ja. Stimmt!
00:47:14: Zum Beispiel, was ist nicht änderbar in unserem Leben?
00:47:17: Weißt du das?
00:47:18: Gibt es ein paar Sachen die dir einfallen, die grundsätzlich nicht änderbar sind.
00:47:22: Ja vermutlich, wann ich geboren werde, wenn ich sterbe, in welche Familie ich geborenen werde...
00:47:27: Da gibt's einen Haufen Zeug!
00:47:30: Kannst du die Sonne am Scheinen hindern? Auch nicht, nein! Und die Erdrotation stoppen?
00:47:36: Nein!
00:47:37: Kannst du in der Zeit zurück? Nein. Und bist so vielleicht hellsichtig?
00:47:42: Auch nicht
00:47:43: Gut.
00:47:43: Es gibt den Haufen Zeug, dass wir denken können, aber nicht machen.
00:47:47: Ich zum Beispiel, denke immer, ich bin ein Vogel und fliege jetzt gleich davon.
00:47:51: Aber was folgt daraus noch lange?
00:47:55: Dass du es nachher wirklich kannst, ja!
00:47:57: Und du kannst natürlich denken, dass die Umstände, das System anders sein sollten... ...aber was folgt daraus auch noch lange nicht?
00:48:04: Dass sich das System ändert,
00:48:06: ja!
00:48:06: Und du kannst natürlich denken, ich ändere jetzt alles, ich ändere jetzt das System, aber was folgt daraus
00:48:12: auch
00:48:12: nicht?!
00:48:17: Ja, also klar, ich krieg's ja nicht geändert.
00:48:19: Und woran liegt das?
00:48:20: Bist du die Bestimmerin, kontrollierst du die Gehirne der anderen oder entscheidet jeder für sich was er macht?
00:48:27: Jeder für sich!
00:48:28: Du versuchst die Gehirne der anderen zu ändern?
00:48:31: Ja, ich geb dir recht, ja.
00:48:34: Geht
00:48:35: das?
00:48:37: Schlecht. Es
00:48:37: gibt einen Weg, zum Beispiel hier im Podcast kann man hören, wie jemand vielleicht freiwillig seine Gedanken ändert.
00:48:43: Wir haben hier den Weg gefunden, wie man das tut, dass jemand sich freiwilligt ändert.
00:48:47: Aber wenn ich zu dir sagen würde, du musst deinen Perfektionismus aufgeben, was würdest du dann sagen?
00:48:53: Ah, das würde mich überfordern!
00:48:55: Du würdest
00:48:55: wahrscheinlich rebellieren und sagen nein das mache ich nicht, du sagst mir gar nicht wer ich bin.
00:49:00: Ich mach, was ich will.
00:49:02: Wenn du jetzt nach Hause kommst, wenn ich dein Mann bin und du sagst mir was ich tun muss, weißt du, was ich dann sag?
00:49:08: En Scheiß.
00:49:15: Da sehe ich das Lich in deinen Augen.
00:49:18: Was hast du gerade kapiert?
00:49:22: Diese Kontrolle der anderen, das hat mich jetzt grad irgendwie sehr ... Also, dass ich versuch', wirklich auch das, was die anderen denken, machen...
00:49:33: da Einfluss zu nehmen...
00:49:35: ...auf einem
00:49:36: Level.
00:49:37: Aber, das ist ja
00:49:38: übergriffig - ja auch.
00:49:40: Kannst du das erkennen?
00:49:41: Das erkenne ich, ja!
00:49:43: Dann bist du schon fast geheilt.
00:49:48: Gut. Gute Nachrichten!
00:49:49: Ja! Weil,
00:49:50: natürlich möchte ich auch Einfluss nehmen auf meine Umwelt. Mhm.
00:49:55: Aber müssen die machen, was ich will oder wär' es doch besser, sie freiwillig entscheiden zu lassen?
00:50:00: Na
00:50:00: klar.
00:50:04: Also ich erwarte ja dasselbe zurück.
00:50:05: Ach so?
00:50:07: Du möchtest da auch nicht dominiert werden von anderen. Eben.
00:50:10: Jetzt pass auf, was glaubst du, wo deine Ungeduld herkommt?
00:50:14: Dass es dir nicht schnell genug geht.
00:50:16: Die müssten schneller sein!
00:50:19: Ich bin ja auch ungeduldig mit mir...
00:50:21: Ja, aber wo kommt das her?
00:50:22: Das hat vielleicht eine interessante Ursache.
00:50:24: Ich denke ich habe ne Idee, aber haste auch eine Idee.
00:50:28: Wo kommt diese Ungeduld her?
00:50:30: Mit dir und den anderen?
00:50:35: Lass mich kurz drüber nachdenken.
00:50:40: Also ich dachte so bisher, dass ist einfach so dem geschuldet, dass ... ich also quasi so aufgewachsen bin.
00:50:47: Da ist auf Effizienz
00:50:48: so
00:50:48: Wert gelegt wurde.
00:50:49: Dann wären deine Eltern
00:50:49: schuld - und so ein Zeug.
00:50:51: Aber ich glaub das nicht, sondern diese Form der Ungeduld ist eine Folge deiner Intelligenz.
00:50:58: Du bist sehr intelligent!
00:51:00: Und weil du intelligent bist, dann verlangst du von den anderen auch was zu sein?
00:51:03: Intelligent!
00:51:05: Und wenn sich's nichts sind?
00:51:06: Dann
00:51:08: haben wir ein Problem.
00:51:09: Ja!
00:51:11: manche...
00:51:11: Aber ich kann da nicht sagen, du bist doof!
00:51:15: Oder: Ich arbeite nicht mit Doofen.
00:51:18: Kannst du schon sagen, aber ... Aber du wirst denen dann wütend?
00:51:22: Ja.
00:51:22: Und ist das angebracht?
00:51:24: Die Wut?
00:51:26: Lernen Menschen schneller, nur weil du wütend bist.
00:51:29: Nee, natürlich nicht.
00:51:31: Wenn du dich selbst anschreist, wirst du dadurch schneller beim Lernen.
00:51:35: Oder blockiert die Wut sogar das Lernen?
00:51:37: Voll, ja blockiert.
00:51:38: Wieso
00:51:38: machst du dann solchen Druck, wenn du möchtest, dass Leute lernen?
00:51:46: Wenn du schon so intelligent bist, dann ist das doch ein Gabe.
00:51:48: Das ist doch ein Geschenk.
00:51:50: Aber dann überleg dir doch, wie du deren Gehirn "hackst"... ...wie du sie zur Kooperation bekommst, dass sie freiwillig mitmachen. Mhm.
00:52:00: Wenn du sie beschimpft oder sie unter Druck setzt oder dann schmollend in der Ecke hockst, ändert sich dadurch irgendwas an deinem System? Mhm.
00:52:08: Nee, aber ich mache das auch nicht (Oder verfestigen sich die Strukturen?).
00:52:11: Ich bin kein Choleriker oder so.
00:52:15: Ja, genau.
00:52:16: Aber die Energie überträgt sich sicherlich trotzdem.
00:52:19: Man merkt dann, dass du angefressen bist und dass - wahrscheinlich wird dein Mann jetzt nicken, wenn er es hört,
00:52:26: dass
00:52:28: er schon deine Wut spürt.
00:52:31: Ja, eher die Arro... es kommt darauf, also aber ich kann mich dann zurückziehen und dann merkt man's ja auch.
00:52:35: Wirst Du eher sarkastisch oder zynisch oder schnippisch?
00:52:38: Oder wie äußert sie deine
00:52:41: Wut?
00:52:41: Wahrscheinlich schnipisch!
00:52:45: Aber im beruflichen Kontext ist anders.
00:52:47: Ja, da benimmst du dich.
00:52:49: Ja. Ja! Das mache ich auch immer im beruflichen Kontext, bin ich sanft wie ein Lämmchen - aber zu Hause kann man noch andere Facetten zeigen. Eben.
00:52:58: Da erlaubt man sich Dinge, die man in der Arbeit nicht tut. Mhm.
00:53:01: Aber gerade bei den beiden Familienmitgliedern - sollte man dort sich eigentlich auch benehmen -
00:53:07: was meinst du?
00:53:08: Natürlich!
00:53:11: Ja, also klar. Ich hab schon öfters d'rüber nachgedacht.
00:53:13: Ist ja total bescheuert, wenn du gerade zu Hause - eigentlich bei den Menschen, bei denen du am liebsten bist, dann die... alle Facetten - also in dieser Ausprägung rauslässt?
00:53:24: Von meinem Professor, Herrn Vlajkov, habe ich etwas gelernt - und er hat mich gefragt eines Tages:
00:53:31: Warum ist die Klugheit keine Tugend?
00:53:34: Weil die Weisheit ist eine Tugend.
00:53:39: Aber die Klugheit nicht!
00:53:40: Warum ist die Klugheit keine Turgend?
00:53:44: Gute Frage.
00:53:46: Die ist nicht ... Hat der ganz andere.
00:53:49: Die Weisheit, die ist so 'ne ... sie strahlt so eine Ruhe aus.
00:53:54: Klugheit
00:53:55: nee,
00:53:55: aber ich weiß es nicht.
00:53:57: Die Klugheit hast du geschenkt bekommen.
00:54:01: Mhm!
00:54:01: Die Weisheit erarbeitet?
00:54:02: So
00:54:03: ist das.
00:54:03: Mhm.
00:54:04: Was kannst du für deine Klugkeit?
00:54:10: Natürlich nix.
00:54:11: Also ja... Und was
00:54:12: können die anderen dafür, dass sie nicht so klug sind wie du?
00:54:17: Ja auch nichts.
00:54:18: Wieso wirst du ihnen dann wütend?
00:54:19: Ich geh ein bisschen in den Widerstand tatsächlich.
00:54:21: Ja, genau.
00:54:22: Also äh ... Ich gehe in einen Widerstand, weil da eine Bewertung in mir losgeht, dass das mich ... Also das stellt mich jetzt so hin, als wär' ich jetzt irgendwie intelligenter.
00:54:36: Aber das würde ich gar nicht ...
00:54:38: Doch, implizit denkst du das?
00:54:39: Implizit
00:54:39: denke ich das, genau!
00:54:41: Aber es gefällt mir gerade gar nicht.
00:54:42: Siehst du.
00:54:43: Mir auch nicht. Mhm.
00:54:44: Und was könntest du dann tun, um mit einer Ungeduld etwas leichter zu leben bzw den anderen etwas mehr Geduld gegenüber aufzubringen?
00:54:56: Menschen annehmen, wie sie sind.
00:54:58: Bravo!
00:54:59: Und nicht ihnen vorwerfen, dass die schneller sein müssten.
00:55:02: Kann man schneller denken als man denkt?
00:55:06: Nee.
00:55:06: Bist
00:55:06: du Lucky Luke, der kann schneller als sein Schatten sein.
00:55:09: Also mit dir im Gespräch fällt mir auf, dass ich manchmal ziemlich langsam denke.
00:55:15: Das ist interessant.
00:55:16: Es ging mir auch so, als ich meine erste Sitzung hatte.
00:55:19: Dann habe ich mich geschämt. Ich hab' mich gefühlt, als wäre ich viel zu langsam.
00:55:25: Ja - dass du dann dahin kommst, wo du zugreifen willst.
00:55:29: Ich möchte aber auch nicht hier erscheinen als wäre ich schneller als du, sondern ich habe nur aufgehört, mich zu ärgern.
00:55:35: Dadurch kann ich noch schneller denken.
00:55:39: Sehr gut
00:55:40: Und du kannst auch schneller denken.
00:55:42: Du könntest auch ein größeres Herz für deine Mitmenschen haben, aber vor allen Dingen erst mal ein größeres Herz für dich, weil nur weil du das alles so schnell durchdenken kannst,was folgt daraus
00:55:53: noch lange nicht? Dass sich die anderen Menschen ändern und wer auch nicht?
00:55:58: Ja, ich.
00:56:00: Siehst du. Das heißt, obwohl du das kognitiv alles verstanden hast, dass man loslassen müsste oder delegieren müsste oder dass man... Ich weiß nicht, was alles tun müsste!
00:56:11: Was ist da drinnen leider noch nicht
00:56:13: enthalten?!
00:56:15: Ja, das Tun, die Veränderung. Und
00:56:17: wie kriegen wir dich ins Tun, ins Verändern?
00:56:19: Was meinst du?
00:56:21: Durch Ungeduld oder durch...
00:56:23: hohe Frustrationsdoleranz - dann übe ich es noch einmal?
00:56:28: Zweiteres.
00:56:29: Ich hätte eine interessante Sache für dich.
00:56:32: Jetzt zuerst einen Gedanken.
00:56:33: Ich wünsche mir, dass ich tue was ich will und natürlich wünsche ich mir auch, dass die anderen tun was ich will.
00:56:41: Aber leider ... Was ist die Wahrheit?
00:56:46: Es ist nicht so.
00:56:47: Nicht mal du tust, was du willst und...
00:56:49: Das stimmt! Das stimmt. Ja.
00:56:50: Ja?
00:56:51: Das
00:56:51: war er.
00:56:51: Das heißt, du kannst deinem eigenen Anspruch im Moment noch nicht gerecht werden.
00:56:55: Absolut.
00:56:55: Und
00:56:55: wie sollen dann die anderen deinem Anspruch gerecht werden?
00:57:00: Geht nicht.
00:57:01: Geht nicht.
00:57:02: Muss dann alles so laufen, wie du willst oder kann es auch anders sein?
00:57:10: Es kann auch anders sein.
00:57:14: Lass es ausprobieren.
00:57:15: Das finde ich gut, das ist ja die richtige Einstellung.
00:57:18: Und wenn du jetzt bereit wirst eine Hausaufgabe zu machen, dann würde ich dir eine Hausausgabe geben?
00:57:23: Ja, gerne.
00:57:24: Die Hausaufgarbe besteht darin: Welche Dinge würdest du gerne - zum Beispiel - deinem Mann delegieren, die du bisher immer wieder zurückkassierst, weil er's dir deiner Meinung nach nicht gut genug macht?
00:57:37: Gibt's irgendeine Sache die dir immer wieder auffällt?
00:57:40: Ja, sicher!
00:57:41: Was denn zum Beispiel?
00:57:42: Mhm. Ähm. Ich
00:57:45: hab für alles einen Plan.
00:57:46: Also die Ideen, was ich da gerne fix weghätte, das ist klar.
00:57:52: Gut.
00:57:52: Das sind einfach alltägliche Aufgaben...
00:57:54: Und dein Mann plant nicht so viel wie du?
00:57:56: Nein!
00:57:57: Gut, und welche Sache würdest du ihm gerne übergeben?
00:58:02: Was würde dir helfen, dass Dein Leben etwas leichter wird?
00:58:08: Meine Tochter ist ja noch nicht so groß - und sie ist tatsächlich ... also, sie schläft nicht allein.
00:58:15: Und diese festen zwei Nachtschichten die Woche nicht zu machen, das würde mein Leben schon mal leichter machen, weil Schlaf ist wichtig.
00:58:23: Was heißt Nachtschichten?
00:58:24: Das heißt
00:58:24: einfach, dass jemand neben ihr - quasi - schläft.
00:58:28: Aha, und du musst das zweimal machen?
00:58:30: Nee,
00:58:32: also ich mach das!
00:58:35: Und nur wenn ich nicht mehr kann und mich erschöpft hab, bitte ich um Hilfe.
00:58:40: Aha. Und das hätt' ich aber gerne fest weg.
00:58:43: Gut,
00:58:43: das heißt,
00:58:44: du müsstest deinen Mann bitten und dann deiner Tochter eines Tages beibringen, sowieso ein wenig alleine das auch auszuhalten?
00:58:54: Yes!
00:58:55: Gut... Jetzt hab' ich am Ende der Sitzung den echten Schmerz herausbekommen, aber das ist okay, weil du das jetzt freiwillig erzählt hast.
00:59:07: Vorher, am Anfang dieser Sitzung, warst du noch nicht so offen.
00:59:11: Aber das ist ein normales Lebensproblem, ja?
00:59:14: Meine Tochter schläft nicht alleine und ich erschöpfe mich, weil ich jede Nacht ihr helfe.
00:59:21: Ja ...
00:59:21: Schläft sie in ihrem Kinderzimmer oder bei euch?
00:59:24: Bei uns!
00:59:25: Und ich bin ein Leichtschläfer und wach sehr viel auf.
00:59:29: Ich muss separat schlafen dann um zu regenerieren - quasi.
00:59:33: Und wo schläft dann dein Kind?
00:59:36: Neben mir sozusagen.
00:59:39: Und dein Mann ist auch da?
00:59:40: Mhm.
00:59:41: Der schnarcht wie ein ... Neandertaler.
00:59:43: Er hat einen
00:59:44: tieferen Schlaf.
00:59:45: Okay, gut!
00:59:49: Ja, also simple Dinge.
00:59:52: Was wäre dann zu tun deiner Meinung nach?
00:59:54: Wie könntest du dir helfen?
00:59:59: Klare Kommunikation - aber Einhaltung dessen.
01:00:01: Ich bin Mensch und kann dann schon sagen: Ich möchte... oder ich brauche da Hilfe.
01:00:07: Wir müssen das anders aufteilen und mein Mann würde dann auch sagen, ja das passt, das machen
01:00:13: wir.
01:00:15: Und dann funktioniert es ein, zwei, drei Wochen.
01:00:19: Dann kommt bei mir so eine ... Ich weiß gar nicht was das ist.
01:00:26: Das Problem ist, also ich sag' das meinem Mann und ich erinnere ihn aber noch an den Abend, an denen er eigentlich quasi ...
01:00:35: dass er offiziell
01:00:36: Nachtschicht hat, so nennen wir das halt.
01:00:39: Erinnere ich ihn noch mal dran - und wenn ich ihn nicht erinnere, dann macht er es nicht.
01:00:46: Das heißt... Und dann ist es mir meistens nach zwei, drei Wochen oder so bin ich dann auch besser regeneriert und dann wird's mir meistens zu blöd.
01:00:54: Ihn zu erinnern?
01:00:55: Ja!
01:00:56: Ihn zur Erinnerung.
01:00:56: Ist
01:00:57: er dann schuld?
01:00:57: Oder ist es dir zu blöd?
01:01:01: Mir zu Blöd.
01:01:03: Ja, das bleibt mir dann zu blöd.
01:01:04: So lange, bis ich dann wieder zu müde bin. (Dann gibst du auf) Mhm.
01:01:08: Und was, wenn du sagst, diesmal möchte ich nicht zu blöd sein?
01:01:12: Ich werde ihn jetzt solange erinnern, bis unser Kind gelernt hat, allein zu schlafen.
01:01:19: Ja, auf jedem Fall zu meinem Vorteil.
01:01:21: Ja sicher!
01:01:24: Ja? Ja. Bist du dann blöd, wenn du ihn erinnerst oder blöd, wenn du ihn nicht erinnerst?
01:01:30: Wenn ich ihn nicht erinnere...
01:01:31: Damit du also nicht zu blöd bist, was müsstest du tun?
01:01:38: Einmal klar aussprechen und dann eben tatsächlich dranbleiben.
01:01:41: Ihn immer wieder ...
01:01:43: Erinnern!
01:01:44: Oder - und jetzt verrate ich dir ein Indianergeheimnis.
01:01:47: Bitte.
01:01:50: Ja - oder du versuchst eine Art Zaubersatz.
01:01:54: Mal sehen. Ich weiß nicht ob der funktioniert, er wird wahrscheinlich nicht funktionieren aber du könntest ihn mindestens probieren.
01:01:59: Und wenn dieser Zaubersatz auch nicht funktioniert, dann tust ihn einfach weiter erinnern. Mhm. Aber ohne dich zu ärgern, weil wenn du ihn erinnerst und er macht's...
01:02:09: Ja, dann bleibt sowas bei mir...
01:02:12: Dann kannst du dich erholen
01:02:13: und wie viel kostet dich diese Erinnerung?
01:02:16: Du Schatzt, denkst so dran, heute Nacht hast du Nachtschicht.
01:02:18: Oh,
01:02:18: ich kann sehr nachtragend sein, bei sowas!
01:02:21: Also ich behalte mir dann im Kopf, dass ich erinnern musste, aber ich will es ja eigentlich nicht.
01:02:25: Also das ist so wieder dieses.
01:02:26: Ich will die Realität verändern.
01:02:28: Ja,
01:02:28: aber wenn dein Mann meinetwegen, so eine Art Goldfisch ist, der das alles vergisst ,was musst du dann tun?
01:02:35: Ja, klar - muss ich es halt sagen.
01:02:37: So ist es. Aber glaubst du, dass das boshaft ist, wenn er es vergisst oder es einfach aus dem
01:02:42: Fokus
01:02:43: verliert?
01:02:43: Ja genau, zweiteres.
01:02:45: Gut, dann macht er das nicht dir zum Trotz.
01:02:49: Dann habe ich eine Idee.
01:02:50: Vielleicht könnte der Zaubersatz funktionieren.
01:02:53: Okay. Du sagst einmal noch zu deinem Mann: "Ich wünsche mir von dir, dass ich dich nie wieder an diese Nachtschichten erinnern muss." Mhm. Ja? Mhm.
01:03:04: "Ich wünsche mir von dir, dass du es dir merkst,
01:03:07: dass wir uns diese Arbeit aufteilen, weil sonst gehe ich in die Knie."
01:03:11: Mhm. Ja? Mhm.
01:03:13: "Aber wenn du es wieder vergisst ... dann sei dir sicher, ich werde dich ganz vorsichtig und sanft daran erinnern."
01:03:20: Mhm.
01:03:21: Okay.
01:03:21: "Aber du könntest mir eine riesige Freude machen, indem du es selbst dir merkest."
01:03:30: Mhm. Ja? Mhm. Und dann sagst du: "Ich werde diesen Wunsch nie wieder an dich richten,
01:03:33: aber du solltest sicher sein, dass ich ihn für den Rest meines Lebens - oder so lange wie das dauert, bis unsere Tochter groß genug ist, allein zu schlafen - in meinem Herzen behalte."
01:03:47: Mhm. Ja? Mhm. Und dann schweigst du. Du machst nie wieder deinen Mund auf - sondern erinnerst ihn nur freundlich:
01:03:52: "Du denkst dran, heute Abend bist du dran!"
01:03:55: Mhm. Ja? Mhm.
01:03:56: Und vielleicht wird er dann freiwillig auf die Idee kommen, dir zu helfen. Mhm.
01:04:01: Vielleicht sagst du ihm: "Schatz, ich bin am Ende meiner Kräfte.
01:04:04: Und auch die Frage an dich strengt mich so an, dass ich mir selbst dieses bisschen Kraft sparen würde.
01:04:12: Bitte merkt ihr das?
01:04:14: Ich wünsche es mir vom Herzen!
01:04:15: Ich will nichts zu Weihnachten, sondern nur diesen Wunsch."
01:04:18: Mhm. Ja? Mhm.
01:04:19: Dann könnt ihr überlegen ob er bereit ist dir diesen Wunsch zu erfüllen, ob er dir ein riesiges Geschenk macht - oder ob er weiterhin von dir Baby gesittet wird, weil du tust auch ihn Babysitten.
01:04:31: Ja! Gebe ich dir recht.
01:04:33: Dann behandle ihn, wie einen erwachsenen Menschen und nicht wie ein Baby. Mhm. Ja?
01:04:41: Mhm. Vertrau auf ihn!
01:04:43: Und wenn er es doch mal wieder vergisst... Was könntest du dann tun?
01:04:48: Erinnern.
01:04:49: Und wie viel musst du dich dann aufregen und wütend werden?
01:04:52: Eigentlich gar nicht.
01:04:53: Wieso eigentlich?
01:04:54: Ja das habe ich mich auch gefragt, während ich es gesagt hab.
01:04:58: Gar nicht.
01:05:01: Und wenn du so denken würdest, wie ich dir das jetzt gezeigt hab ... Wie ging's dir dann?
01:05:08: Leichter.
01:05:09: Siehst du!
01:05:09: Ich kann das Problem nicht ändern.
01:05:11: Ich kann das System nicht ändern, ich krieg diese betreuungsintensive Phase deiner kleinen Tochter jetzt nicht geändert.
01:05:17: Das ist einfach so.
01:05:19: Manche Kinder sind so. Unsere Tochter bis zum elften Jahr bei uns im Bett gepennt.
01:05:23: Ich weiß genau, wie es dir geht.
01:05:25: Aber wir haben uns ein riesiges Bett gekauft.
01:05:27: Das bereiteste, das wir gefunden haben.
01:05:29: Mhm. Ja?
01:05:30: Und dann hab ich zu meiner Frau gesagt: Wir sind Familie Feuerstein.
01:05:33: Wir leben wie die Neandertaler.
01:05:35: Die haben Jahrhunderttausende zusammen sich unter eine Bettdecke gekuschelt und so sind wir auch.
01:05:42: Und da hab' ich gesagt ... Wir warten so lange, bis es unserer Tochter peinlich ist.
01:05:49: Ja!
01:05:49: So ist es.
01:05:50: Als sie so zehn, elf Jahre alt war, dann habe ich gesagt: Du, wie wäre es, wenn ich all deine Freundinnen erzählte, dass du immer noch in unserem Bett pennst?
01:05:59: Dann war sie wohl weg.
01:06:01: Ja, dann war es ihr etwas peinlich.
01:06:05: Aber sie war mutig und sie hat dann gesagt: Nein, ich mach das alleine, Papa.
01:06:09: Ich bin jetzt groß genug. Ich kann alleine schlafen.
01:06:11: Dann hab ich gesagt ... Das finde ich klasse!
01:06:14: Dann haben wir unsere Arbeit erledigt.
01:06:18: Mhm. Ja? Mhm. Viele Kinder haben Angst in der Nacht, viele brauchen die Mama und den Papa.
01:06:22: Aber ich find das nicht schlimm.
01:06:24: Nee.
01:06:25: Ich hab meiner Tochter das geschenkt.
01:06:27: Dein Problem ist, dass du es dir nicht schenkst, dann leidest du.
01:06:31: Schenke ihr, dich tausende Male aufzuwecken.
01:06:35: Wer kann das aushalten?
01:06:39: Ja, Mütter, Väter schaffen das.
01:06:41: Und
01:06:41: du?
01:06:41: Warum du?
01:06:45: Ich mach es ja schon!
01:06:46: Siehst du, du stirbst nicht daran!
01:06:47: ... Nee.
01:06:50: Wenn du dich mit der hohen Frustrationsdoleranz ausstatten würdest...
01:06:54: Ich mach's auch gerne - siehst du - also ist gar nicht so, dass...
01:06:57: Wieso leidest du dann da runter?
01:06:59: Weil
01:07:01: ich einfach irgendwann müde werde.
01:07:02: Gut, aber ist das schlimm oder nur müde?
01:07:06: Ne, ist nicht schlimm.
01:07:08: Nur müde.
01:07:08: Siehst du.
01:07:11: Mhm. Stelle vor, dein Mann stirbt morgen und du musst für alle Zeiten deine Tochter alleine großziehen.
01:07:17: Dann musst du die ganze Arbeit alleine machen.
01:07:19: Und was hilft dir dann dein:
01:07:20: "Ich bin so müde."
01:07:22: Gar nichts!
01:07:23: Und muss jetzt erst dein Mann sterben? Nein.
01:07:26: Oder wär's besser, dass er dir freiwillig hilft.
01:07:28: Yes!
01:07:30: Dann versuch' sein Gehirn zu hacken - aber nicht mit dem Hammer - Mhm - weil dann ist es kaputt - sondern mit dem Schlüssel. Den Gedanken, den ich vorher verraten hab, der könnte funktionieren.
01:07:43: Ich weiß nicht, ob er tut ... Natürlich, wenn dein Mann dieses Tape hört, verliert dieser Gedanke vielleicht etwas an Kraft.
01:07:52: Aber wenn der das Tape hört und erkennt, dass du ein wenig darunter leidest, vielleicht ändert er sich sowieso freiwillig.
01:07:59: Dann hätten wir mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen.
01:08:03: Ja! Ja? Ja.
01:08:05: Liebe Rebekka, was nimmst du jetzt - nochmal gefragt - aus dieser Sitzung mit?
01:08:12: Fangen wir von hinten an.
01:08:14: Also zum einen, dass es mir mein Leben einfach... Also, dass es viel leichter ist, noch mal zu kommunizieren, noch einmal zu erinnern,
01:08:24: anstatt das so vorzuenthalten und dann eben, da glauben zu müssen, ich muss da die, weiß nicht - so 'ne Art - die Starke spielen oder sowas - und wie du gesagt hast, dann ihn zu babysitten.
01:08:41: Lieber wirklich erinnern - und die Sache da drüber stellen - den Vorteil, am Ende ja auch für mich.
01:08:50: Aber ich fand auch den Punkt sehr wichtig, dass... also es hat eben... Das hat doch was in mir bewegt zu sagen, okay...
01:08:59: Ich versuche einfach Dinge im Außen zu verändern, die nicht veränderbar sind.
01:09:05: Das muss glaube ich noch ein bisschen nachwirken.
01:09:07: Da muss ich nochmal darüber nachdenken, weil da ist ganz viel zu reden, glaube ich.
01:09:11: Da kann ich noch mehr drüber nachdenken.
01:09:15: Wenn du Lust hast, habe ich eine kleine Schleife.
01:09:18: Ich glaube, dass es drei Bereiche gibt.
01:09:21: Einen Teil der Welt, der überhaupt nicht änderbar ist.
01:09:26: Einer Teil, der nur änderbar ist, wenn die anderen mir helfen, und einen Teil, den ich ganz alleine beeinflussen kann.
01:09:37: Und was kannst du ganz alleine Beeinflussen?
01:09:41: Mich!
01:09:42: Wie du darüber denkst.
01:09:44: Und ob dein Mann dir hilft, liegt an wem?
01:09:49: Mir!
01:09:50: An mir!
01:09:51: Ob er dir hilft...
01:09:52: Ob er mir hilft an ihm, also auch seine Entscheidung.
01:09:54: Mehr als bitten kannst du ihn nicht. Nein! Und wenn du ihn einmal mehr bittest, als er stur sein kann.
01:10:02: Dann hätte ich das Ziel erreicht.
01:10:04: Dazu braucht so hohe Frustationstoleranz und wenn du resignierst und aufgibst, was erreichst du dann?
01:10:12: Dann bleibe ich ja schlussendlich in so einer Erschöpfungsphase regelmäßig drin.
01:10:18: Mhm. Und, klar ... schlechte Gefühle in allen möglichen Bereichen.
01:10:23: So ist es.
01:10:25: Das heißt Freundlichkeit schlägt Sturrheit.
01:10:30: Mhm.
01:10:30: Guter Gedanke!
01:10:31: Ja? Mhm.
01:10:32: Gut.
01:10:33: Dann bedanke mich ganz herzlich bei dir, dass du ... bei uns hier im Podcast warst und falls unsere Hörer Interesse haben an dem was wir gemacht haben, dann lade ich sie ganz herzlich ein unter www.dr-holzinger-institut.de sich zu informieren.
01:10:48: Hier kann man sehen, ob wir vielleicht helfen können - im Einzelcoaching, in manchen Ausbildungen oder in unserem - wie wir glauben - fantastischen Leadershipprogramm, wo man lernt mit widerspenstigen Menschen vielleicht besser umzugehen, ohne dass man gleich das ganze System ändern muss.
01:11:07: Liebe Rebekka, herzlichen Dank dafür!
01:11:09: Danke dir Daniel!
01:11:12: So, das war wieder eine spannende und hoffentlich erkenntnisreiche Folge meines Podcasts.
01:11:19: Der heiße Stuhl!
01:11:20: Wenn es dir jetzt gefallen hat, dann hinterlass uns doch unten in der Bio ein Kommentar.
01:11:26: Beziehungsweise teile und empfehle unseren Podcast natürlich allen deinen Freunden.
01:11:31: Und wenn du uns persönlich einmal kennenlernen willst, dann komm doch vorbei im Dr.
01:11:36: Holzinger Institut!
01:11:37: Jetzt freue ich mich natürlich vor allen Dingen darüber, dass Du meinen Podcast abonnierst.
01:11:44: Vielen Dank fürs zuhören und bis ganz bald!
01:11:48: Tschüss.
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